Allgemein

01Feb 2019
Offizieller Start des Regelbetriebs nach Projektabschluss (vorne rechts Manuela Haddadzadeh, NDR / vorne links Michael Radomski, CEO UPLINK, Hintergrund Verantwortliche ARD-Anstalten, UPLINK)

Die ARD-Anstalten Norddeutscher Rundfunk (NDR) in Mecklenburg-Vorpommern, Rundfunk-Berlin-Brandenburg (RBB) in Berlin und Brandenburg, Saarländischer Rundfunk (SR) im Saarland und das bundesweite Deutschlandradio haben im vergangenen Jahr ihr UKW-Sendernetz erneuert. Dabei wurde die gesamte Technik zur Ausstrahlung von 348 UKW-Frequenzen durch den neuen Betreiber UPLINK Network GmbH aus Düsseldorf ausgetauscht, der nun auch für den Betrieb verantwortlich ist.
Vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung im Jahr 2017, bei der die vier öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter dem Anbieter UPLINK den Zuschlag erteilt haben. Als technischer Dienstleister investierte UPLINK seit der Vergabe einen zweistelligen Millionenbetrag an rund zweihundert Standorten und verantwortet die störungsfreie Ausstrahlung von Programmen wie NDR 1 Radio MV, Radio Eins, SR1 oder Deutschlandfunk.

„Die Ausschreibung und letztlich damit auch die Vergabe an unser Unternehmen war Konsequenz der Liberalisierung des UKW-Marktes durch die Bundesnetzagentur seit dem Jahr 2014“, beschreibt der Gründer und Geschäftsführer von UPLINK, Michael Radomski, die Entwicklung des Großauftrages. „Wir sind mit den öffentlich-rechtlichen Kunden und einer weiteren Vielzahl von privaten Radiosendern in recht kurzer Zeit Marktführer geworden, was organisatorisch und technisch ein echter Kraftakt war“, ergänzt Thomas Weiner, Geschäftsführer Betrieb bei UPLINK, „Insgesamt steigt durch die Investition in neuste Technik die Sendequalität und -verfügbarkeit in Deutschland.“

Hochleistungssendeanlage auf dem Fernsehturm Berlin-Alexanderplatz mit 11 UKW-Frequenzen

„Die Vergabe unserer UKW Verbreitung in den ausgeschriebenen Regionen an einen relativ jungen Anbieter wie UPLINK war natürlich eine Herausforderung für alle Beteiligten, auch weil sich die regulatorischen Strukturen im UKW-Markt noch während des Vergabeverfahrens verändert haben“, verdeutlicht Manuela Haddadzadeh (NDR), verantwortliche Leiterin der Vergabestelle, die Entwicklung. „Wir sind aber mit den erbrachten Leistungen sehr zufrieden, auch wenn sicherlich noch einige Nacharbeiten zu erledigen sind.“

Ende Januar 2019 wurde die monatelange Umstellung nun in einem gemeinsamen Termin in Düsseldorf abgeschlossen. Die Verantwortlichen der vier ARD-Anstalten und von UPLINK starteten den Regelbetrieb mit dem symbolischen Durchtrennen eines Eröffnungsbandes.

Quelle: www.radiowoche.de

18Okt 2018
Uplink-Gründer Michael Radomski
Uplink-Gründer Michael Radomski

Bislang hat sich der Düsseldorfer UKW-Übertragungsdienstleister Uplink auf den Ausbau seines bundesweiten Antennennetzes konzentriert. Jetzt drängt Firmengründer Michael Radomski ins Internet der Dinge. Er will das weit verbreitete Antennennetz nutzen, um Daten von Sensoren abzurufen, die in der Lebensmittelindustrie oder bei Smart Home-Anwendungen eingesetzt werden. Dazu ist er eine Technologie-Partnerschaft eingegangen.

Michael Radomski ist ein Mann, der den richtigen Riecher fürs Geschäft hat. Als vor sechs Jahren der Telekommunikationsmarkt liberalisiert wurde und die restriktive Vergabe von Senderechten schlagartig endete, witterte der gebürtige Niederrheiner seine große Chance. Er stieg in den bis dato vom Quasi-Monopolisten Media Broadcast beherrschten Übertragungsmarkt für UKW-Antennen ein. Trotz Nackenschläge von der Konkurrenz schaffte es der ehemalige Drillisch-Manager, in der Branche Tritt zu fassen und das Monopol zu knacken.

Heute ist der 44-Jährige mit seiner Düsseldorfer Firma Uplink Network Herr über ein Reich von mehr als 400 Antennen für Rundfunk auf Ultrakurzwelle (UKW), mit denen mehr als 700 Sender ihre Programme zu den Hörern bringen. Darunter sind Stadtradios aus Hagen, Leverkusen und Euskirchen und Regionalsender wie Radio Sauerland oder Radio-Schleswig-Holstein. Vor einem Jahr gelang ihm ein millionenschwerer Coup. Die ARD übertrug dem gewieften Unternehmer den Netzbetrieb für diverse Radioprogramme – vom MDR, RBB bis zum Saarländischen Rundfunk. Weitere Radiopartner kamen hinzu. Dadurch beherrscht er inzwischen knapp 50 Prozent des Übertragungsmarktes.

Nun will der Radiospezialist in ein neues Geschäftsfeld einsteigen, um das Wachstum seiner Firma voranzutreiben. Er plant, im Internet der Dinge – kurz IoT – Fuß zu fassen. Dazu will er das Netz an Antennen nutzen, um für Unternehmen Daten von Sensoren abzurufen – beispielsweise um die Temperaturen beim Transport von Lebensmitteln abzurufen oder für Smart Home-Anwendungen. Dazu geht Radomski eine Partnerschaft mit dem polnischen UKW-Dienstleister BCast ein, der bereits über die Technologie verfügt. “Bcast und Uplink sind junge, sehr innovative Technologie-dienstleister, die in ihrem jeweiligen Markt das bestehende Monopol aufgebrochen haben. Mit der nun geschlossenen Kooperation wollen wir unsere gewonnenen Erfahrungen austauschen, uns vor allem aber gegenseitig bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Technologien unterstützen“, erklärt der Uplink-Chef. BCast-Chef Maciej Lipinski ergänzt: „”Wir haben unsere eigene digitale Funklösung für DAB + sowie eine IoT Sende- und Empfangslösung entwickelt, die wir nun gemeinsam mit Uplink auch in den deutschen Markt bringen wollen“. Eine entsprechende Vereinbarung besiegelten beide Unternehmen jüngst auf der Wirtschaftskonferenz NRW-Polen in Warschau – im Beisein des Landesministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Stephan Holthoff-Pförtner.

Der Aufbruch in das neue Geschäftsfeld könnte Uplink einen kräftigen Wachstumsschub bescheren. Davon dürften auch die namhaften Mitgesellschafter profitieren – darunter der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling oder der Focus-Gründer Helmut Markwort, der an Rundfunkstationen wie Radio Bayern beteiligt ist.

Quelle: www.meedia.de

04Okt 2018

Wo die Vorteile der verschiedenen Übertragungswege liegen

Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH

Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH [Quelle: UPLINK]


„Der Rundfunkmarkt wird sicherlich heterogener werden“, schätzt Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH, ein. Der Sendernetzbetreiber will sich auch mit Blick auf die Abschaltung zweier UKW-Sender beim Deutschlandradio nicht an Auseinandersetzungen um DAB+beteiligen. Jeder Übertragungsweg bietet aus seiner Sicht Vorteile.


In zwei Regionen sind die Deutschlandradio-Programme künftig nicht mehr per UKW zu empfangen und sollen vor allem über DAB+ Hörer erreichen. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für den digitalen Übertragungsstandard?
Als reiner technischer Dienstleister sehen wir für uns erstmal keinen großen Unterschied zwischen UKW und DAB+. Wir beteiligen uns auch an den – teils von den Beteiligten ideologisch geführten – Auseinandersetzungen um DAB+ nicht. Welche Programme oder technischen Empfangswege der Radiohörer nutzt, sollte aus unserer ordnungspolitischen Sicht einzig und alleine die Entscheidung des Konsumenten bleiben.

Wenn Deutschlandradio an zwei sicherlich sehr speziell gelegenen Standorten – nämlich in der Nordsee und in den Alpen – die UKW-Verbreitung einstellt, hat das für den durchschnittlichen Hörer wohl nur wenig Konsequenzen. Entweder weicht er auf andere UKW-Programme aus oder er nutzt einen alternativen Empfangsweg. Ob sich nun tatsächlich viele Einwohner der betroffenen Regionen ein DAB+ Radio kaufen, um weiter Deutschlandradio zu hören, ist eine spannende Frage. Ein Stammhörer wird seine Lieblingssendung nun vielleicht auch einfach online streamen, ein Gelegenheitshörer vielleicht aber fortan auf UKW einen anderen öffentlich-rechtlichen oder privaten Sender hören.

Die Durchdringung mit DAB+ Geräten ist in den letzten Jahren stark gestiegen – auf nun deutschlandweite 18,1 %. Wie bewerten Sie den Schritt des Deutschlandradios im Lichte dieser Entwicklung?
Technische Reichweite – also die Durchdringung von Haushalten mit einem technischen Medium – sagt überhaupt nichts über die tatsächliche Nutzung aus. Nach dieser Logik würde sich unsere Bevölkerung ausschließlich von Konserven ernähren, denn die technische Reichweite von Dosenöffnern in deutschen Haushalten liegt bei 100%. So gesehen sind 18% sogar bitter wenig, denn onlinefähige Endgeräte oder sowieso UKW-Radios liegen irgendwo Richtung 80 bis 100%. Wenn UKW plötzlich oder zukünftig einfach wegfallen würde – was ziemlich ausgeschlossen ist – wäre erstmal zu vermuten, dass Audio in der Masse gestreamt wird.

Gerade bei jüngeren Zielgruppen ist IP-basierte Radionutzung im Kommen – was bedeutet es für DAB+, wenn immer mehr Menschen via Internet Radio hören? 
Ist DAB+ ein reines Brückenmedium, also eine Übergangslösung? Wir wissen es nicht, aber viel spricht dafür. Technisch gesehen ist ein deutschlandweit einheitliches Programm wie Deutschlandradio über DAB+ günstiger zu verbreiten als über UKW. Bei kleinzelligen Strukturen, also dem klassischen Lokalradio, ist UKW wiederum führend. In beiden Fälle müssen jedenfalls teure Sender und Antennen betrieben werden. Die Veröffentlichung im Internet kostet erstmal wenig und eröffnet den Weg zu Milliarden von Menschen weltweit. Stark genutzte Inhalte brauchen aber entsprechende Server und der Nutzer zahlt auch für sein Datenvolumen. Dabei besteht auch noch gleichzeitig die konkrete Gefahr, dass lokale und regionale Inhalte in der Masse untergehen. Unser Fazit ist, dass jedes Medium seine Vor- und Nachteile besitzt und alle Verbreitungswege – dazu gehören ja auch noch Satellit, Kabel oder LTE Broadcast – nebeneinander sinnvolle Einsatzgebiete besitzen.

Am Ende ist die Frage aber doch, was der Hörer und der Markt wollen. Der Rundfunkmarkt wird sicherlich heterogener werden. Dabei stellt sich aber auch die Frage, wie die bisherigen Veranstalter mit einem kostenträchtigen Doppelbetrieb von UKW- und DAB+ im Rahmen dieser Veränderungen klarkommen, während sie gleichzeitig neuen Wettbewerb durch Streaming erhalten.

Ab 2021 will Deutschlandradio weitere UKW-Sender außer Betrieb nehmen. Kommt dann einen neue UKW-Abschaltdebatte?
Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur sind gebührenfinanzierte und bundesweit einheitliche Programme. Ein Rückzug aus kostenträchtigen lokalen Füllfrequenzen macht finanziell durchaus Sinn und hat wohl nur wenig Einfluss auf die Medienlandschaft in Deutschland. So einen Schritt würde ein werbefinanziertes, privates Programm wohl gar nicht oder auch nur in extrem dünn besiedelten Regionen gehen. Attraktive, starke UKW-Frequenzen wird aus unserer Sicht wohl keiner freiwillig aufgeben und sie dabei dann womöglich anderen Anbietern überlassen.

Ob DAB+ und die damit einhergehenden Kosten einen Vorteil gegenüber der bestehenden UKW-Verbreitungsstruktur besitzen, ist eine Frage des Blickwinkels. Ob ein Simultanbetrieb, also der parallele Betrieb von zwei Rundfunknetzen mit UKW und DAB+, sinnvoll ist und wie er finanziert werden soll, ist eher eine politische Frage. Die Frage nach einer UKW-Abschaltung, die vornehmlich dem Verbreitungsweg Streaming nutzen würde, halten wir jedenfalls für kontraproduktiv.

Quelle: www.meinungsbarometer.info

20Sep 2018

Der Düsseldorfer Sendernetzbetreiber UPLINK Network GmbH hat am 17. September auf der Broadcast-Messe IBC in Amsterdam den “STAR USER AWARD” von Senderhersteller WORLDCAST SYSTEMS aus Frankreich erhalten. Grund dafür ist die Abnahme von über 600 UKW-Sendersystemen in allen Größenklassen zwischen 100 und 10.000 Watt Sendeleistung im Jahr 2018.

Mit dem dahinter stehenden Projekt ist UPLINK in Deutschland zum größten UKW-Sendernetzbetreiber aufgestiegen und hat sich für WORLDCAST damit in 2018 als stärkster Einzelkunde mit einem Gesamtabnahmevolumen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro Betrags positioniert. UPLINK stattet mit diesem Invest u.a. die Radioveranstalter Deutschlandradio, radio NRW, die REGIOCAST Gruppe, RBB, NDR, bigFM, RPR1, Radio Regenbogen und viele andere Anbieter in ganz Deutschland mit modernster Übertragungstechnik aus.

Über die Preisverleihung freuen sich (v.l.n.r.) Gregory Mercier (Head of Product & Marketing WCS), Ansgar Beeg (Leiter Technik & Entwicklung UPLINK), Christophe Poulain (Co-President WCS), Michael Radomski (Geschäftsführer/CEO UPLINK), Thomas Weiner (Geschäftsführer/COO UPLINK).

Quelle: www.radioszene.de

16Jul 2018

Nach der Einigung im UKW-Antennenstreit zwischen den Erwerbern der UKW-Antennen und den Sendernetzbetreibern geht nun der Austausch der eigentlichen UKW-Sender voran. Dienstleister UPLINK Network GmbH aus Düsseldorf, der etwa 50% der vormals durch den Ex-Monopolisten und Bundespostnachfolger Media Broadcast GmbH betriebenen Sender verantwortet, meldet nun schnell voranschreitende Umstellungen an Funktürmen in ganz Deutschland. „Wir ersetzen derzeit 30 bis 40 UKW-Sender der Media Broadcast pro Woche und wollen diese Zahl im Juli noch einmal deutlich steigern“, verdeutlicht der für den Betrieb verantwortliche Geschäftsführer Thomas Weiner von UPLINK den durch den nun behobenen UKW-Antennenstreit bislang aufgehaltenen Projektfortschritt. „Wir werden bis Ende September mit dem gesamten Projekt – das für UKW mit Abstand das größte weltweit ist – fertig sein,“, zeigt Weiner die Zeitschiene auf, „bereits Ende August wollen wir am Berliner Funkturm, dem Alex, unseren größten Standort umstellen.“

Insgesamt installiert UPLINK derzeit 700 UKW-Sender an etwa 300 Standorten in ganz Deutschland. Kunden wie zum Beispiel Deutschlandradio, NDR, RBB, radio NRW, big FM erhalten in diesem Zusammenhang aktuell Digitaltechnologie, die besonderer Energie- und Wartungs-Effizienz ermöglicht. Dies führe vor allem zu sinkenden Kosten für die Radioveranstalter, aber auch zu besserer Qualität und geringerer Ausfallsquote für die Hörer.

UPLINK Standort Röbeln/MV

„Unser bislang größter Standort liegt in Röbeln, nahe der Müritz, mitten in Mecklenburg-Vorpommern. Von dort strahlen wir praktisch alle UKW-Programme in dieser Region ab: NDR 1 bis NDR 4, NDR JOY; Ostseewelle, Antenne Mecklenburg-Vorpommern sowie Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur“, verdeutlicht Unternehmensgründer Michael Radomski, den Umfang des Betriebs an dem neuen Standort.

Michael Radomski (Bild: UPLINK GmbH)

„Insgesamt also 9 UKW-Frequenzen mit Sendern aller Größenklassen und Komplexitätsstufen. Unser Stromverbrauch beträgt dort weit über 100 Kilowattstunden pro Jahr, das liegt deutlich über dem Verbrauch von 25 Einfamilienhäusern mit jeweils 4 Personen, ist aber jetzt deutlich geringer als vor der Umstellung. Hier wird jetzt signifikant Strom, Geld und am Ende auch CO2 eingespart.“
UPLINK hat sich im Rahmen einer seit 2014 laufenden Marktliberalisierung der Bundesnetzagentur zum größten deutschen UKW-Betreiber entwickelt. Durch den Verkauf der regulierten UKW-Antennen des Ex-Monopolisten Media Broadcast GmbH aus Köln an im Wesentlichen fünf große Investoren hatte es erhebliche Unruhe im Markt gegeben, da die neuen Eigentümer massive Kostensteigerungen durchsetzen wollten. Unter Moderation der Bundesnetzagentur, die bereits eine erneute Regulierung in Gang gesetzt hatte, einigten sich nun aber alle Marktakteure auf auskömmliche Verträge und Konditionen.

Quelle: www.radioszene.de

07Jul 2018

Der monatelange Streit um die bundesweite Ausstrahlung von Radioprogrammen über UKW ist beigelegt.

Die Betreiber von rund 700 UKW-Antennen einigten sich mit den Sendenetzbetreibern, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Deren Präsident Homann sagte, alle Beteiligten seien in einigen Punkten an ihre jeweiligen Schmerzgrenzen gegangen. Die Politik müsse prüfen, ob durch eine Anpassung der Rechtslage vergleichbare Fälle in Zukunft verhindert werden können, so Homann.

Zwischenzeitlich hatten die Antennenbetreiber damit gedroht, die Ausstrahlung zu unterbrechen. Davon wären Millionen Radiohörer in Deutschland betroffen gewesen.

Diese Nachricht wurde am 07.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Quelle: www.deutschlandfunk.de

20Jun 2018

Noch im April 2018 drohte rund zehn Millionen UKW-Radiohörern der Blackout. Nach harten Verhandlungen haben sich die streitenden Firmen nun auf einen Kompromiss geeinigt.

Streit um Nutzungsgebühren: Nach zähen Verhandlungen hat man einen Kompromiss zum UKW-Radio gefunden.
Das Schreckensszenario einer UKW-Abschaltung in Deutschland ist abgewendet. In dem erbittert geführten Streit um Nutzungsgebühren für die UKW-Antennen von Hörfunksendern haben sich jetzt fünf Antenneneigentümer mit den Sendernetzbetreibern auf Eckpunkte für eine vertragliche Regelung geeinigt. Das teilte die Bundesnetzagentur am 19. Juni 2018 mit. „Alle UKW-Marktakteure haben sich bewegt und sind aufeinander zugegangen“, erklärte der ehemalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl, der die Verhandlungen moderiert hatte. Die vereinbarten Eckpunkte böten eine gute Grundlage dafür, dass es im nächsten Schritt zu Verträgen komme und man damit den Streit um die Antennen dauerhaft beigelege. „Dann müssen die Hörerinnen und Hörer keine Abschaltungen mehr befürchten.“

UKW-Radio: Warum der Streit?
Hintergrund des Streits ist, dass sich der Dienstleister Media Broadcast aus dem Geschäft mit den UKW-Antennen und Sendeanlagen zurückgezogen hat, weil er die finanziellen Rahmenbedingungen der Regulierungsbehörden nicht mehr attraktiv genug fand. Die Media Broadcast gehört zur börsennotierten Freenet Group. Als UKW-Sendedienstleister agieren nun vor allem die Firmen Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig. Die an den Sendemasten montierten Antennen hatte die Media Broadcast hauptsächlich an Finanzinvestoren verkauft. Diese verlangten ursprünglich zum Teil deutlich mehr Geld für die Nutzung der Antennen, weil sie nicht mehr unter die Regulierung fallen. Uplink und Divicon hielten die höheren Preise für völlig überzogen und weigerten sich, die geforderten Summen zu zahlen.

Wen hätte die UKW-Abschaltung getroffen?
Von einem möglichen UKW-Blackout waren etliche Hörfunksender bedroht – neben privaten Radiostationen auch der MDR, der NDR in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschlandradio. In Berlin und Brandenburg war teilweise der rbb betroffen. Sie betreiben keine eigene Sende-Infrastruktur. Im Laufe der Verhandlungen hatte sich die Bundesnetzagentur auf eine erneute Regulierung des UKW-Marktes vorbereitet. Nach dem nun erzielten Kompromiss hat man aber eine für den 22. Juni 2018 angesetzte Verhandlung aufgehoben. „Alle Beteiligten haben Verantwortung gezeigt und damit eine Lösung ermöglicht“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Er gehe davon aus, dass sich die konkreten Verträge jetzt schnell vereinbaren und sich damit regulatorische Eingriffe vermeiden lassen.

UKW-Markt: Die historischen Hintergründe
Das UKW-Geschäft gehörte ursprünglich der Deutschen Bundespost und gelangte mit der Privatisierung der Post Ende der 80er-Jahre zur Deutschen Telekom. Diese gründete den UKW-Betrieb in die Media Broadcast aus, die über verschiedene Stationen 2016 bei der Freenet Group landete. Mit dem Rückzug der Media Broadcast aus dem UKW-Markt und der Aufspaltung von Antennen- und Sendebetrieb entfiel auch die ursprüngliche Regulierung durch die Bundesnetzagentur. Media Broadcast dementierte Marktgerüchte, man sei jetzt den neuen Antennenbesitzern beim ursprünglich vereinbarten Kaufpreis entgegengekommen. „Wir haben über unseren Beitrag zur Einigung im UKW-Streit Vertraulichkeit vereinbart. Wir können aber so viel sagen, dass es keinerlei rückwirkenden Anpassung oder nachträgliche Kaufpreisreduzierung gegeben hat“, erklärte ein Firmensprecher. Dem Vernehmen nach kommt Media Broadcast den Antenneneignern bei den zukünftigen Wartungs- und Instandhaltungsservices entgegen. Die fünf an den Verhandlungen beteiligten Antennenbesitzer – von insgesamt 30 Eigentümern – sind reine Finanzinvestoren ohne eigenes operatives Technik-Geschäft. (Mit Material der dpa.)

Quelle: www.computerbild.de

16Mai 2018

von Daniel Bouhs und Kathrin Drehkopf

Die jüngste Eskalation erreicht die Senderverantwortlichen in einer knappen E-Mail. Man möge doch bitte notieren, dass „wir unseren von Regulierung bedrohten Geschäftsbetrieb einstellen und unsere Antennen abbauen“ werden, schreibt Axel Sartingen, einer jener fünf Investoren, die vor wenigen Monaten erst in das Geschäft mit der UKW-Verbreitung eingestiegen sind und den Radio-Markt in große Aufregung versetzt haben. Tatsächlich droht die Abschaltung vieler Sender in diesem Sommer – privater wie öffentlich-rechtlicher.

Sendern droht Abschaltung
„Es hat schlicht und ergreifend niemand wirklich erwartet, dass es zu dieser Situation kommen wird“, sagt Nico Nickel, der sich um die medienpolitischen Angelegenheiten der großen Privatsendergruppe Regiocast in Leipzig kümmert. Sender wie das sächsische PSR, aber auch Programme des Deutschlandradios, des MDR und des NDR droht Funkstille auf dem nach wie vor zentralen Verbreitungsweg, vor allem in östlichen Bundesländern.

Gegenüber ZAPP fasst Regiocast-Lobbyist Nickel den bislang einmaligen Vorgang zusammen: „Hier ist kritische Infrastruktur privatisiert worden ohne sich Gedanken darüber zu machen, was ist, wenn irgendjemand anfängt mit dieser kritischen Infrastruktur zu spielen.“
Privatisierung „kritischer Infrastruktur“
Hintergrund ist der plötzliche Verkauf von UKW-Antennen. Sie sind Teil des Sendenetzes – neben dem Kabel, das Programme von Sendern zum Funkturm bringt. Früher war dies alles in staatlicher Hand – über Telekom und Post. Nach der Privatisierung dieses Marktes gingen die Sendenetze zu weiten Teilen an die Media Broadcast, die der Freenet-Gruppe gehört.
Das Bundeskartellamt entschied aber: Der Markt muss aufgeteilt werden. Deshalb gibt es heute zwei neue Sendenetzbetreiber, die sich die Antennen aber zunächst bei der Media Broadcast mieten mussten. Die entschied schließlich, aus dem UKW-Geschäft auszusteigen und verkaufte ihre Antennen. Einige gingen an Sender, der Großteil an fünf Investoren, die mit dem Rundfunkgeschäft bislang nichts zu tun hatten

Neue Besitzer – neue Preise
Mit den neuen Antennenbesitzern kommen schließlich neue Preise – einige günstiger, andere aber deutlich teurer. Im Schnitt gehen die Mietpreise rund 30 Prozent in die Höhe, beklagen die Sendenetzbetreiber. Die Investoren teilen ZAPP unisono mit: Nur das seien überhaupt marktgerechte Preise. Wer bei den teureren Antennen die alten Preise haben wolle, die auf einer Mischkalkulation basierten, zerstöre das neue Geschäftsmodell.
Die höheren Preise aber will niemand zahlen. Für die beiden neuen Sendenetzbetreiber, die Firmen Uplink und Divicon, bedeuten sie erhebliche Mehrkosten, die sie an die Radiosender weitergeben müssten. Das Problem: Sie haben bereits teils mehrjährige Verträge mit Sendern für die Ausstrahlung ihrer Programme vereinbart. Für ihre Kalkulationen haben sie allerdings auf die alten Preise gesetzt. Die Sendenetzbetreiber zeigen nun mit dem Finger auf die Investoren. „Ich würde so weit gehen, sie Spekulanten zu nennen, weil das, was da passiert, ist spekulieren“, sagt etwa Uplink-Geschäftsführer Michael Radomski gegenüber ZAPP.

Bis zu zehn Millionen Hörer“ von Abschaltung bedroht
Sendenetzbetreiber und Antennenbesitzer können sich nicht auf neue Preise einigen. Die Landesmedienanstalten hatten zu einem runden Tisch eingeladen, der brachte aber kein Ergebnis. Stattdessen kündigte ein Vertreter der Media Broadcast in einem Interview mit der „Welt“ an: „Bis zu zehn Millionen Hörer“ seien nun von einer Abschaltung bedroht.

„Bis Ende Juni machen wir den Übergangsbetrieb“, erklärt Media-Broadcast-Geschäftsführer Wolfgang Kniese zum aktuellen Zeitplan. Die Media Broadcast erfülle damit „letztendlich die Verträge, die andere geschlossen haben, weil die es eben nicht geschafft haben, zeitgerecht Antennen unter Vertrag zu bekommen“ – womit er wiederum Uplink und Divicon meint und die Schuld hier sieht. „Wir als Media Broadcast werden keine Verträge über die Nutzung von Antennen über den 30. Juni hinaus schließen.“

Damit bleibt vorerst das Abschalt-Szenario für UKW-Radio in großen Teilen der Republik. Die betroffenen privaten Sender haben inzwischen die Bundesregierung um Hilfe gerufen. In einem gemeinsamen Brief fordern sie, die Bundesnetzagentur müsse die Antennenpreise regulieren – und damit letztlich die Preissteigerungen begrenzen.

Notregulierung geplant
Die Bundesnetzagentur plant nun eine Notregulierung. Nach ZAPP-Informationen ist für Ende Mai eine Anhörung der Marktteilnehmer im UKW-Streit anberaumt. Für den Juni plant sie laut eines Rundschreibens an die Szene mit dem Erlass „vorläufiger Regulierungsverfügungen“. „Es kann nicht sein, dass die Streitigkeiten auf dem Rücken der Hörerinnen und Hörer ausgetragen werden“, so Fiete Wulff, Sprecher der Bundesnetzagentur. „Wir prüfen auch und wir sind auch in der Lage, vorläufige Maßnahmen bis Anfang Juli in Kraft zu setzen.“
Erste Investoren haben gegenüber ZAPP bereits angekündigt, dass gerichtliche Auseinandersetzungen in diesem Fall „unvermeidlich“ wären. Der UKW-Streit dürfte sich damit noch länger ziehen – selbst, wenn eine Abschaltung zu Ende Juni noch abgewendet werden sollte.
Die Radioszene wirft der Bundesnetzagentur vor, sie habe die Veränderung auf dem UKW-Antennenmarkt verschlafen und so ihren Teil zur Eskalation beigetragen. Dem widerspricht Fiete Wulff: „Die Bundesnetzagentur hat an keiner Stelle die Möglichkeiten, die sie hat, nicht ausgeschöpft. Sonder sie hat zu jedem Moment des gesamten Prozesses alles getan, was sie tun konnte.“

Antennen im Angebot

Bleibt die Frage, wie langfristig mit der Sende-Infrastruktur umgegangen werden sollte. „Jeder Tag, den wir nicht ‚on air‘ sind, ist eine Katastrophe – wirtschaftlich als auch mit Blick auf den Hörermarkt“, mahnt Regiocast-Lobbyist Nickel. Und der technische Direktor des MDR, Ulrich Liebenow, der selbst einst für die Media Broadcast gearbeitet hat, warnt: „Man könnte auch weitere Elemente der Übertragungskette verkaufen.“ So seien auch DAB+ und DVB-T gefährdet, also die digitalen Hörfunk- und Fernsehsignale über Antenne.
Der verärgerte Investor Sartingen, der nun trotzig wieder aus dem UKW-Geschäft aussteigen möchte, hat einen Tipp parat. „Der Urfehler war doch, die einst staatlichen Rundfunknetze zu verkaufen“, sagt er in einem Telefonat mit ZAPP. Er sieht nun die Sender in der Pflicht. Sie könnten doch die Antennen kaufen, die für die Ausstrahlung ihrer Programme gebraucht würden. Sartingen: „Wer seine eigene Infrastruktur nicht kaufen will, hat einen strategischen Fehler gemacht.“ Passenderweise hat er nun Antennen im Angebot.
Update vom 20. Juni 2018: In der Pressemitteilung vom 19. Juni 2018 erklärt die Bundesnetzagentur, dass sich die Marktakteure im UKW-Streit auf Eckpunkte für einen neuen Vertrag geeinigt haben.

Quelle: www.ndr.de

14Mai 2018

Der Beirat sorgt sich weiterhin um die Fortführung des UKW-Betriebs infolge des Verkaufs der UKW-Infrastrukturen durch das bisher marktführende Unternehmen und verweist insoweit auch auf seine Beschlussfassung in der Sitzung am 12. März 2018.

Der Verkauf könnte massive Auswirkungen auf den Infrastrukturwettbewerb und somit letztlich auch auf die Hörfunklandschaft in Deutschland haben. Insbesondere die letzten Wochen haben gezeigt, dass sich einige Marktakteure ihrer besonderen Verantwortung für die Belange des Rundfunks offenbar nicht bewusst, sondern stattdessen bereit sind, ihre ökonomischen Interessen kompromisslos auf dem Rücken der Hörerinnen und -hörer auszutragen. Insbesondere die in der letzten Zeit ausgesprochenen Abschaltandrohungen sind ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Rundfunks und nicht akzeptabel.

Der Beirat begrüßt und unterstützt, dass die Bundesnetzagentur prüft ob und ggf. wie insbesondere die Erwerber der Antennen einer telekommunikationsrechtlichen Marktregulierung unterworfen werden könnten. Der Beirat bestärkt die Bundesnetzagentur darin, diese Verfahren zügig und konsequent fortzuführen. Er nimmt zustimmend zur Kenntnis, dass die Bundesnetzagentur angekündigt hat, dass rechtzeitig vor dem 30. Juni – alle Entscheidungen vorliegen sollen.

Radio ist nicht ein beliebiges Wirtschaftsgut. Eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Radio- bzw. UKW-Empfang ist auch für die Medienvielfalt und den Meinungspluralismus unbedingt notwendig. Deshalb appelliert der Beirat auch ausdrücklich an alle Akteure auf den UKW-Märkten, sich ihrer jeweiligen besonderen Verantwortung für den Rundfunk zu stellen. Sollten die Marktakteure nicht zu einvernehmlichen Lösungen kommen, muss die Regulierung und ggf. auch das Bundeskartellamt eingreifen.

Unabhängig davon regt der Beirat an zu prüfen, ob mit gesetzlichen Maßnahmen ein Weiterbetrieb der UKW-Antennen gewährleistet werden kann.

Der Beirat stellt zudem fest, dass die Ziele der flächendeckenden Rundfunkversorgung, der Wettbewerbsförderung sowie des Verbraucherschutzes nicht nur im Hinblick auf die aktuell noch wichtige UKW-Verbreitung sondern perspektivisch auch für den digitalen Rundfunk in vollem Umfang gewahrt und unterstützt werden müssen.

Quelle: www.bundesnetzagentur.de

08Mai 2018

Folge könnte sein, dass Hörer künftig nicht mehr ihren Lieblingssender über UKW empfangen können – wobei eine erste Gerichts-Entscheidung anderes vermuten lässt.

MAINZ – Die Radiomacher streiten mit den Betreibern von UKW-Antennen: Es geht um höhere Beiträge. Die Folge könnte sein, dass Hörer künftig nicht mehr ihren Lieblingssender über UKW empfangen können – wobei eine erste Gerichtsentscheidung anderes vermuten lässt.

Bisher gehörte ein Großteil der UKW-Antennen der Media Broadcast, einer ehemaligen Telekom-Tochter. Doch diese hat sich nun von dem Geschäft getrennt. Die Unternehmen, die das Antennen-Netz gekauft haben, verlangen deutlich höhere Gebühren von den Nutzern und wollen diese an lange Verträge binden. Die Verantwortlichen der Sender wehren sich und wollen diese Bedingungen nicht annehmen.

Vorerst bis Ende Juni ist dieser Streit vertagt. So lange gelten die alten Verträge mit der Media Broadcast. Kommt es zu keiner Einigung, dann droht bis zu zehn Millionen Hörern, dass sie künftig ihre UKW-Sender nicht mehr empfangen können, wie der Media Broadcast-Chef Wolfgang Breuer der Welt gesagt hat. Betroffen sind nicht nur private Sender wie Hit Radio FFH oder bigFM, sondern auch öffentlich-rechtliche wie NDR, MDR oder Deutschlandfunk. Nach Angaben der Landesmedienanstalten verfügen über 90 Prozent der Hörer über UKW-Empfang.

Mit der Übergangslösung „haben sich die Beteiligten Zeit verschafft – nicht weniger, aber auch nicht mehr“, sagt Heike Raab (SPD). Die für Medien zuständige rheinland-pfälzische Staatssekretärin ist Koordinatorin der Rundfunkkommission. Für Medienpolitik sind die Länder verantwortlich, für Telekommunikation der Bund.

Raab will vermitteln. Auf ihre Bitte hin tagt kommenden Montag der Beirat der Bundesnetzagentur zu dem Thema. Aber der Einfluss der Politik sei begrenzt: „Am Ende des Prozesses müssen aber Unterschriften unter Verträge gesetzt werden. Den Stift müssen die Beteiligten schon selbst in die Hand nehmen.“

Neben der Politik gibt es noch eine Instanz, die mitredet: Gerichte. Das Landgericht Mainz hat nun eine erste einstweilige Verfügung erlassen: Demnach muss die Radio Rockland-Pfalz Gesellschaft über vier Antennen im Großraum Trier weiter die Signale der Gesellschaft Uplink Network ausstrahlen. Betroffen ist die Übertragung der Sender bigFM, RPR 1 und Deutschlandradio.

Bei der Empfangbarkeit droht ein Flickenteppich

Doch entscheiden die Gerichte, droht ein Flickenteppich, wenn es um den Empfang geht: Dann müssten die Landgerichte jeden Streitfall einzeln entscheiden. Und es ist nicht ausgemacht, dass immer die gleichen Ergebnisse rauskommen. Auch wäre dann völlig offen, wo Sender noch zu empfangen wären – und wo nicht mehr.

Das Landgericht Mainz begründet seine Einzelentscheidung mit einer „marktbeherrschenden Stellung“ des Anbieters. Deswegen müsste dieser der Uplink Network die Ausstrahlung „gegen Zahlung eines angemessenen Entgelts“ ermöglichen. Nur: Was ist angemessen? Und wann hat ein Antennenbesitzer eine marktbeherrschende Stellung?

Die Radiosender, die keine eigenen Antennen besitzen und sich weigern, die erhöhten Preise zu bezahlen, haben die Chance, eigene Antennen aufzustellen. Dann gäbe es auch kein Monopol. Nur: So einfach ist das eben nicht. Denn für eine Antenne braucht es auch einen Turm. Von diesen gibt es aber nicht all zu viele. Und nur der Platz an der Spitze garantiert wirklich einen guten Empfang durch die Antennen.

Die einstweilige Verfügung ist für die Uplink Network nur ein Etappensieg. Denn das Landgericht gesteht nur eine „übergangsweise“ Nutzung zu, längstens bis zum 31. Juli. „Mit den Klagen verschaffen wir uns ein wenig Zeit“, sagt denn auch Geschäftsführer Michael Radomski. Ein Verstummen der Sender müsse verhindert werden: „Es wäre ein einmaliger Vorgang und ein Schlag gegen die Medienvielfalt, wenn es Ende Juni zur großen Abschaltewelle kommt.“

Die Bundesnetzagentur setzt die Betreiber der Antennen unter Druck, sich zu einigen. So hat sie erklärt, prüfen zu wollen, welche Anbieter über „beträchtliche Marktmacht verfügen“. Diese wolle sie zu einem „diskriminierungsfreien Zugang“ zu den Antennen zwingen. Einfacher ausgedrückt: zu angemessenen Preisen. Denn: „Wir werden darauf achten, dass der seit dem Verkauf der UKW-Antennen andauernde Streit nicht auf dem Rücken der Hörer ausgetragen wird.“

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de