30Jun 2016

Frankfurt/Wiesbaden, 30.06.2016 – Der Düsseldorfer Sendernetzbetreiber UPLINK Network GmbH hat in der vergangenen Woche den Betrieb zweier UKW-Gleichwellenfrequenzen in den Städten Frankfurt und Wiesbaden übernommen. In der deutschen Rundfunklandschaft eher ungewöhnlich wird an beiden Standorten mit der 101,4 MHz eine identische Frequenz abgestrahlt, die sich zu einem einzigen Empfangsgebiet verbindet.

Foto GPS UPLINKMöglich wird der Betrieb durch den Einsatz moderner, digitaler Technik der Hersteller Worldcast aus Frankreich (UKW-Sender) und 2wcom aus Flensburg (Signalzuführung) die mittels Satelliten-Synchronisation in der Lage ist, die Aussendung der UKW-Wellen mikrosekundengenau aufeinander abzustimmen. Die Herausforderung bei der Planung und dem Betrieb eines Gleichwellennetzes ist der Umgang mit den Überschneidungszonen, in denen sich die Signale der einzelnen Sender treffen. Hier entstehen Interferenzen, die sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf den Empfang besitzen. Die regionale Aussteuerung dieser zwar räumlich verschiebbaren, aber nicht zu verhindernden Interferenzen ist die eigentliche Kunst beim Betrieb einer Gleichwelle. Dies ist durch moderne und zentral steuerbare Sendetechnik in Verbindung mit umfangreichen Messfahrten heute wesentlich einfacher als in der Vergangenheit.

Nutznießer der Technologie, die es ermöglicht, bestehende Sendegebiete trotz mangelnder neuer Frequenzen zu erweitern, ist der Programmveranstalter Radio BOB. Unterstützt wird das Projekt durch die hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR).

Entwicklungsleiter Ansgar Beeg von UPLINK freut sich über den reibungslosen Start der Ausstrahlung: „Meines Wissens, ist das der einzige echte UKW-Gleichwellenbetrieb in Deutschland. Wir hatten das Projekt vorab vollständig in unserem Labor in Düsseldorf aufgebaut, aber die Eigenheiten einer solchen Technik zeigen sich tatsächlich erst im Echtbetrieb. Zwar gab es an den Standorten schon vorher eine Gleichwelle, die aber auf alter Technik basierte, von der wir überhaupt nichts nutzen konnten. Die eingesetzte digitalen Komponenten machen aber gerade jetzt am Anfang die Optimierung des Betriebs sehr einfach.“

Auf Basis der nun in Hessen gewonnenen Erfahrung will UPLINK nun auch an anderen Stellen den Einsatz der UKW-Gleichwellentechnik prüfen.