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18Okt 2018
Uplink-Gründer Michael Radomski
Uplink-Gründer Michael Radomski

Bislang hat sich der Düsseldorfer UKW-Übertragungsdienstleister Uplink auf den Ausbau seines bundesweiten Antennennetzes konzentriert. Jetzt drängt Firmengründer Michael Radomski ins Internet der Dinge. Er will das weit verbreitete Antennennetz nutzen, um Daten von Sensoren abzurufen, die in der Lebensmittelindustrie oder bei Smart Home-Anwendungen eingesetzt werden. Dazu ist er eine Technologie-Partnerschaft eingegangen.

Michael Radomski ist ein Mann, der den richtigen Riecher fürs Geschäft hat. Als vor sechs Jahren der Telekommunikationsmarkt liberalisiert wurde und die restriktive Vergabe von Senderechten schlagartig endete, witterte der gebürtige Niederrheiner seine große Chance. Er stieg in den bis dato vom Quasi-Monopolisten Media Broadcast beherrschten Übertragungsmarkt für UKW-Antennen ein. Trotz Nackenschläge von der Konkurrenz schaffte es der ehemalige Drillisch-Manager, in der Branche Tritt zu fassen und das Monopol zu knacken.

Heute ist der 44-Jährige mit seiner Düsseldorfer Firma Uplink Network Herr über ein Reich von mehr als 400 Antennen für Rundfunk auf Ultrakurzwelle (UKW), mit denen mehr als 700 Sender ihre Programme zu den Hörern bringen. Darunter sind Stadtradios aus Hagen, Leverkusen und Euskirchen und Regionalsender wie Radio Sauerland oder Radio-Schleswig-Holstein. Vor einem Jahr gelang ihm ein millionenschwerer Coup. Die ARD übertrug dem gewieften Unternehmer den Netzbetrieb für diverse Radioprogramme – vom MDR, RBB bis zum Saarländischen Rundfunk. Weitere Radiopartner kamen hinzu. Dadurch beherrscht er inzwischen knapp 50 Prozent des Übertragungsmarktes.

Nun will der Radiospezialist in ein neues Geschäftsfeld einsteigen, um das Wachstum seiner Firma voranzutreiben. Er plant, im Internet der Dinge – kurz IoT – Fuß zu fassen. Dazu will er das Netz an Antennen nutzen, um für Unternehmen Daten von Sensoren abzurufen – beispielsweise um die Temperaturen beim Transport von Lebensmitteln abzurufen oder für Smart Home-Anwendungen. Dazu geht Radomski eine Partnerschaft mit dem polnischen UKW-Dienstleister BCast ein, der bereits über die Technologie verfügt. “Bcast und Uplink sind junge, sehr innovative Technologie-dienstleister, die in ihrem jeweiligen Markt das bestehende Monopol aufgebrochen haben. Mit der nun geschlossenen Kooperation wollen wir unsere gewonnenen Erfahrungen austauschen, uns vor allem aber gegenseitig bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Technologien unterstützen“, erklärt der Uplink-Chef. BCast-Chef Maciej Lipinski ergänzt: „”Wir haben unsere eigene digitale Funklösung für DAB + sowie eine IoT Sende- und Empfangslösung entwickelt, die wir nun gemeinsam mit Uplink auch in den deutschen Markt bringen wollen“. Eine entsprechende Vereinbarung besiegelten beide Unternehmen jüngst auf der Wirtschaftskonferenz NRW-Polen in Warschau – im Beisein des Landesministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Stephan Holthoff-Pförtner.

Der Aufbruch in das neue Geschäftsfeld könnte Uplink einen kräftigen Wachstumsschub bescheren. Davon dürften auch die namhaften Mitgesellschafter profitieren – darunter der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling oder der Focus-Gründer Helmut Markwort, der an Rundfunkstationen wie Radio Bayern beteiligt ist.

Quelle: www.meedia.de

04Okt 2018

Wo die Vorteile der verschiedenen Übertragungswege liegen

Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH

Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH [Quelle: UPLINK]


„Der Rundfunkmarkt wird sicherlich heterogener werden“, schätzt Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH, ein. Der Sendernetzbetreiber will sich auch mit Blick auf die Abschaltung zweier UKW-Sender beim Deutschlandradio nicht an Auseinandersetzungen um DAB+beteiligen. Jeder Übertragungsweg bietet aus seiner Sicht Vorteile.


In zwei Regionen sind die Deutschlandradio-Programme künftig nicht mehr per UKW zu empfangen und sollen vor allem über DAB+ Hörer erreichen. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für den digitalen Übertragungsstandard?
Als reiner technischer Dienstleister sehen wir für uns erstmal keinen großen Unterschied zwischen UKW und DAB+. Wir beteiligen uns auch an den – teils von den Beteiligten ideologisch geführten – Auseinandersetzungen um DAB+ nicht. Welche Programme oder technischen Empfangswege der Radiohörer nutzt, sollte aus unserer ordnungspolitischen Sicht einzig und alleine die Entscheidung des Konsumenten bleiben.

Wenn Deutschlandradio an zwei sicherlich sehr speziell gelegenen Standorten – nämlich in der Nordsee und in den Alpen – die UKW-Verbreitung einstellt, hat das für den durchschnittlichen Hörer wohl nur wenig Konsequenzen. Entweder weicht er auf andere UKW-Programme aus oder er nutzt einen alternativen Empfangsweg. Ob sich nun tatsächlich viele Einwohner der betroffenen Regionen ein DAB+ Radio kaufen, um weiter Deutschlandradio zu hören, ist eine spannende Frage. Ein Stammhörer wird seine Lieblingssendung nun vielleicht auch einfach online streamen, ein Gelegenheitshörer vielleicht aber fortan auf UKW einen anderen öffentlich-rechtlichen oder privaten Sender hören.

Die Durchdringung mit DAB+ Geräten ist in den letzten Jahren stark gestiegen – auf nun deutschlandweite 18,1 %. Wie bewerten Sie den Schritt des Deutschlandradios im Lichte dieser Entwicklung?
Technische Reichweite – also die Durchdringung von Haushalten mit einem technischen Medium – sagt überhaupt nichts über die tatsächliche Nutzung aus. Nach dieser Logik würde sich unsere Bevölkerung ausschließlich von Konserven ernähren, denn die technische Reichweite von Dosenöffnern in deutschen Haushalten liegt bei 100%. So gesehen sind 18% sogar bitter wenig, denn onlinefähige Endgeräte oder sowieso UKW-Radios liegen irgendwo Richtung 80 bis 100%. Wenn UKW plötzlich oder zukünftig einfach wegfallen würde – was ziemlich ausgeschlossen ist – wäre erstmal zu vermuten, dass Audio in der Masse gestreamt wird.

Gerade bei jüngeren Zielgruppen ist IP-basierte Radionutzung im Kommen – was bedeutet es für DAB+, wenn immer mehr Menschen via Internet Radio hören? 
Ist DAB+ ein reines Brückenmedium, also eine Übergangslösung? Wir wissen es nicht, aber viel spricht dafür. Technisch gesehen ist ein deutschlandweit einheitliches Programm wie Deutschlandradio über DAB+ günstiger zu verbreiten als über UKW. Bei kleinzelligen Strukturen, also dem klassischen Lokalradio, ist UKW wiederum führend. In beiden Fälle müssen jedenfalls teure Sender und Antennen betrieben werden. Die Veröffentlichung im Internet kostet erstmal wenig und eröffnet den Weg zu Milliarden von Menschen weltweit. Stark genutzte Inhalte brauchen aber entsprechende Server und der Nutzer zahlt auch für sein Datenvolumen. Dabei besteht auch noch gleichzeitig die konkrete Gefahr, dass lokale und regionale Inhalte in der Masse untergehen. Unser Fazit ist, dass jedes Medium seine Vor- und Nachteile besitzt und alle Verbreitungswege – dazu gehören ja auch noch Satellit, Kabel oder LTE Broadcast – nebeneinander sinnvolle Einsatzgebiete besitzen.

Am Ende ist die Frage aber doch, was der Hörer und der Markt wollen. Der Rundfunkmarkt wird sicherlich heterogener werden. Dabei stellt sich aber auch die Frage, wie die bisherigen Veranstalter mit einem kostenträchtigen Doppelbetrieb von UKW- und DAB+ im Rahmen dieser Veränderungen klarkommen, während sie gleichzeitig neuen Wettbewerb durch Streaming erhalten.

Ab 2021 will Deutschlandradio weitere UKW-Sender außer Betrieb nehmen. Kommt dann einen neue UKW-Abschaltdebatte?
Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur sind gebührenfinanzierte und bundesweit einheitliche Programme. Ein Rückzug aus kostenträchtigen lokalen Füllfrequenzen macht finanziell durchaus Sinn und hat wohl nur wenig Einfluss auf die Medienlandschaft in Deutschland. So einen Schritt würde ein werbefinanziertes, privates Programm wohl gar nicht oder auch nur in extrem dünn besiedelten Regionen gehen. Attraktive, starke UKW-Frequenzen wird aus unserer Sicht wohl keiner freiwillig aufgeben und sie dabei dann womöglich anderen Anbietern überlassen.

Ob DAB+ und die damit einhergehenden Kosten einen Vorteil gegenüber der bestehenden UKW-Verbreitungsstruktur besitzen, ist eine Frage des Blickwinkels. Ob ein Simultanbetrieb, also der parallele Betrieb von zwei Rundfunknetzen mit UKW und DAB+, sinnvoll ist und wie er finanziert werden soll, ist eher eine politische Frage. Die Frage nach einer UKW-Abschaltung, die vornehmlich dem Verbreitungsweg Streaming nutzen würde, halten wir jedenfalls für kontraproduktiv.

Quelle: www.meinungsbarometer.info

20Sep 2018

Der Düsseldorfer Sendernetzbetreiber UPLINK Network GmbH hat am 17. September auf der Broadcast-Messe IBC in Amsterdam den “STAR USER AWARD” von Senderhersteller WORLDCAST SYSTEMS aus Frankreich erhalten. Grund dafür ist die Abnahme von über 600 UKW-Sendersystemen in allen Größenklassen zwischen 100 und 10.000 Watt Sendeleistung im Jahr 2018.

Mit dem dahinter stehenden Projekt ist UPLINK in Deutschland zum größten UKW-Sendernetzbetreiber aufgestiegen und hat sich für WORLDCAST damit in 2018 als stärkster Einzelkunde mit einem Gesamtabnahmevolumen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro Betrags positioniert. UPLINK stattet mit diesem Invest u.a. die Radioveranstalter Deutschlandradio, radio NRW, die REGIOCAST Gruppe, RBB, NDR, bigFM, RPR1, Radio Regenbogen und viele andere Anbieter in ganz Deutschland mit modernster Übertragungstechnik aus.

Über die Preisverleihung freuen sich (v.l.n.r.) Gregory Mercier (Head of Product & Marketing WCS), Ansgar Beeg (Leiter Technik & Entwicklung UPLINK), Christophe Poulain (Co-President WCS), Michael Radomski (Geschäftsführer/CEO UPLINK), Thomas Weiner (Geschäftsführer/COO UPLINK).

Quelle: www.radioszene.de

16Jul 2018

Nach der Einigung im UKW-Antennenstreit zwischen den Erwerbern der UKW-Antennen und den Sendernetzbetreibern geht nun der Austausch der eigentlichen UKW-Sender voran. Dienstleister UPLINK Network GmbH aus Düsseldorf, der etwa 50% der vormals durch den Ex-Monopolisten und Bundespostnachfolger Media Broadcast GmbH betriebenen Sender verantwortet, meldet nun schnell voranschreitende Umstellungen an Funktürmen in ganz Deutschland. „Wir ersetzen derzeit 30 bis 40 UKW-Sender der Media Broadcast pro Woche und wollen diese Zahl im Juli noch einmal deutlich steigern“, verdeutlicht der für den Betrieb verantwortliche Geschäftsführer Thomas Weiner von UPLINK den durch den nun behobenen UKW-Antennenstreit bislang aufgehaltenen Projektfortschritt. „Wir werden bis Ende September mit dem gesamten Projekt – das für UKW mit Abstand das größte weltweit ist – fertig sein,“, zeigt Weiner die Zeitschiene auf, „bereits Ende August wollen wir am Berliner Funkturm, dem Alex, unseren größten Standort umstellen.“

Insgesamt installiert UPLINK derzeit 700 UKW-Sender an etwa 300 Standorten in ganz Deutschland. Kunden wie zum Beispiel Deutschlandradio, NDR, RBB, radio NRW, big FM erhalten in diesem Zusammenhang aktuell Digitaltechnologie, die besonderer Energie- und Wartungs-Effizienz ermöglicht. Dies führe vor allem zu sinkenden Kosten für die Radioveranstalter, aber auch zu besserer Qualität und geringerer Ausfallsquote für die Hörer.

UPLINK Standort Röbeln/MV

„Unser bislang größter Standort liegt in Röbeln, nahe der Müritz, mitten in Mecklenburg-Vorpommern. Von dort strahlen wir praktisch alle UKW-Programme in dieser Region ab: NDR 1 bis NDR 4, NDR JOY; Ostseewelle, Antenne Mecklenburg-Vorpommern sowie Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur“, verdeutlicht Unternehmensgründer Michael Radomski, den Umfang des Betriebs an dem neuen Standort.

Michael Radomski (Bild: UPLINK GmbH)

„Insgesamt also 9 UKW-Frequenzen mit Sendern aller Größenklassen und Komplexitätsstufen. Unser Stromverbrauch beträgt dort weit über 100 Kilowattstunden pro Jahr, das liegt deutlich über dem Verbrauch von 25 Einfamilienhäusern mit jeweils 4 Personen, ist aber jetzt deutlich geringer als vor der Umstellung. Hier wird jetzt signifikant Strom, Geld und am Ende auch CO2 eingespart.“
UPLINK hat sich im Rahmen einer seit 2014 laufenden Marktliberalisierung der Bundesnetzagentur zum größten deutschen UKW-Betreiber entwickelt. Durch den Verkauf der regulierten UKW-Antennen des Ex-Monopolisten Media Broadcast GmbH aus Köln an im Wesentlichen fünf große Investoren hatte es erhebliche Unruhe im Markt gegeben, da die neuen Eigentümer massive Kostensteigerungen durchsetzen wollten. Unter Moderation der Bundesnetzagentur, die bereits eine erneute Regulierung in Gang gesetzt hatte, einigten sich nun aber alle Marktakteure auf auskömmliche Verträge und Konditionen.

Quelle: www.radioszene.de

07Jul 2018

Der monatelange Streit um die bundesweite Ausstrahlung von Radioprogrammen über UKW ist beigelegt.

Die Betreiber von rund 700 UKW-Antennen einigten sich mit den Sendenetzbetreibern, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Deren Präsident Homann sagte, alle Beteiligten seien in einigen Punkten an ihre jeweiligen Schmerzgrenzen gegangen. Die Politik müsse prüfen, ob durch eine Anpassung der Rechtslage vergleichbare Fälle in Zukunft verhindert werden können, so Homann.

Zwischenzeitlich hatten die Antennenbetreiber damit gedroht, die Ausstrahlung zu unterbrechen. Davon wären Millionen Radiohörer in Deutschland betroffen gewesen.

Diese Nachricht wurde am 07.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Quelle: www.deutschlandfunk.de

20Jun 2018

Noch im April 2018 drohte rund zehn Millionen UKW-Radiohörern der Blackout. Nach harten Verhandlungen haben sich die streitenden Firmen nun auf einen Kompromiss geeinigt.

Streit um Nutzungsgebühren: Nach zähen Verhandlungen hat man einen Kompromiss zum UKW-Radio gefunden.
Das Schreckensszenario einer UKW-Abschaltung in Deutschland ist abgewendet. In dem erbittert geführten Streit um Nutzungsgebühren für die UKW-Antennen von Hörfunksendern haben sich jetzt fünf Antenneneigentümer mit den Sendernetzbetreibern auf Eckpunkte für eine vertragliche Regelung geeinigt. Das teilte die Bundesnetzagentur am 19. Juni 2018 mit. „Alle UKW-Marktakteure haben sich bewegt und sind aufeinander zugegangen“, erklärte der ehemalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl, der die Verhandlungen moderiert hatte. Die vereinbarten Eckpunkte böten eine gute Grundlage dafür, dass es im nächsten Schritt zu Verträgen komme und man damit den Streit um die Antennen dauerhaft beigelege. „Dann müssen die Hörerinnen und Hörer keine Abschaltungen mehr befürchten.“

UKW-Radio: Warum der Streit?
Hintergrund des Streits ist, dass sich der Dienstleister Media Broadcast aus dem Geschäft mit den UKW-Antennen und Sendeanlagen zurückgezogen hat, weil er die finanziellen Rahmenbedingungen der Regulierungsbehörden nicht mehr attraktiv genug fand. Die Media Broadcast gehört zur börsennotierten Freenet Group. Als UKW-Sendedienstleister agieren nun vor allem die Firmen Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig. Die an den Sendemasten montierten Antennen hatte die Media Broadcast hauptsächlich an Finanzinvestoren verkauft. Diese verlangten ursprünglich zum Teil deutlich mehr Geld für die Nutzung der Antennen, weil sie nicht mehr unter die Regulierung fallen. Uplink und Divicon hielten die höheren Preise für völlig überzogen und weigerten sich, die geforderten Summen zu zahlen.

Wen hätte die UKW-Abschaltung getroffen?
Von einem möglichen UKW-Blackout waren etliche Hörfunksender bedroht – neben privaten Radiostationen auch der MDR, der NDR in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschlandradio. In Berlin und Brandenburg war teilweise der rbb betroffen. Sie betreiben keine eigene Sende-Infrastruktur. Im Laufe der Verhandlungen hatte sich die Bundesnetzagentur auf eine erneute Regulierung des UKW-Marktes vorbereitet. Nach dem nun erzielten Kompromiss hat man aber eine für den 22. Juni 2018 angesetzte Verhandlung aufgehoben. „Alle Beteiligten haben Verantwortung gezeigt und damit eine Lösung ermöglicht“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Er gehe davon aus, dass sich die konkreten Verträge jetzt schnell vereinbaren und sich damit regulatorische Eingriffe vermeiden lassen.

UKW-Markt: Die historischen Hintergründe
Das UKW-Geschäft gehörte ursprünglich der Deutschen Bundespost und gelangte mit der Privatisierung der Post Ende der 80er-Jahre zur Deutschen Telekom. Diese gründete den UKW-Betrieb in die Media Broadcast aus, die über verschiedene Stationen 2016 bei der Freenet Group landete. Mit dem Rückzug der Media Broadcast aus dem UKW-Markt und der Aufspaltung von Antennen- und Sendebetrieb entfiel auch die ursprüngliche Regulierung durch die Bundesnetzagentur. Media Broadcast dementierte Marktgerüchte, man sei jetzt den neuen Antennenbesitzern beim ursprünglich vereinbarten Kaufpreis entgegengekommen. „Wir haben über unseren Beitrag zur Einigung im UKW-Streit Vertraulichkeit vereinbart. Wir können aber so viel sagen, dass es keinerlei rückwirkenden Anpassung oder nachträgliche Kaufpreisreduzierung gegeben hat“, erklärte ein Firmensprecher. Dem Vernehmen nach kommt Media Broadcast den Antenneneignern bei den zukünftigen Wartungs- und Instandhaltungsservices entgegen. Die fünf an den Verhandlungen beteiligten Antennenbesitzer – von insgesamt 30 Eigentümern – sind reine Finanzinvestoren ohne eigenes operatives Technik-Geschäft. (Mit Material der dpa.)

Quelle: www.computerbild.de

16Mai 2018

von Daniel Bouhs und Kathrin Drehkopf

Die jüngste Eskalation erreicht die Senderverantwortlichen in einer knappen E-Mail. Man möge doch bitte notieren, dass „wir unseren von Regulierung bedrohten Geschäftsbetrieb einstellen und unsere Antennen abbauen“ werden, schreibt Axel Sartingen, einer jener fünf Investoren, die vor wenigen Monaten erst in das Geschäft mit der UKW-Verbreitung eingestiegen sind und den Radio-Markt in große Aufregung versetzt haben. Tatsächlich droht die Abschaltung vieler Sender in diesem Sommer – privater wie öffentlich-rechtlicher.

Sendern droht Abschaltung
„Es hat schlicht und ergreifend niemand wirklich erwartet, dass es zu dieser Situation kommen wird“, sagt Nico Nickel, der sich um die medienpolitischen Angelegenheiten der großen Privatsendergruppe Regiocast in Leipzig kümmert. Sender wie das sächsische PSR, aber auch Programme des Deutschlandradios, des MDR und des NDR droht Funkstille auf dem nach wie vor zentralen Verbreitungsweg, vor allem in östlichen Bundesländern.

Gegenüber ZAPP fasst Regiocast-Lobbyist Nickel den bislang einmaligen Vorgang zusammen: „Hier ist kritische Infrastruktur privatisiert worden ohne sich Gedanken darüber zu machen, was ist, wenn irgendjemand anfängt mit dieser kritischen Infrastruktur zu spielen.“
Privatisierung „kritischer Infrastruktur“
Hintergrund ist der plötzliche Verkauf von UKW-Antennen. Sie sind Teil des Sendenetzes – neben dem Kabel, das Programme von Sendern zum Funkturm bringt. Früher war dies alles in staatlicher Hand – über Telekom und Post. Nach der Privatisierung dieses Marktes gingen die Sendenetze zu weiten Teilen an die Media Broadcast, die der Freenet-Gruppe gehört.
Das Bundeskartellamt entschied aber: Der Markt muss aufgeteilt werden. Deshalb gibt es heute zwei neue Sendenetzbetreiber, die sich die Antennen aber zunächst bei der Media Broadcast mieten mussten. Die entschied schließlich, aus dem UKW-Geschäft auszusteigen und verkaufte ihre Antennen. Einige gingen an Sender, der Großteil an fünf Investoren, die mit dem Rundfunkgeschäft bislang nichts zu tun hatten

Neue Besitzer – neue Preise
Mit den neuen Antennenbesitzern kommen schließlich neue Preise – einige günstiger, andere aber deutlich teurer. Im Schnitt gehen die Mietpreise rund 30 Prozent in die Höhe, beklagen die Sendenetzbetreiber. Die Investoren teilen ZAPP unisono mit: Nur das seien überhaupt marktgerechte Preise. Wer bei den teureren Antennen die alten Preise haben wolle, die auf einer Mischkalkulation basierten, zerstöre das neue Geschäftsmodell.
Die höheren Preise aber will niemand zahlen. Für die beiden neuen Sendenetzbetreiber, die Firmen Uplink und Divicon, bedeuten sie erhebliche Mehrkosten, die sie an die Radiosender weitergeben müssten. Das Problem: Sie haben bereits teils mehrjährige Verträge mit Sendern für die Ausstrahlung ihrer Programme vereinbart. Für ihre Kalkulationen haben sie allerdings auf die alten Preise gesetzt. Die Sendenetzbetreiber zeigen nun mit dem Finger auf die Investoren. „Ich würde so weit gehen, sie Spekulanten zu nennen, weil das, was da passiert, ist spekulieren“, sagt etwa Uplink-Geschäftsführer Michael Radomski gegenüber ZAPP.

Bis zu zehn Millionen Hörer“ von Abschaltung bedroht
Sendenetzbetreiber und Antennenbesitzer können sich nicht auf neue Preise einigen. Die Landesmedienanstalten hatten zu einem runden Tisch eingeladen, der brachte aber kein Ergebnis. Stattdessen kündigte ein Vertreter der Media Broadcast in einem Interview mit der „Welt“ an: „Bis zu zehn Millionen Hörer“ seien nun von einer Abschaltung bedroht.

„Bis Ende Juni machen wir den Übergangsbetrieb“, erklärt Media-Broadcast-Geschäftsführer Wolfgang Kniese zum aktuellen Zeitplan. Die Media Broadcast erfülle damit „letztendlich die Verträge, die andere geschlossen haben, weil die es eben nicht geschafft haben, zeitgerecht Antennen unter Vertrag zu bekommen“ – womit er wiederum Uplink und Divicon meint und die Schuld hier sieht. „Wir als Media Broadcast werden keine Verträge über die Nutzung von Antennen über den 30. Juni hinaus schließen.“

Damit bleibt vorerst das Abschalt-Szenario für UKW-Radio in großen Teilen der Republik. Die betroffenen privaten Sender haben inzwischen die Bundesregierung um Hilfe gerufen. In einem gemeinsamen Brief fordern sie, die Bundesnetzagentur müsse die Antennenpreise regulieren – und damit letztlich die Preissteigerungen begrenzen.

Notregulierung geplant
Die Bundesnetzagentur plant nun eine Notregulierung. Nach ZAPP-Informationen ist für Ende Mai eine Anhörung der Marktteilnehmer im UKW-Streit anberaumt. Für den Juni plant sie laut eines Rundschreibens an die Szene mit dem Erlass „vorläufiger Regulierungsverfügungen“. „Es kann nicht sein, dass die Streitigkeiten auf dem Rücken der Hörerinnen und Hörer ausgetragen werden“, so Fiete Wulff, Sprecher der Bundesnetzagentur. „Wir prüfen auch und wir sind auch in der Lage, vorläufige Maßnahmen bis Anfang Juli in Kraft zu setzen.“
Erste Investoren haben gegenüber ZAPP bereits angekündigt, dass gerichtliche Auseinandersetzungen in diesem Fall „unvermeidlich“ wären. Der UKW-Streit dürfte sich damit noch länger ziehen – selbst, wenn eine Abschaltung zu Ende Juni noch abgewendet werden sollte.
Die Radioszene wirft der Bundesnetzagentur vor, sie habe die Veränderung auf dem UKW-Antennenmarkt verschlafen und so ihren Teil zur Eskalation beigetragen. Dem widerspricht Fiete Wulff: „Die Bundesnetzagentur hat an keiner Stelle die Möglichkeiten, die sie hat, nicht ausgeschöpft. Sonder sie hat zu jedem Moment des gesamten Prozesses alles getan, was sie tun konnte.“

Antennen im Angebot

Bleibt die Frage, wie langfristig mit der Sende-Infrastruktur umgegangen werden sollte. „Jeder Tag, den wir nicht ‚on air‘ sind, ist eine Katastrophe – wirtschaftlich als auch mit Blick auf den Hörermarkt“, mahnt Regiocast-Lobbyist Nickel. Und der technische Direktor des MDR, Ulrich Liebenow, der selbst einst für die Media Broadcast gearbeitet hat, warnt: „Man könnte auch weitere Elemente der Übertragungskette verkaufen.“ So seien auch DAB+ und DVB-T gefährdet, also die digitalen Hörfunk- und Fernsehsignale über Antenne.
Der verärgerte Investor Sartingen, der nun trotzig wieder aus dem UKW-Geschäft aussteigen möchte, hat einen Tipp parat. „Der Urfehler war doch, die einst staatlichen Rundfunknetze zu verkaufen“, sagt er in einem Telefonat mit ZAPP. Er sieht nun die Sender in der Pflicht. Sie könnten doch die Antennen kaufen, die für die Ausstrahlung ihrer Programme gebraucht würden. Sartingen: „Wer seine eigene Infrastruktur nicht kaufen will, hat einen strategischen Fehler gemacht.“ Passenderweise hat er nun Antennen im Angebot.
Update vom 20. Juni 2018: In der Pressemitteilung vom 19. Juni 2018 erklärt die Bundesnetzagentur, dass sich die Marktakteure im UKW-Streit auf Eckpunkte für einen neuen Vertrag geeinigt haben.

Quelle: www.ndr.de

14Mai 2018

Der Beirat sorgt sich weiterhin um die Fortführung des UKW-Betriebs infolge des Verkaufs der UKW-Infrastrukturen durch das bisher marktführende Unternehmen und verweist insoweit auch auf seine Beschlussfassung in der Sitzung am 12. März 2018.

Der Verkauf könnte massive Auswirkungen auf den Infrastrukturwettbewerb und somit letztlich auch auf die Hörfunklandschaft in Deutschland haben. Insbesondere die letzten Wochen haben gezeigt, dass sich einige Marktakteure ihrer besonderen Verantwortung für die Belange des Rundfunks offenbar nicht bewusst, sondern stattdessen bereit sind, ihre ökonomischen Interessen kompromisslos auf dem Rücken der Hörerinnen und -hörer auszutragen. Insbesondere die in der letzten Zeit ausgesprochenen Abschaltandrohungen sind ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Rundfunks und nicht akzeptabel.

Der Beirat begrüßt und unterstützt, dass die Bundesnetzagentur prüft ob und ggf. wie insbesondere die Erwerber der Antennen einer telekommunikationsrechtlichen Marktregulierung unterworfen werden könnten. Der Beirat bestärkt die Bundesnetzagentur darin, diese Verfahren zügig und konsequent fortzuführen. Er nimmt zustimmend zur Kenntnis, dass die Bundesnetzagentur angekündigt hat, dass rechtzeitig vor dem 30. Juni – alle Entscheidungen vorliegen sollen.

Radio ist nicht ein beliebiges Wirtschaftsgut. Eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Radio- bzw. UKW-Empfang ist auch für die Medienvielfalt und den Meinungspluralismus unbedingt notwendig. Deshalb appelliert der Beirat auch ausdrücklich an alle Akteure auf den UKW-Märkten, sich ihrer jeweiligen besonderen Verantwortung für den Rundfunk zu stellen. Sollten die Marktakteure nicht zu einvernehmlichen Lösungen kommen, muss die Regulierung und ggf. auch das Bundeskartellamt eingreifen.

Unabhängig davon regt der Beirat an zu prüfen, ob mit gesetzlichen Maßnahmen ein Weiterbetrieb der UKW-Antennen gewährleistet werden kann.

Der Beirat stellt zudem fest, dass die Ziele der flächendeckenden Rundfunkversorgung, der Wettbewerbsförderung sowie des Verbraucherschutzes nicht nur im Hinblick auf die aktuell noch wichtige UKW-Verbreitung sondern perspektivisch auch für den digitalen Rundfunk in vollem Umfang gewahrt und unterstützt werden müssen.

Quelle: www.bundesnetzagentur.de

08Mai 2018

Folge könnte sein, dass Hörer künftig nicht mehr ihren Lieblingssender über UKW empfangen können – wobei eine erste Gerichts-Entscheidung anderes vermuten lässt.

MAINZ – Die Radiomacher streiten mit den Betreibern von UKW-Antennen: Es geht um höhere Beiträge. Die Folge könnte sein, dass Hörer künftig nicht mehr ihren Lieblingssender über UKW empfangen können – wobei eine erste Gerichtsentscheidung anderes vermuten lässt.

Bisher gehörte ein Großteil der UKW-Antennen der Media Broadcast, einer ehemaligen Telekom-Tochter. Doch diese hat sich nun von dem Geschäft getrennt. Die Unternehmen, die das Antennen-Netz gekauft haben, verlangen deutlich höhere Gebühren von den Nutzern und wollen diese an lange Verträge binden. Die Verantwortlichen der Sender wehren sich und wollen diese Bedingungen nicht annehmen.

Vorerst bis Ende Juni ist dieser Streit vertagt. So lange gelten die alten Verträge mit der Media Broadcast. Kommt es zu keiner Einigung, dann droht bis zu zehn Millionen Hörern, dass sie künftig ihre UKW-Sender nicht mehr empfangen können, wie der Media Broadcast-Chef Wolfgang Breuer der Welt gesagt hat. Betroffen sind nicht nur private Sender wie Hit Radio FFH oder bigFM, sondern auch öffentlich-rechtliche wie NDR, MDR oder Deutschlandfunk. Nach Angaben der Landesmedienanstalten verfügen über 90 Prozent der Hörer über UKW-Empfang.

Mit der Übergangslösung „haben sich die Beteiligten Zeit verschafft – nicht weniger, aber auch nicht mehr“, sagt Heike Raab (SPD). Die für Medien zuständige rheinland-pfälzische Staatssekretärin ist Koordinatorin der Rundfunkkommission. Für Medienpolitik sind die Länder verantwortlich, für Telekommunikation der Bund.

Raab will vermitteln. Auf ihre Bitte hin tagt kommenden Montag der Beirat der Bundesnetzagentur zu dem Thema. Aber der Einfluss der Politik sei begrenzt: „Am Ende des Prozesses müssen aber Unterschriften unter Verträge gesetzt werden. Den Stift müssen die Beteiligten schon selbst in die Hand nehmen.“

Neben der Politik gibt es noch eine Instanz, die mitredet: Gerichte. Das Landgericht Mainz hat nun eine erste einstweilige Verfügung erlassen: Demnach muss die Radio Rockland-Pfalz Gesellschaft über vier Antennen im Großraum Trier weiter die Signale der Gesellschaft Uplink Network ausstrahlen. Betroffen ist die Übertragung der Sender bigFM, RPR 1 und Deutschlandradio.

Bei der Empfangbarkeit droht ein Flickenteppich

Doch entscheiden die Gerichte, droht ein Flickenteppich, wenn es um den Empfang geht: Dann müssten die Landgerichte jeden Streitfall einzeln entscheiden. Und es ist nicht ausgemacht, dass immer die gleichen Ergebnisse rauskommen. Auch wäre dann völlig offen, wo Sender noch zu empfangen wären – und wo nicht mehr.

Das Landgericht Mainz begründet seine Einzelentscheidung mit einer „marktbeherrschenden Stellung“ des Anbieters. Deswegen müsste dieser der Uplink Network die Ausstrahlung „gegen Zahlung eines angemessenen Entgelts“ ermöglichen. Nur: Was ist angemessen? Und wann hat ein Antennenbesitzer eine marktbeherrschende Stellung?

Die Radiosender, die keine eigenen Antennen besitzen und sich weigern, die erhöhten Preise zu bezahlen, haben die Chance, eigene Antennen aufzustellen. Dann gäbe es auch kein Monopol. Nur: So einfach ist das eben nicht. Denn für eine Antenne braucht es auch einen Turm. Von diesen gibt es aber nicht all zu viele. Und nur der Platz an der Spitze garantiert wirklich einen guten Empfang durch die Antennen.

Die einstweilige Verfügung ist für die Uplink Network nur ein Etappensieg. Denn das Landgericht gesteht nur eine „übergangsweise“ Nutzung zu, längstens bis zum 31. Juli. „Mit den Klagen verschaffen wir uns ein wenig Zeit“, sagt denn auch Geschäftsführer Michael Radomski. Ein Verstummen der Sender müsse verhindert werden: „Es wäre ein einmaliger Vorgang und ein Schlag gegen die Medienvielfalt, wenn es Ende Juni zur großen Abschaltewelle kommt.“

Die Bundesnetzagentur setzt die Betreiber der Antennen unter Druck, sich zu einigen. So hat sie erklärt, prüfen zu wollen, welche Anbieter über „beträchtliche Marktmacht verfügen“. Diese wolle sie zu einem „diskriminierungsfreien Zugang“ zu den Antennen zwingen. Einfacher ausgedrückt: zu angemessenen Preisen. Denn: „Wir werden darauf achten, dass der seit dem Verkauf der UKW-Antennen andauernde Streit nicht auf dem Rücken der Hörer ausgetragen wird.“

Quelle: www.allgemeine-zeitung.de

25Apr 2018

Nach dem Verkauf der UKW-Antennen streiten sich die neuen Eigentümer mit den Sendern – es geht um viel Geld

Der Machtkampf um die Verbreitung des UKWRadios spitzt sich zu. Bereits Anfang April drohte rund zehn Millionen Radiohörern ein UKW-Blackout. Der bisherige Eigentümer hatte die gesamten UKW-Antennen vor wenigen Monaten verkauft. Nun stehen auf der einen Seite die neuen Besitzer der UKW-Antennen, über die Radioprogramme ausgestrahlt werden. Auf der anderen Seite stehen die Betreiber von sogenannten Sendernetzen, die als Dienstleister für Radiosender die technische Übertragung der Senderinhalte übernehmen.

Von diesem Streit, bei dem es um viel Geld geht, sind private wie öffentlichrechtliche Radiosender betroffen, darunter das Deutschlandradio, Radio NRW und der NDR. Eine UKW-Abschaltung in Teilen der Republik konnte zwar Ende März in letzter Minute abgewendet werden – doch das Szenario ist damit nicht vom Tisch.

Denn die beteiligten Unternehmen, die im Kern über die Höhe der Mietpreise für die privatisierten UKW-Antennen streiten, sollen sich zwar auch auf Wunsch der Bundesländer bis Ende Juni einigen. Doch danach sieht es im Moment nicht aus. Zu groß scheinen die Gräben zwischen einer Reihe von neuen Antennenbesitzern und den Netzbetreibern, die von der Nutzung der Antennen abhängig sind.

32 Radioveranstalter aus ganz Deutschland, die täglich 28 Millionen Radiohörer erreichen, darunter Radio FFH, Radio Schleswig-Holstein und Antenne Thüringen, haben den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier darum zum Handeln aufgerufen. In einem Schreiben vom 18. April, das WELT vorliegt, protestieren die privaten Radiosender „gegen die drohende massive und rücksichtslose Abschaltung eines zentralen Mediums der Massenkommunikation“. Nicht nur die Liberalisierung des Radiomarktes sei bedroht, sondern auch die Existenz von Radiounternehmen insgesamt.

Inzwischen hat die für die UKW-Hörfunkfrequenzen zuständige Bundesnetzagentur reagiert. Die Regulierungsbehörde hat in den vergangenen Tagen intensiv geprüft, ob die neuen Eigentümer der Antennen einer Marktregulierung unterworfen werden könnten. „Das ist grundsätzlich möglich“, informierte Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur. Nun müsse geklärt werden, ob es Anbieter auf dem Radiomarkt gibt, die über „beträchtliche Marktmacht“ verfügten, was die Bereitstellung von UKW-Antennen angehe.
Mit anderen Worten: Sie wollen prüfen, ob Antennenbesitzer ihre Position nutzen wollen, um ungerechtfertigt hohe Preise von Netzbetreibern und damit von den Radiosendern zu verlangen. Fest steht für die Netzagentur auf WELT-Nachfrage schon jetzt: „Die Drohung mit einer unmittelbaren flächendeckenden Abschaltung von UKW-Ausstrahlungen ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des deutschen Rundfunkwesens.“
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Die Abschaltung der Sender als Ultima Ratio hatte ursprünglich die Firma Media Broadcast über ihren Chef Wolfgang Breuer in einem WELT-Gespräch ins Spiel gebracht. Media Broadcast war über viele Jahre Besitzer der UKW-Antennen und Sendernetzbetreiber zugleich. Dass diese Firma gleich beide Aufgaben übernommen hatte, liegt daran, dass sie eine Ausgründung der Deutschen Telekom ist, die in Nachfolge der Deutschen Bundespost früher das Monopol auf die UKW-Verbreitung hatte.

Offiziell hat sich Media Broadcast, seit 2016 eine Tochter des Telekommunikationsunternehmens Freenet, von dem Geschäftszweig UKW verabschiedet. Offenbar erschien der Firma das UKW-Geschäft nicht mehr lukrativ genug – Mutter Freenet ist ein börsennotiertes Unternehmen. Darum entschloss sich Media Broadcast letztlich dazu, die Antennen zu verkaufen.

Dieser Verkauf, der vor wenigen Monaten abgeschlossen wurde, war letztlich der Ausgangspunkt für die aktuelle Fehde, die zu dem partiellen Blackout führen könnte. Ein beachtlicher Teil der insgesamt rund 700 Antennen, die Rede ist von rund zwei Dritteln, soll an insgesamt fünf Finanzinvestoren gegangen sein, die bisher nicht auf dem Radiomarkt aktiv waren. Zwar ist von rund insgesamt rund 30 Käufern die Rede, doch in vielen Fällen erwarben einzelne Sender selbst die für ihre Region relevanten Antennen, um möglichst unabhängig zu sein. Die Investoren sehen sich indes nicht an die bisher regulierten Preise gebunden. Kenner des Marktes gehen von geforderten Preiserhöhungen von marktweit mindestens 20 Prozent aus. Was beispielsweise den Sendernetzbetreiber Uplink, der für mehr als 500 UKW-Frequenzen zuständig ist, nach eigener Aussage in erhebliche Schwierigkeiten bringt.

„Sowohl im Vergleich der bisherigen regulierten Preise als auch mit Blick auf einen theoretischen Neubau aller Antennen ist das viel zu teuer“, sagte Uplink-Geschäftsführer Michael Radomski auf WELT-Anfrage. Zahlreiche Standorte seien für Radioveranstalter „nicht mehr wirtschaftlich betreibbar“. Neue Antennen könnten auf den bestehenden Türmen und Masten auch nicht montiert werden, es gäbe dafür schlicht keinen Platz.

Warum nun die Preissteigerungen – obwohl doch eigentlich Preissenkungen das Ziel einer Marktliberalisierung mit mehreren Anbietern ist? Radomski sagt zu dieser Frage: „Wir gehen davon aus, dass die neuen Eigentümer weit überhöhte Preise gezahlt haben, sogar auch mehr als ein Neubau gekostet hätte.“ Diese Ausgaben würden nun weitergegeben. Uplink habe sich selbst um den Kauf von Antennen bemüht, wurde sich aber nicht mit Media Broadcast einig, sagt Radomski.

Während Netzbetreiber Radomski kritisiert, der Verkaufsprozess der Antennen sei seiner Meinung nach „eine Schauveranstaltung“ gewesen, streitet ein Sprecher der Media Broadcast diese Vorwürfe allesamt ab. Die Kaufpreise der Antennen hätten zwischen 30 und 60 Prozent des Wiederherstellungswertes betragen, der dem Neuwert entspricht. „Teilweise steigende Kosten“ seien auf Mieterhöhungen für Funktürme, den Wegfall einer Ausgleichsklausel für besonders unrentable Standorte und letztlich der Kalkulation wirtschaftlicher Marktpreise durch die neuen Eigentümer zurückzuführen, erklärt der Sprecher.

Dass einzelne Marktteilnehmer wie Uplink, die nicht zum Zuge gekommen seien, „im Nachhinein behaupten, die Infrastruktur wäre zu teuer veräußert worden, ist nicht ungewöhnlich“. Dass die fünf Finanzinvestoren alle aus dem Umfeld der Media Broadcast beziehungsweise der Freenet kommen sollen, wie Uplink-Chef Radomski behauptet, dementiert der Sprecher so: „Es gibt keine Verflechtungen zwischen Antennenkäufern und Media Broadcast oder der Freenet AG.“

Die Fronten sind maximal verhärtet, auch die zwischen den jeweiligen Stellvertretern der Firmen. Aufseiten von Sendernetzbetreiber Uplink steht der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling als Aufsichtsrat. Er selbst war für die Öffnung des Telekommunikationsmarktes verantwortlich und zeigt sich im Gespräch mit WELT entsetzt über das Vorgehen der neuen Antennenbesitzer: „Durch diese fast schon mafios zu nennende Handhabung ist eine Überführung in den Wettbewerb nicht möglich.“ Auf der Gegenseite positionieren sich der SPD-Politiker Wolfgang Clement und der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma als Aufsichtsräte von Media Broadcast, respektive Freenet. Sie träten, heißt es in einer Stellungnahme, „für freien, fairen und transparenten Wettbewerb“ ein. Am besten „ohne die regulierenden Hände von Politik und Administratoren“.

Der Rückzug der Media Broadcast aus dem UKW-Markt ist perspektivisch nachvollziehbar, denn die Verbreitung von Radiosendern wird sich zwar nicht in den nächsten Jahren, aber doch mittelfristig auf rein digitale Kanäle verlegen. Auch eine Trennung von Antennenbesitz und Sendernetzbetrieb war theoretisch im Sinne der Liberalisierung – der UKW-Markt war das letzte Monopol auf dem Telekommunikationsmarkt. Doch genau dieser Prozess der Entflechtung und der Einführung von Wettbewerb scheint in diesem konkreten Fall nicht zu funktionieren.
Weil die verschiedenen Beteiligten auf einem Markt mit ablaufendem Haltbarkeitsdatum mit offenbar unvereinbaren Kalkulationen aufeinanderprallen. „Das Vorgehen der Media Broadcast offenbart, dass die Rundfunkverbreitung in Deutschland zum Spielball privater Finanzinvestoren geworden ist“, ätzen jedenfalls die Unterzeichner des Briefes an Wirtschaftsminister Altmaier. Zum Vorwurf, die UKW-Infrastruktur werde zum Spekulationsobjekt, sagt der Sprecher von Media Broadcast: „Das entbehrt jeder Grundlage.“

Quelle: www.welt.de

16Apr 2018

Halle (dpa) – Angesichts der Debatte um die Bezahlung von UKW-Übertragungen hat die Bundesnetzagentur einem Bericht der «Mitteldeutschen Zeitung» Prüfungen eingeleitet. Das Blatt zitierte in seiner Samstag-Ausgabe einen Sprecher, die Regulierungsbehörde prüfe «intensiv und mit Hochdruck, ob und inwieweit nach dem Verkauf der Antennen auf den UKW-Märkten die Erwerber dieser Antennen – insbesondere die Finanzinvestoren – künftig einer Marktregulierung unterliegen». Es würde gegebenenfalls auch der Veräußerungsprozess der Antennen mit in den Blick genommen.

Hintergrund ist, dass der Dienstleister Media Broadcast mit der Privatisierung des Antennenmarktes 2016 den Betrieb übernommen hat, dann aber das Geschäft an mehrere Investoren verkaufte. Daran hängen gut 40 öffentlich-rechtliche und private Sender, die ohne eigene Sende-Infrastruktur sind. Sie haben Sendernetzbetreiber wie etwa Divicon (Leipzig) oder Uplink (Düsseldorf) beauftragt. Diese wiederum müssen nun mit den Antennenbetreibern Mietpreise aushandeln. Das scheiterte bisher. Zuletzt hatten die Sendenetzbetreiber Media Broadcast mit der Fortführung des Übergangsbetriebs bis zum 30. Juni beauftragt.

Beitrag der „Mitteldeutschen Zeitung“

Quelle: www.welt.de

11Apr 2018

UKW? Läuft nicht o. k.

Die Radioverbreitung via UKW geht erst mal weiter. Aber der Streit zwischen Sendernetz- und Antennenbetreibern ist längst nicht gelöst.

Ein altes Radio in einem Bildausschnitt

Waffenruhe: Einstweilen ist der UKW-Empfang noch gesichert Foto: imago/Steinach

„Bis zu zehn Millionen Hörer könnten schon ab kommendem Mittwoch von einer Abschaltung ihrer UKW-Radiosender betroffen sein“, hatte Media-Broadcast-Chef Wolfgang Breuer in der vergangenen Woche in der Welt gedroht. 40 Radioveranstalter waren betroffen, darunter auch der NDR in Mecklenburg-Vorpommern oder der MDR.

Die Drohung ist mittlerweile wieder vom Tisch. Bis 30. Juni will Media Broadcast den Sendebetrieb aufrecht erhalten. Also: Alles wieder gut? Nein. Ganz im Gegenteil. Die Frist bis zum 30. Juni ist nicht mehr als eine Art Waffenstillstand, um allen Beteiligten Zeit zu geben für Friedensverhandlungen.

Wie angespannt die Situation ist, lässt sich in einem Brief nachlesen, den am Sonntag Christian Schwarz-Schilling (der mal Bundesminister für Post und Telekommunikation war) an Helmut Thoma geschickt hat (der jahrelang RTL-Chef war). Schwarz-Schilling ist heute Gesellschafter und Beiratsvorsitzender von Uplink, einem Sendernetzbetreiber. Helmut Thoma ist heute Aufsichtsratsvorsitzender der Freenet AG, zu der auch Media Broadcast gehört.

Schwarz-Schilling schreibt, dass ja gerade das Geschäftsmodell der Freenet AG „auf der ausgewogenen und erfolgreichen Liberalisierung von Telekommunikationsmonopolen“ basiere. Und mit Blick auf die Drohung von Media-Broadcast-Chef Breuer schreibt er weiter: „Umso mehr schockiert es mich, dass einer Ihrer Mitarbeiter vorsätzlich diese Errungenschaften, die auch Ihrem Unternehmen die Existenzberechtigung geben, aus egoistischen Gründen mit Füßen tritt.“

Drei Stufen vom Sender zum Radio

Wie kommt Schwarz-Schilling zu diesen Anschuldigungen? Dazu muss kurz erklärt werden, wie die Verbreitung von analogem UKW-Hörfunk abläuft: Das Signal nimmt – grob nachgezeichnet – drei Stufen bevor es im Küchen- oder Autoradio ankommt:

Erstens wird in einem Studio Hörfunkprogramm produziert. Zweitens übernimmt dann – wenn der Programmveranstalter kein eigenes Netz hat – ein Sendernetzbetreiber wie Uplink dieses Programm, wandelt es um und übergibt das aufbereitete UKW-Signal – drittens – an den Betreiber der jeweiligen Antenne. Der strahlt es dann aus. Dafür zahlen die Unternehmen von Stufe zwei an die Antennenbetreiber.

Die Freenet AG, genauer gesagt deren Tochter Media Broadcast, hat Ende letzten Jahres seine 700 Antennen verkauft. Bis dato war das Unternehmen ein Quasi-Monopolist. Nun gibt es mehrere Besitzer. Doch von Preiskampf ist nichts zu sehen. Im Gegenteil: Die neuen Eigentümer sollen nun deutlich höhere Preise für die Nutzung einiger ihrer Antennen verlangen.

Minimonopol

Die Liberalisierung des Antennenmarkts hat zu nichts geführt. Konnte sie auch nicht: Bildet doch jede Antenne in ihrem Sendegebiet ein Minimonopol. Sie ist alternativlos. Und das trifft nun Firmen wie Uplink, das von Programmveranstaltern beauftragt wurde, den Senderbetrieb für sie zu gewährleisten.

Kann Uplink allerdings die Preise der Antennenbesitzer nicht zahlen, verliert es womöglich diese Aufträge – und dann wäre womöglich auf der Stufe zwei die Media Broadcast wieder im Spiel. Genau vor diesem Szenario scheint Schwarz-Schilling zu warnen.

Die Verhandlungen zwischen Sendernetzbetreibern und Antennenbesitzern sind übrigens laut Teilnehmern festgefahren. Es dürften also noch viele Briefe in der Sache folgen.

Quelle: www.taz.de

09Apr 2018

UKW-Sendern wurde mit Abschaltung gedroht – Uplink hat Knebelvertrag von Media Broadcast unterzeichnet

Von Dominik Brüggemann

Düsseldorf – Die drohende UKW-Abschaltung für 10 Millionen Radio-Hörer ist kurzfristig vom Tisch. Doch die beteiligten Unternehmen wie Uplink aus Düsseldorf sind mächtig sauer auf Media Broadcast. Wie lange bleiben die UKW-Radios in Betrieb?

Bundespostminister a.D. Christian Schwarz-Schilling
Bundespostminister a.D. Christian Schwarz-Schilling

Der ehemalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling hat sich inzwischen in den UKW-Streit eingeklinkt. Er ist Beiratsvorsitzender der im Streit beteiligten Uplink Network GmbH.

In einem Brief, der TAG24 vorliegt, schreibt er an Helmut Thoma, Chef der Freenet AG, deren Tochterfirma Media Broadcast den UKW-Streit ausgelöst hatte.

Die Firma hatte vergangene Woche offen gedroht, den Betrieb der UKW-Antennen einzustellen, wenn nicht die geforderten Preise bezahlt werden.

Höchstpersönlich schreibt er: „Ich bin mir sicher, dass es nicht Philosophie und Geschäftsgebaren Ihres Unternehmens ist, eigene Interessen mit der öffentlichkeitswirksamen Drohung durchzusetzen, Infrastruktur mit Grundversorgungsauftrag abzuschalten.“

Gerade die Freenet AG basiere auf einer erfolgreichen Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes.

Umso mehr schockiere es ihn, dass einer der Mitarbeiter diese Errungenschaften mit Füßen trete.

Die Forderung des Postministers a.D.: „Ich möchte Sie mit aller Eindringlichkeit bitten, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Der eingetretene Schaden ist bereits jetzt kaum noch zu beheben.“

Unternehmen bezeichnet Drohung als Poker

Michael Radomski, Geschäftsführer der Uplink Network GmbH aus Düsseldorf.
Michael Radomski, Geschäftsführer der Uplink Network GmbH aus Düsseldorf.

Michael Radomski, Geschäftsführer des Sendenetzbetreibers Uplink Network GmbH aus Düsseldorf, ist sauer auf die Media Broadcast.

Radomski versorgt deutschlandweit Radiosender mit UKW-Netztechnik und ist noch auf die Antennen angewiesen.

Seine Meinung zu der angedrohten UKW-Abschaltung: „Da wird offen Poker auf dem Rücken der Radio-Hörer gespielt.“

Inzwischen habe seine Firma unter dem angedrohten Aus „ein Knebel-Angebot von Media Broadcast“ unterschrieben, der den Weiterbetrieb absichert.

Das Handeln der Firma sei offensichtlich: „Es wird dreist versucht, die Deregulierung auszuhebeln.“ Denn eigentlich sollte eine Liberalisierung des Marktes zu günstigeren Preisen im Sendebetrieb führen.

„Wir wollten die Marktpreise senken. Die aktuellen Entwicklungen führen jedoch zu höheren Preisen als vor der Liberalisierung.“

Das führe soweit, dass die angebotenen Verkaufspreise für alte Antennen höher seien, als Kosten für einen Neubau durch Uplink. Dies behindere die Ziele eines offenen Marktes.

Die Bundesnetzagentur hat längst ein Auge auf die Media Broadcast geworfen, will überlange Verträge zwischen der Firma und Radiosendern verhindern. Ein Abschalten des UKW-Sendebetriebs ist mit den jetzt unterschriebenen Verträgen erstmal vom Tisch. Der Streit der beteiligten Firmen geht weiter.

Quelle: www.tag24.de

06Apr 2018

Aufschrei in der Radiobranche

Deutschen Sendern droht das UKW-Aus

Ab kommender Woche könnten zahlreiche Radiosender in Deutschland verstummen: Hinter den Kulissen streiten Dienstleister mit Antennen-Betreibern um die Gebühren. Schlimmstenfalls, so heißt es, wären bis zu zehn Millionen deutsche Radiohörer betroffen.

In einem Streit um die Bezahlung von UKW-Übertragung drohen Dienstleister mehreren großen Radiosendern mit einer Abschaltung. Das Unternehmen Media Broadcast kündigte an, in der kommenden Woche alle Sender stumm zu schalten, die den geforderten Bedingungen nicht rechtzeitig nachkommen wollen.

Hintergrund des Streits ist, dass Media Broadcast sich aus dem Geschäft mit den terrestrischen UKW-Antennen und Sendeanlagen zurückziehen will. Der Sendebetrieb wird von Media Broadcast nur noch übergangsweise bis zur Jahresmitte aufrechterhalten. Anschließend sollen Sendenetzbetreiber wie Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig die Ausstrahlung der Radioprogramme für die zahlreichen betroffenen Stationen übernehmen. Die erforderlichen Antennenanlagen wurden zuvor bereits an mehrere Investoren verkauft. Die neuen Eigentümer fordern jedoch nach der Übernahme der Antennen deutlich höhere Preise für die Nutzung.

Die Folge: Wenn sich die Radiobetreiber nicht binnen Tagen mit ihren neuen Sendedienst-Anbietern einigen können, wären die betroffenen Stationen schlimmstenfalls fürs Erste nicht mehr empfangbar – zumindest nicht über die terrestrisch ausgestrahlten Funksignale der Ultrakurzwelle (UKW), dem wichtigsten Frequenzbereich deutscher Radiosender.

Verkaufte Antennen, unklare Gebühren

„Bis zu zehn Millionen Hörer könnten schon ab Mittwoch von einer Abschaltung ihrer UKW-Radiosender betroffen sein“, sagte Media-Broadcast-Chef Wolfgang Breuer der „Welt“. Neben verschiedenen privaten Radiosendern droht auch großen Anbietern wie etwa dem MDR, dem NDR in Mecklenburg-Vorpommern und dem Deutschlandradio die UKW-Abschaltung. Die betroffenen Sender betreiben keine eigene Sende-Infrastruktur, sondern haben Uplink und Divicon beauftragt. Diese Firmen müssen mit den neuen Antennenbetreibern jedoch noch die Mietgebühren für die Nutzung der Sendeanlagen aushandeln, was bislang nicht gelungen ist.

Beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) blickt man nach eigenen Angaben „mit Sorge“ auf die Entwicklung. „Unsere Hörerinnen und Hörer in Mecklenburg-Vorpommern dürfen nicht Opfer finanzieller Verhandlungen von technischen Dienstleistern werden“, sagte Sprecher Martin Gartzke. „Wir hoffen auf einen zügigen und konstruktiven weiteren Verlauf und Abschluss der Verhandlungen.“

„Ein bisschen Erpressung“

Betroffen von einer solchen Abschaltung wären jedoch auch zahlreiche kleinere Radiosender – für die ein solcher Schritt im Gegensatz zu den großen Sendeanstalten schnell existenzbedrohlich werden kann. Der Geschäftsführer des hessischen Privatsenders FFH, Hans-Dieter Hillmoth, etwa sprach von einem großen Poker um Verträge und Preise und nannte die Ankündigung eine Drohgebärde. „Letztlich ist das auch ein bisschen Erpressung.“

Seine Sendergruppe Hit Radio FFH habe pro Jahr etwa 2,5 Millionen Euro Senderkosten, erklärte Hillmoth. Die Antennenbesitzer verlangten nun teilweise bis zu 50 Prozent mehr, was für die rein über Werbung finanzierten Sender ein massives Problem darstelle. 80 Prozent der Radiohörer empfingen ihre Programme derzeit noch über UKW, fügte er hinzu. Entsprechend groß wäre der öffentliche Aufschrei, wenn es am Ende doch zu einer vorübergehenden Abschaltung käme.

Scharfe Kritik an den Drohszenarien von Media Broadcast kam auch von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten wie dem Deutschlandradio: „Der Ausfall von UKW-Frequenzen ist vermeidbar und für Deutschlandradio nicht akzeptabel“, sagte dessen Verwaltungs- und Betriebsdirektor Rainer Kampmann. Sein Haus werde alle nötigen Schritte einleiten, um die UKW-Verbreitung sicherzustellen.

Letzte Frist bis Montagvormittag

Erste Anzeichen für eine gütliche Einigung vor Fristablauf machen indes Hoffnung: Damit die Beteiligten mehr Zeit für die Preisverhandlungen haben, erklärte sich Media Broadcast unter bestimmten Bedingungen bereit, noch bis Ende Juni den Betrieb von UKW zu gewährleisten. Dazu müsse das Unternehmen allerdings mit der Weiterverbreitung beauftragt werden – entweder von den Radioanbietern oder den neuen Sendernetzbetreibern.

Bislang seien bei Media Broadcast aber nur die Aufträge von einem Viertel der 40 betroffenen Radioveranstalter eingegangen, hieß es. Es gebe jetzt noch eine letzte Frist bis Montagvormittag. „Wer sich bis dahin nicht gemeldet hat, wird am Mittwoch abgeschaltet“, sagte Unternehmenschef Breuer der „Welt“.

Deutschlandradio-Vertreter Kampmann forderte alle Seiten dazu auf, „unverzüglich ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen und die nach dem Verkauf der UKW-Infrastruktur noch offenen Vertragsfragen schnellstmöglich zu klären.“ Die Radiosender sehen die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt ebenso wie die Politik in der Pflicht – sie sollen den massiven Auswirkungen des UKW-Antennenverkaufs entgegenwirken.

Sollte es „wider Erwarten“ doch zu Störungen oder Ausfällen kommen, drohte Kampmann auch den Dienstleistern auch rechtliche Schritte an. „Wir tun alles, um eine mögliche Abschaltung zu verhindern.“

Quelle: www.n-tv.de

21Mrz 2018

FEHLENDE MILLIONEN FÜR DIE DIGITALISIERUNG

 

Warum die Unruhe bei den UKW-Netzen nun auch DAB+ gefährdet

Felix Kovac, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR)

Felix Kovac, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) [Quelle: rt1.media group GmbH]


„Wir erleben ein Regulierungsversagen“, sagt der APR-Vorsitzende Felix Kovac. Für manche Programmbetreiber könnte die UKW-Verbreitung nach dem Ende der Regulierung viel mehr kosten. Eine Gefahr für die Veranstalter, aber auch für die Digitalisierung.


Die Landesmedienanstalten haben zu einem runden Tisch zur UKW-Verbreitung eingeladen. Was läuft aktuell schief bei der Liberalisierung der UKW-Netze?
Die Kosten effizienter Leistungserbringung waren bislang Grundlage für die Endkundenpreise und die Vorleistungen der Antennenmitbenutzung bei der Media Broadcast. Die Bundesnetzagentur hatte das im Detail nachgerechnet und die abgeschriebene passive Infrastruktur wie insbesondere die Antennen mit ihrem Buchwert einkalkuliert. Die Media Broadcast hat diese passive Infrastruktur nun zu einem großen Teil an im Markt unbekannte Firmen verkauft und zwar knapp unter einem Neupreis. Die Erwerber kalkulieren also mit sehr viel höheren Werten und das auch noch über kürzere Abschreibungszeiten. Wir schätzen die Mehrkosten für die Antennenmitbenutzung bei etwa 30 Prozent des bisherigen Niveaus.

Warum läuft die bisherige Regulierung der UKW-Netze ins Leere?
Wir erleben ein Regulierungsversagen. Die Bundesnetzagentur hat bislang die Dienstleistung der Media Broadcast einschließlich der Fälle der bloßen Mitbenutzung einer Antenne reguliert. Die freiwillige Aufgabe des Eigentums, also der Verkauf, führt nach der Auffassung der Bundesnetzagentur zum Ende der Regulierung, die neuen Erwerber sollen nicht reguliert werden. Das Bundeskartellamt verhält sich passiv und hat beim vergleichbaren Fall der Standorte ohnehin nicht die Kosten effektiver Leistungserbringung nachgerechnet, sondern nur anhand einzelner Beispiele geprüft, ob die Preise für alle gleich sind, ob also keine Diskriminierung vorliegt. Die Medienanstalten sehen keine Möglichkeiten der Abhilfe. Die Länder appellieren an die Bundesbehörden. Es sieht so aus, als nutze die Media Broadcast ungeniert eine Lücke in der deutschen Rechtsanwendung, wo  die APR nach bestehendem europäischem Recht Regulierungsansätze sieht.

Steht zu befürchten, dass die bisher unrunde Regulierung der UKW-Netzte die privaten Programmanbieter in ihrer Existenz bedrohen?
Die marktfremden Erwerber von Antennen haben aus Sicht des UKW-Marktes viel zu viel Geld an die Media Broadcast für die längst abgeschriebene, Jahrzehnte alte Technik bezahlt. Die wollen damit ein Geschäft machen, also hohe Preise erzielen. Die Senderbetreiber, wie beispielsweise die Firmen Uplink oder Divicon, habe nicht so viel Marge, das im Preis ihres Service wegzustecken. Und plötzlich schauen alle auf die Programmveranstalter – ein typischer Vertrag zulasten Dritter. Da der Wegfall der Regulierung auch dazu führt, dass die Härtefallklausel nicht mehr gilt, kann es sein, dass einzelne Standorte sehr viel mehr Geld als bisher kosten und sich einzelne Programmveranstalter das beim besten Willen nicht mehr leisten können. Das kann zwar auch nicht im Sinn der Erwerber sein, aber die von ihnen gezahlten Kaufpreise und die aufgemachten Kalkulationen bergen diese Gefahr in sich. Hier fehlt es an Kenntnis des Marktes, in den man sich eingekauft hat.

Inwieweit könnte eine zügige Umstellung auf DAB+ helfen, den terrestrischen Radiomarkt in Deutschland zu sichern?
Gar nicht. Radio ist auf absehbare Zeit zwingend auf UKW angewiesen. Wir haben jetzt ein Problem und die neuen Antennen-Eigentümer legen sehr langlaufende Verträge vor. Im Gegenteil: Die UKW-Entwicklung schadet dem DAB-Ausbau. Während eigentlich dringend benötigte Fördergelder für den Umstieg ausbleiben, wird durch etwaige Mehrkosten für die UKW-Infrastruktur in den nächsten Jahren ein ordentlicher zweistelliger Millionenbetrag aus dem Markt gezogen. Der fehlt bei der Digitalisierung, die ja auch bei Online in den kommenden Jahren Geld kostet. Außerdem erleben wir es, dass das bislang in UKW marktbeherrschende Unternehmen eine gleichartige Stellung bei DAB+ aufbaut. Wir kommen also bei der digitalen terrestrischen Übertragung in exakt die gleichen regulatorischen Probleme, wie wir sie gerade bei UKW erleben. Im Übrigen werden wir auch gegen dieses sich abzeichnende Monopol konsequent vorgehen.

Was fordert die APR von den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur? Wie kann ggf. die APR ihren Mitgliedern helfen?
Wir haben in der Vergangenheit unseren Mitgliedern aufgezeigt, wo in der bisherigen Liberalisierung Chancen lagen. Viele Programmveranstalter waren sehr aktiv und haben beispielsweise selbst Antennen gekauft und sind auf der sicheren Seite. Allerdings hat der intransparente Verkaufsprozess der Media Broadcast nicht allen Veranstaltern diese Chance eröffnet. Das Bundeskartellamt sollte prüfen, ob die Details dieses Verkaufsvorgangs durch das bislang marktbeherrschende Unternehmen korrekt gehandhabt wurden. Die Bundesnetzagentur sollte ihre Zurückhaltung bei der Gewährung des Zugangs zu passiver Infrastruktur und der Kontrolle der Preise nach dem Maßstab der Kosten effektiver Leistungserbringung aufgeben. Aber am Ende brauchen wir Rechtssicherheit, die wohl nur der Bundesgesetzgeber durch eine Änderung des Telekommunikationsrechts und möglicherweise auch des Kartellrechts herstellen kann. Hieran arbeitet die APR, während Preisverhandlungen von Verbänden schon aus kartellrechtlichen Gründen keine Option sind.

Quelle: www.meinungsbarometer.info

16Mrz 2018

Die Hörfunkverbreitung über UKW soll ohne Unterbrechung über den 31.03.2018 hinaus unverändert fortgeführt werden. Darauf einigten sich die Beteiligten am runden Tisch der Landesmedienanstalten. Die Gespräche zwischen den Marktbeteiligten benötigten mehr Zeit, damit die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Ende geführt werden können.

Ziel des Runden Tisches war die Klärung offener Fragen, die durch den Verkauf der Infrastruktur im Markt entstanden sind. Der besondere zeitliche Druck entstand zum einen durch den mehrheitlich zum 1. April eintretenden Eigentumsübergang sowie die Ankündigung einzelner Investoren als Käufer der Antennen, für den Fall, dass die Vertragsverhandlungen bis dahin nicht abgeschlossen seien, die Übertragung an den betroffenen Standorten unterbrechen zu wollen.

Quelle: www.vprt.de

14Mrz 2018

Erst hatte der Gesetzgeber den Markt der UKW-Infrastruktur für Wettbewerber geöffnet, jetzt sorgt sich der Beirat des Netzagentur nach dem Verkauf der Antennen an Finanzunternehmen und Übertragungs-Dienstleister um die Zukunft des Segments. Denn das von hochkarätigen Politikern besetzte Beratungsgremium sieht die wirtschaftliche Existenz vieler Marktteilnehmer bedroht.

Von Gregory Lipinski

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich Media Broadcast (MB) von allen UKW-Sendeantennen getrennt. Ob Übertragungsdienstleister oder Finanzunternehmen – eine Vielzahl von Gesellschaften erwarb die Antennen-Infrastruktur von der Kölner Freenet-Tochter. Die Gesellschaft hatte sich hiervon aus strategischen Gründen getrennt. Anlass hierfür war vor allem die veränderte Konkurrenzsituation. Denn jahrelang befand sich der Dienstleister als Quasi-Monopolist in einer komfortablen Lage. Als jedoch 2012 das Telekommunikationsgesetz geändert wird und die restriktive Vergabe von Sendelizenzen endet, öffnet sich die Branche. Erstmals treten Wettbewerber auf den Markt – darunter der Düsseldorfer Dienstleister uplink Network.

Jetzt treibt der gewollte Öffnung und der Verkauf der UKW-Radioantennen an diverse Unternehmen dem Beitrat der Bundesnetzagentur die Sorgenfalten ins Gesicht. Denn die Ziele der Regulierung drohen „ins Leere zu laufen“, stellt dieser jetzt fest. Der Grund: die neuen Eigentümer der UKW-Antennen sollen Preise aufgerufen haben, die „deutlich über dem bisherigen Niveau“ liegen. Einigen sich die neuen Inhaber der UKW-Antennen nicht bei der Preisgestaltung, könnten die UKW-Stationen und die neu auf den Markt getretenen Übertragungsdienstleister vor dem Aus stehen. Wörtlich. „Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, steht die Weiterverbreitung der Signale beziehungsweise die wirtschaftliche Existenz der Wettbewerbsunternehmen und damit auch der Erfolg des bisherigen Regulierungsregimes in Frage“, betont der Beirat. In diesem Fall könnte Media Broadcast „wieder konkurrenzloser Betreiber“ werden – sprich Wettbewerber wie Uplink Network gerieten hierdurch in die Bredouille.

Der Beirat fordert deshalb die Bundesnetzagentur auf, die „bereits begonnenen Gespräche mit den Beteiligten mit Hochdruck fortzusetzen“, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Der Druck auf die Netzagentur ist groß. Denn die Mahnung des Beirats hat Gewicht, zudem ist er prominent besetzt. Das Beratungsgremium besteht aus 16 Mitgliedern des Bundestags und 16 Vertretern des Bundesrats. Zum neuen Vorsitzenden des Beirats wurde vor Kurzem Joachim Pfeiffer ernannt. Er ist seit 2014 wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sein Stellvertreter ist Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz in Niedersachsen.

Quelle: meedia.de

26Feb 2018

Das Internet und der 5G-Mobilfunk werden mit IP-basierten Übertragungen klassische Broadcast-Techniken wie DAB+ und DVB-T2 überflüssig machen, so tönt es regelmäßig. Einer, der es wissen muss, hat sich nun hierzu geäußert: Der Münchner Funkmesstechnik-Spezialist Rohde & Schwarz.

Wendelstein (Bild: © Rohde & Schwarz)

Wendelstein (Bild: © Rohde & Schwarz)

So, wie Mark Twain einst schrieb, dass die Berichte über sein Ableben stark übertrieben seien, hat sich der Münchner Funkspezialist Rohde & Schwarz aktuell zur Frage geäußert, ob die klassische terrestrische Rundfunkabstrahlung nicht sehr bald durch IP-Übertragungen – also Zuführungen via Internetprotokoll, kabelgebunden und über Mobilfunk – ersetzt und damit überflüssig werde, ihr Ende also kurz bevor stehe:

Berichte über das Ende terrestrischer Abstrahlungen sind ‘etwas’ übertrieben.

Der Hersteller ist in beiden Bereichen – klassische Rundfunktechnik und GSM-Mobilfunk – verwurzelt und deshalb frei vom Verdacht, hier in irgendeiner Weise parteiisch zu sein.

Die Aussage: Zwar ist in den Ballungsräumen mittlerweile durchaus eine Radio- und Fernsehversorgung über ein Internetprotokoll möglich, ob per Festnetz oder Mobilfunknetz. Auf dem Land und vor allem in vielen anderen Ländern weltweit ist aber die klassische terrestrische Rundfunkversorgung auch für die nächsten 5 bis 10 Jahre noch konkurrenzlos, weil keine flächendeckende Internetversorgung ausreichender Bandbreite gegeben ist – ob über Mobilfunk mit 5G oder Kabel. Satelliten wiederum sind nur für den ortsfesten Empfang geeignet. Daran ändern auch bei 5G verfügbare Techniken wie Multicast nichts oder der Update 14 bei LTE, der nun reine LTE Broadcast (Download only)-Zellen ermöglicht.

Die Mehrzahl der Fernsehzuschauer empfängt auch heute noch über Antenne und in vielen Ländern sogar ausschließlich. Und auch, wenn der Münchner Hersteller an der Weiterentwicklung der Mobilfunknetze aktiv beteiligt ist, sieht er die klassische Broadcast-Technik noch lange nicht auf dem Abstellgleis.

Quelle: www.radioszene.de

30Jan 2018

Milaco und aeos kaufen UKW-Antennen von Media Broadcast

Das Kölner Finanzunternehmen Milaco GmbH soll in größerem Umfang UKW-Antennen von Media Broadcast gekauft haben. Das berichtet der Nachrichtendienst SatelliFax unter Berufung auf mehrere Radioveranstalter.

Die Bundesnetzagentur wollte sich zu den Informationen in dem Artikel nicht äußern. Ein Sprecher der Behörde bestätigte jedoch gegenüber RADIOSZENE: “Nach Kenntnisstand der Bundesnetzagentur plant die Milaco GmbH UKW-Antennen von Media Broadcast zu erwerben.”

Media Broadcast hat den betroffenen Radioveranstaltern inzwischen mitgeteilt, welche Unternehmen die UKW-Antennen erworben haben, über die sie senden. “Sowohl Programmveranstalter und Sendernetzbetreiber als auch Investoren haben UKW-Infrastrukturen erworben. Die Käufer der Infrastrukturen wurden den heutigen Nutzern – sofern sie nicht selbst der Erwerber sind – bekannt gegeben”, sagte ein Sprecher von Media Broadcast gegenüber Radioszene.de “Eine darüberhinausgehende Kommunikation ist nicht vorgesehen.” Medienberichte zu dem Thema werde Media Broadcast nicht kommentieren, betonte der Sprecher.

Media Broadcast hatte im Februar 2017 angekündigt, sich von seinen UKW-Antennen und -Sendern zu trennen, um sich auf die digitalen Verbreitungswege DAB+ und DVB-T2 zu fokussieren. Als Dienstleister will das Unternehmen im UKW-Markt aber weiterhin Dienstleistungen im Bereich Sendertechnik, Antennenwartung und Netzdienstleistungen erbringen.

Der Verkauf der UKW-Antennen erfolgte im Rahmen einer elektronischen Auktion, die Mitte Dezember 2017 abgeschlossen wurde. Dabei wurden nach Angaben von Media Broadcast für alle Antennen Käufer gefunden.


Updates vom 23.01.2018:

MEDIA BRODCAST: Nicht alle UKW-Sender wurden verkauft

Während für alle UKW-Antennen Käufer gefunden wurden, ist das nicht bei allen UKW-Sendern der Fall. “Am 15. Dezember 2017 endete planmäßig die letzte Phase des Verkaufsprozesses der UKW-Infrastruktur. Für alle UKW-Antennen wurden Käufer gefunden. Ein Teil der Sender wurde nicht verkauft”, bestätigte ein Sprecher von Media Broadcast gegenüber RADIOSZENE. “Um einen Weiterbetrieb zu gewährleisten, bietet Media Broadcast jedoch individuelle Services inklusive Senderinfrastrukturen an. Darüber hinaus stehen diese Services grundsätzlich allen Radioveranstaltern langfristig zur Verfügung.”

 

aeos energy kauft 120 UKW-Sendeantennen darunter die am Berliner Fernsehturm

aeos energyDie Solinger Beteiligungsgsgsellschaft aeos hat von der Media Broadcast ein Paket von 120 UKW-Sendeantennen in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen erworben, unter anderem auf dem Berliner Alexanderplatz sowie in Wuppertal im Bergischen Land. Bis Ende März 2018 soll die Übergabe der technischen Anlagen erfolgen. Über die Konditionen der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die bisherigen Geschäfstfelder der aeos energy sind Windenergie, Solarenergie und Immobilien.


Laut APR haben also bis jetzt folgende Unternehmen Antennen von der Media Broadcast erworben:

  • Audio Media Service Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG (AMS), Bielefeld
  • Niedersachsen Broadcast GmbH, Hannover
  • NiedersachsenRock21 GmbH & Co. KG, Hannover
  • Radio RocklandPfalz GmbH & Co. KG, Mainz
  • SBW Sendernetzbetrieb Baden-Württemberg GmbH, Stuttgart

sowie einige Landesmedienanstalten für nicht-kommerzielles Radio. Offenbar haben die Divicon Media Holding GmbH, Leipzig und die Uplink Network GmbH, Düsseldorf, keine Antennen erworben. Neu als Eigentümer sind bekanntgeworden:

  • Aeos Infrastruktur GmbH, Solingen
  • Baum Broadcast GmbH i.G., Köln
  • Deutsche UKW Infrastruktur- und Vermarktungs GmbH, Bad Kreuznach
  • KIO Vermögensverwaltungs GmbH, München
  • MILACO GMBH, Köln (siehe oben)

Quelle: www.radioszene.de

08Dez 2017

Gibt es den unbekannten Investor? Bleiben Antennen übrig und was passiert damit?

Der Sendernetzbetreiber Uplink hat heute überraschend mitgeteilt, dass das Unternehmen aus der eAuktionder Media Broadcast aussteigt.

Uplink hat die bis zum 15. Dezember 2017 laufende Auktion für UKW-Antennen der Media Broadcast GmbH (MB) am Donnerstag, dem 7. Dezember 2017 verlassen und dies der MB und den Regulierungsbehörden mitgeteilt. Auf Grund der bestehenden Vertraulichkeitsvereinbarungen können wir unsere vielfältigen und guten Gründe für diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt nicht offenlegen. Wir haben der MB aber angeboten, nach dem Ende der Auktion ein Kaufangebot für alle nicht verkauften Antennen zu unterbreiten. Weiterhin haben wir die MB aufgefordert, die Drohung eines Abbaus von Antennen zurückzunehmen um weiteren Schaden für den UKW-Markt zu vermeiden sowie die Protokolle der eAuktion zur Auswertung den Regulierungsbehörden und weiteren interessierten Stellen auszuhändigen.

Zur Bedeutung der Angelegenheit muss man sich den Prozess des Verkaufs der UKW-Infrastrukturen in Erinnerung rufen: In einem ersten Schritt hat die Media Broadcast die Infrastrukturen ihren Kunden angeboten, mit denen sie in Vertragsverhältnissen steht. Das waren die Senderbetreiber wie Divicon, Uplink, AMS und SBW sowie all diejenigen Sendeunternehmen, mit denen die MB einen Endkundenvertrag hat. Größter Einzelkunde ist die mbt in Bayern. Auch Medienanstalten gehören zu den MB-Kunden, meist für nicht-kommerziell Radios. Mit allen Beteiligten ist strengstes Stillschweigen vereinbart, so dass in der Branche lediglich Gerüchte, die dann auch noch widersprüchlich sind, wabern. Es ist nicht bekannt, ob und gegebenenfalls welche Kunden Antennen gekauft haben. Zwischen verhandeln, ernsthaft verhandeln und tatsächlich unterschreiben scheinen Differenzierungsgrade zu liegen, die in der Gerüchteküche nicht immer erkannt werden.

Die nicht in dieser ersten Phase verkauften Antennen sollten nach der Vorstellung der Media Broadcast in der zweiten Phase in einer eAuktion versteigt werden. Hier sollte sich jedermann – nach entsprechender Bonitätsprüfung – beteiligen können. Dafür gibt es eine entsprechende Plattform und die Versteigerungskonditionen wurden dem Vernehmen nach eine Woche vor dem Beginn Ende November 2018 veröffentlicht. Ein Antrag von Divicon beim Bundeskartellamt hiergegen scheiterte mit dem Hinweis des Amtes, dass der allgemeine Zivilweg offen stehe – wie der entsprechenden Presseberichterstattung zu entnehmen war. Die Divicon sah offenbar keine Chance für eine angemessene Preisbildung als Grundlage für Kaufentscheidungen.

Wenn Uplink nun aus dem Verfahren aussteigt, wird dieser Senderbetreiber auch in dieser Stufe keine (weiteren) Antennen erwerben. Ob Uplink Antennen erworben hat, welche das sein mögen, ist – siehe oben – unbekannt. Das Ganze hat von außen gesehen einen ziemlich spieltheoretischen Ansatz. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Uplink den Eindruck gewonnen hat, dass der große unbekannte Investor nicht mitsteigert. Da Uplink ebenso wie Divicon, über deren weiteres Verhalten nichts bekannt ist, zur Erfüllung der Verträge mit den Sendeunternehmen auf Antennen angewiesen ist – der Neubau des gesamten Netzes würde einige Zeit in Anspruch nehmen – müsste sich eine weitere, dritte Phase der Preisbildung anschließen, die von der Media Broadcast bislang nicht vorgesehen ist.

Die Media Broadcast hat angekündigt, alle nach der Versteigerung übrig bleibenden Antennen zu demontieren, so MB-Geschäftsführer Wolfgang Breuer am 22. September 2018 in einem Interview mit Radioszene:

Wenn die Sendeanlagen weder verkauft noch ersteigert wurden, werden wir sie abbauen. Es gibt dann keinen Vertrag mit einem Kunden und wir räumen den Standort. Eine regulatorische Verpflichtung, Antennenzugang bis 2019 gewähren zu müssen, besteht ganz eindeutig nicht.

Ob die Gesellschafter der Eigentümerin freenet, eine Aktiengesellschaft, das interessant finden, wenn keine (auch nicht geringe) Einnahmen mit den Antennen erzielt werden, dafür Ausgaben für den Rückbau (minus Schrottwert) anfallen, ist eine Spekulation. Wie sich die Politik – Länder und Medienanstalten – verhalten, wäre ein anderer Pol der Spekulation. Auf die damit verbundenen regulatorischen Implikationen hatte die APR aufmerksam gemacht.

Quelle: www.privatfunk.de

27Nov 2017

Nächste Woche kommt die Antenne vom Berliner Fernsehturm unter den Hammer. Und noch viele andere. Denn das Radio ist nicht totzukriegen.

Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz ist ein faszinierendes Gebäude. Rank und schlank ragt er auf 368 Metern in die Höhe und ist damit das höchste Bauwerk in Deutschland. Die runde Kugel am oberen Ende soll an die Erkundungserfolge des sowjetischen Sputnik-Satelliten erinnern, so war das bei der Erbauung Mitte der 1960er Jahre gedacht. Heute locken eher das Restaurant mit spektakulärem Blick (Currywurst 8,50 Euro) und eine Aussichtsplattform (Eintritt für Erwachsene ab 13 Euro).

Nicht minder interessant, wenn auch weniger spektakulär: die lange weiß-rot gestreifte Antenne, die weit in den Berliner Himmel ragt. Nicht auszuschließen, dass die Heerscharen von Touristen auf dem Alexanderplatz sie eher für Dekoration halten, wenn sie sich denn überhaupt Gedanken über ihre Funktion machen. Dabei ist sie – noch immer – der Grund, warum es den Fernsehturm überhaupt gibt. In schwindelerregender Höhe sorgt sie seit 1969 dafür, dass die Berliner über Ultrakurzwelle – UKW – ihre Radiosender empfangen können.

Diese Antenne steht nun von Montag an in einer Auktion zum Verkauf, genauso wie 700 andere Antennen in ganz Deutschland, auch die auf dem Frankfurter Fernsehturm, Ginnheimer Spargel genannt. Bis zu 300000 Euro kosten besonders herausragende Stücke wie in Berlin und in Frankfurt. Weniger prominente Exemplare sind auch für weniger als 10000 Euro zu haben. Auf maximal 50Millionen Euro hofft der Verkäufer Media Broadcast. Dass hier keine Mondpreise wie bei Leonardo da Vinci zu erwarten sind, liegt am Design der Auktion als „holländisches Modell“. Für jedes Antennen-Paket ist ein Maximalpreis festgelegt, der in der Auktion nicht von unten nach oben, sondern umgekehrt von oben nach unten gezählt wird.

Wer die Spannung beim Runterzählen nicht mehr aushält, schlägt zu. Diese großangelegte Verkaufsaktion ist einer breiten Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannt, doch sie sorgt im Radiomarkt schon seit geraumer Zeit für Erschütterungen. Schließlich ist sie Ausweis dafür, dass dort gerade dramatische Veränderungen stattfinden. Die geplante Auktion besiegelt nichts weniger als das Ende eines jahrzehntelangen Monopols, das wesentlich länger währte als die ähnlich strukturierten Post- und Telekommunikationsdienste. Diese wurden schon vor Jahren privatisiert und mehr oder weniger erfolgreich dem Wettbewerb preisgegeben.

Dabei kann man sich getrost fragen, ob hier nicht unter viel Tamtam eine veraltete Technologie an die Wettbewerber und Finanzinvestoren gebracht werden soll. Allerdings eine, die sich als erstaunlich widerstandsfähig erweist. Dazu muss man wissen: Das Radio hält sich hartnäckig, aller Nörgeleien über die Beschränktheit des Mediums zum Trotz. Die Menschen lieben ihr Radio – im Auto, in der Küche, im Bad, in den Amtsstuben. Mehr als 150 Millionen Radiogeräte gibt es in Deutschland, durchschnittlich hören die Menschen fast drei Stunden Radio – am Tag. Und sie lieben es vor allem in seiner traditionellen Form als UKW-Radio: Dem aktuellen Digitalisierungsbericht der Medienanstalten zufolge benutzen knapp 70 Prozent der Menschen vorwiegend UKW-Radio.

Das Digitalradio in Gestalt der neuen Technologie „DAB plus“ ist zwar im Kommen, keine Frage, der Anteil der Haushalte mit DAB plus hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Aber im Vergleich mit der Geschwindigkeit, mit der die Digitalisierung unser sonstiges Leben durchdringt, sind die bisherigen Erfolge geradezu bescheiden: Knapp zehn Millionen DAB- plus-Geräte gibt es in Deutschland, ein Drittel davon in Autos. Diese Zahlen sind deshalb so erstaunlich, weil das Digitalradio gegenüber der Ultrakurzwelle einen fundamentalen Vorteil hat: ein nahezu grenzenloses Angebot sowohl in der Zahl der Sender als auch in ihrer flächendeckenden Erreichbarkeit, und das in besserer Hörqualität.

Damit wäre das ohrenbetäubende Knarzen am äußersten Rand eines Sendegebietes eigentlich Vergangenheit. Das „Radio aus Hessen“, Hit-Radio FFH, bliebe uns auch nach dem Übertritt der rheinland-pfälzischen Landesgrenze noch in tadelloser Qualität erhalten, ohne dass wir auf eine pfälzische Variante von Dudelfunk ausweichen müssten. Doch DAB plus ist in deutschen Autos noch lange nicht Standard, sondern oft nur mit einem Aufpreis von rund 300Euro zu haben. Stattdessen regiert noch immer UKW, und es scheint auch kaum jemanden zu stören. Ganz im Gegenteil: Die Beständigkeit des UKW-Netzes in unseren Breitengraden scheint ein untrüglicher Beweis dafür, dass der Mensch eben nicht ausschließlich nach technischer Perfektion strebt. Das mag daran liegen, dass auch Radiosender selbst UKW lieben, jedenfalls wenn sie einmal in der glücklichen Lage waren, eine Frequenz zu ergattern. Neue werden nicht mehr vergeben, alles ausgebucht. Deshalb haben es die Alteingesessenen besonders bequem, der Wettbewerb verläuft auf ewig in den bekannten Bahnen.

Die Radiosender lieben UKW auch deshalb, weil wiederum die Werbekunden UKW lieben, übrigens nicht trotz, sondern gerade wegen der regionalen Beschränkungen. Für Warsteiner, Volkswagen und Carglass mag es sinnvoll sein, die Werbebotschaften in die ganze Republik zu streuen, für den städtischen Kinobetreiber und den Optiker im Ortszentrum natürlich nicht. Und auch sie sind es, die in diesem Jahr voraussichtlich 790 Millionen Euro in den Radio-Werbemarkt pumpen. Das wäre eine Steigerung von 3,3 Prozent, wie der Verband Privater Rundfunk und Telemedien prognostiziert. Das schützt den UKW-Markt allerdings nicht dauerhaft vor Veränderung.

Gerade macht er eine fundamentale Umwälzung durch, die andere Branchen schon längst hinter sich haben. Regiert wurde er lange Jahre von der Deutschen Bundespost, ihr gehörte ein Großteil der deutschen Antennen, die dafür sorgten, dass die Radiosender ihre Inhalte an die Hörer strahlen konnten. Nach dem Ende der Deutschen Bundespost übernahm die Media Broadcast das Geschäft, weitgehend ungestutzt. Als Unternehmen mit „marktbeherrschender Stellung“ unterliegt sie der Regulierung der Bundesnetzagentur in Bonn, die streng darüber wachte, dass das Unternehmen den Radiosendern für die Bereitstellung seines Netzes nicht zu viel Geld abknöpfte. Dass dieses Monopol nicht von Dauer sein konnte, versteht sich in einer von Wettbewerb geprägten Marktwirtschaft von selbst, schließlich mussten sich auch der Energie- und der Telekommunikationsmarkt unter Schmerzen öffnen.

Das Grundprinzip bei der Liberalisierung war stets: Der Monopolist darf das Netz behalten, muss aber den Wettbewerbern zu angemessenen Preisen Zugang verschaffen. Was dies in der Praxis bedeutet, kann man im Telekommunikationsmarkt sehen: Die Deutsche Telekom herrscht über das Netz, aber kleinere Wettbewerber wie 1&1 können ihre Dienste trotzdem an den Kunden bringen. Ähnliches schwebte dem Gesetzgeber vor einigen Jahren auch für den UKW-Markt vor, mit zwei entscheidenden Unterschieden: Dem Hörer ist der Wettbewerb in diesem Markt reichlich egal, solange er nur sein „Radio Bob“ in den beschriebenen Grenzen problemlos empfangen kann.

Die dramatische Umwälzung, die gerade vor sich geht, bekommt er im Zweifel gar nicht mit. Sie betrifft vor allem die Radiosender selbst, die für die technischen Angebote der Media Broadcast zahlen müssen. Für sie hat sich die Auswahl in den vergangenen Jahren schon erhöht. Ähnlich wie 1&1 sind neue Anbieter wie Uplink oder Divicon entstanden, die das Netz der Media Broadcast mieten und ihre Dienste an die Radiosender verkaufen. Sie bringen zu der Antenne meist modernere Sendeanlagen, haben weniger Verwaltungskosten und können ihre Dienste damit günstiger anbieten. Der zweite Unterschied ist im Rückblick noch kurioser: Die Öffnung des Marktes erfolgte erst, als man ihn eigentlich schon auf dem Sterbebett wähnte.

Eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes im Jahr 2012 beendete einerseits die restriktive Vergabe der Senderrechte und sorgte für eine Öffnung. Gleichzeitig wollte man die Technik aber endgültig begraben: Die Ultrakurzwelle sollte eigentlich schon Ende 2015 abgeschaltet werden, um den Weg für das Digitalradio DAB plus frei zu machen, so sah es der Gesetzesentwurf ursprünglich vor. Das wäre auch im internationalen Vergleich gar nicht ungewöhnlich, Länder wie Norwegen haben sich schon davon getrennt. Doch die voreilige Bestattung der Technologie ist abgeblasen.

Derzeit scheint die Technik so vital wie zuvor, nur scheiden sich die Geister bei der Frage, wie lange dies noch der Fall sein wird. Die strenge Regulierung jedenfalls ist nun angeblich auch der Grund, warum der Monopolist nun alles hinwirft, so sagt es zumindest die Media Broadcast, als sie sich Anfang des Jahres überraschend für den Verkauf ihres gesamten Netzes entschied. Unter der bestehenden „Doppelregulierung“ im Bezug auf Wettbewerber und Radiosender könne man es nicht wirtschaftlich betreiben, deshalb verkaufe man es lieber ganz. Das kam einem Paukenschlag gleich. In dieser Entschiedenheit hat sich bisher noch kein Betreiber von seinem Netz getrennt. Andere hingegen behaupten: In der Situation des technischen Umbruchs sei die Regulierungsbehörde mit ihren rigiden Vorgaben zur Preisgestaltung gerade rechtgekommen. Das habe Media Broadcast und vor allem der Muttergesellschaft Freenet die Gelegenheit gegeben, ihr Geschäftsmodell anzupassen. Künftig wird sich die Media Broadcast nicht mehr mit UKW abgeben müssen, sondern kann sich störungsfrei auf alles Digitale konzentrieren, sowohl in Bezug auf Radio als auch auf Fernsehen. So oder so hat die Bundesnetzagentur als „Wettbewerbsförderungsbehörde“ jedenfalls ihr Ziel erreicht: Neue Wettbewerber nehmen dem Platzhirsch Marktanteile weg, mit der eher unerwarteten Konsequenz, dass der ganz von der Bildfläche verschwindet.

Auch für die Bundesnetzagentur bedeutet das längerfristig weniger Arbeit, zumindest in diesem Bereich. Natürlich muss sie die neue Situation erst einmal umfassend analysieren, aber schon jetzt ist klar: Unternehmen ohne Marktbeherrschung müssen nicht vom Staat überwacht werden. Wettbewerb, so heißt es immer so schön, ist das stärkste Regulativ. Deshalb müssen nun also für mehr als 1000 Antennen in ganz Deutschland neue Eigentümer gefunden werden, was angesichts der unsicheren Zukunftsaussichten kein leichtes Unterfangen ist. Ein Drittel wurde schon in einer ersten Phase verkauft, vor allem an die Wettbewerber Uplink und Divicon, aber auch einige Radiosender selbst haben in die Infrastruktur investiert. Der Rest von 700 Antennen wird nun bei der offenen Internet-Auktion von Montag an verkauft.

Jeden Tag gehen etwa fünf Antennenpakete auf den Markt, rund zwei Wochen wird der Verkaufsprozess wohl dauern. Anlagen, die auf diesem Weg keinen neuen Eigentümer finden, werden abgebaut. Die Bieter auf der Auktion halten nun den feuchten Finger in den Wind, der den Fernsehturm am Alex umweht, um zu erahnen, wie lange uns die UKW-Technologie noch erhalten bleibt. Mindestens zehn bis fünfzehn Jahre lässt sich damit noch ordentlich Geld verdienen, so schätzen Marktteilnehmer, die von Montag an mitbieten werden. Vielleicht auch noch länger. Dafür kann man schon mal die eine oder andere Antenne kaufen.

Quelle: www.faz.net

09Okt 2017

Porträt. Es muss nicht immer die große Skalierung sein, es muss nicht digital sein. Gründer Michael Radomski hat in wenigen Jahren den analogen Hörfunk aufgemischt.

UKW! Radio! Analog! Klingelt da was? In unseren digitalen Zeiten wird manchmal vergessen, dass das Radio immer noch das meist genutzte Medium in Deutschland ist. Um die 100 Millionen Empfangsgeräte soll es geben. Sollten irgendwelche Zweifel über die Wichtigkeit des Radios aufkommen, empfehlen wir dringend ein Gespräch mit dem Uplink-Gründer Michael Radomski. Er weiß alles über dieses Medium und lebt seine Begeisterung dafür. Mit seiner Firma kümmert er sich darum, wie das Radio vom Studio in das Endgerät der Nutzer kommt. Da spielen zum Beispiel Antennen eine Rolle. So eine Antenne steht auch auf dem Alexanderplatz in Berlin. Möglichst hoch sollte der Standort sein. Damit viele Haushalte erreicht werden können.

Der Markt, in den Radomski mit seinem Startup vor ein paar Jahren eingestiegen ist, war übersichtlich und abgeschottet. Denn hier herrschte der Monopolist Media Broadcast als Nachfolger der Deutschen Bundespost. Doch die Zerstörung des Monopols war abzusehen, Radomski sah seine Chance und bereitete sich seit der Gründung 2013 auf einen Markteintritt vor. Ursprünglich, um mit besseren Konditionen ein harter Konkurrent für den Monopolisten zu werden. Jetzt sieht es so aus, als ob er mit Uplink zum Marktführer werden und Media Broadcast überholen kann.

Häufigste Frage: „Könnt ihr das wirklich?“

Waren es am Anfang vor allem die privaten Sender, die auf die UKW-Sendetechnologie von Uplink umgestiegen sind, kommen jetzt auch die Öffentlich-Rechtlichen. Viele der öffentlich-rechtlich ausgeschriebenen Frequenzen, die früher von Media Broadcast betrieben wurden, hat sich jetzt Uplink gesichert. Das ist ein millionenschwerer Deal für die Düsseldorfer.

Es dauerte also nur vier Jahre von der Gründung der Firma und keine zwei Jahre nach der Marktöffnung des privaten UKW-Marktes bis große Teile des öffentlich-rechtlichen UKW-Senderbetriebs an Uplink vergeben wurden. Dieser Vertrag soll 7,5 Jahre gültig sein und kann drei Mal verlängert werden. Am Anfang war es schwierig, die Kunden von Uplink zu überzeugen. Die häufigste Frage, die Geschäftsführer Radomski beantworten musste, war: „Könnt ihr das wirklich?“

Die Idee für den Sendenetzbetreiber Uplink war durch die Änderung des Telekommunikationsgesetzes im Jahr 2012 entstanden, die erstmals die Möglichkeit eröffnete, dass Radioveranstalter ihren technischen Betrieb an unabhängige Dienstleister vergeben können. Radomski, der sich mit Handynetzen gut auskannte, ahnte, dass hier ein übersichtlicher aber sehr lukrativer Markt entstehen würde. Die Schwierigkeiten, die er auf dem Weg bis heute zu bewältigen hatte, sah er am Anfang noch nicht so genau. Radomski: „Wenn ich das gewusst hätte, wäre Uplink wahrscheinlich gar nicht entstanden.“

„Banken haben nicht verstanden, was wir eigentlich machen“

Das Startup setzte von Anfang an auf neue Technologie. UKW selber ist analog, doch die Technik drumherum ist bei Uplink digital. Zum Beispiel werden die Sendeanlagen von Sensoren überwacht. Wenn es ein Problem gibt, kann sehr schnell reagiert werden. Radomski: „Der Monopolist hat es in all den Jahren verpasst, seine Technik zu verbessern. Das war unsere Chance.“

Zu den Schwierigkeiten gehörte zu Beginn auch die Finanzierung. Risikokapitalgeber hielten sich bedeckt, weil sie das Geschäft nicht für skalierbar hielten. „Banken haben nicht richtig verstanden, was wir eigentlich machen wollten“, so Radomski. Also blieben am Ende Gesellschafter, die sich mit ihrem eigenen Kapital an Uplink beteiligten. Darunter so bekannte Namen wie Christian Schwarz-Schilling, der ehemalige Bundesminister für Post- und Telekommunikation, und Helmut Markwort, der Gründer des Focus und Medienmanager, der sehr viele Beteiligungen im Radiobereich hält. Radomski besitzt deshalb heute nur rund 20 Prozent am Unternehmen. Allerdings besitzt er die Stimmrechte einiger kleinerer Investoren und kann so die Geschicke von Uplink weiter bestimmen.

Auch mit der Technik war es am Anfang nicht so einfach. Am 1. Juli 2015 wurde erstmals die Mitbenutzung einer UKW-Antenne in Saalfeld an der Saale durchgesetzt. Dabei gab es einen Rückschlag, als es zu Sendeausfällen kam. Kein gutes Entree, um neue Kunden zu gewinnen. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Inzwischen wirbt Uplink damit, dass es stabiler senden kann als die Konkurrenz.

„Unser Wissen lässt sich auf andere Märkte übertragen“

Mit der Übernahme der öffentlich-rechtlichen Sender kann es Uplink schon bald zu einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent bringen. Es gibt neben Media Broadcast mit der Divicon Media Holding in Leipzig und dem Sendernetzbetrieb Baden-Württemberg in Stuttgart zwei weitere Wettbewerber. Media Broadcast wurde 2016 vom Hamburger Mobilfunkbetreiber Freenet übernommen und will sich von ihrer UKW-Technik trennen. Das Geschäft mit rund 1000 Antennen ist bereits zum Verkauf ausgeschrieben. Die Verhandlungen mit Uplink laufen gerade – und wieder ist es schwierig.

Uplink-Gründer Radomski hat aus einer Idee den Marktführer gemacht. Auf einem Feld, das die meisten Menschen nicht auf dem Radar haben. Auch wenn sie eifrige Radiohörer sind. Wenn man ihm zuhört, scheint es eher unwahrscheinlich, dass er sich auf diesem Erfolg ausruhen wird. „Ich habe schon neue Pläne. Unser Wissen lässt sich auch auf andere Märkte übertragen“, erklärt er gegenüber Gründerszene. Was das genau sein soll, verrät er noch nicht.

Auch mit Uplink hat Radomski Zukunftspläne. Inzwischen schaut er sich auch die UKW-Landschaft in anderen Ländern an. Die Anfangszeit des Startups liegt gerade mal vier Jahre zurück. Doch Radomski kann sich noch gut an durchwachte Nächte und Tiefpunkte erinnern. Zwischendurch spielte er in ganz dunklen Stunden sogar mit dem Gedanken, einfach aufzuhören. Für Gründer hat er einen guten Rat: „Du musst einfach immer weiter machen. Am Ende gewinnt der, der am längsten durchhält.“

Quelle: www.gruenderszene.de

26Sep 2017

In Deutschland gibt es über 150 Millionen UKW-Empfänger. Die Radioprogramme erreichen über Sendernetzbetreiber wie Uplink ihre Hörer. Um ohne Signalstörungen senden zu können, muss die dezentrale Infrastruktur stets einwandfrei funktionieren, und das an aktuell mehr als 100 Senderstandorten. Dies stellt Uplink mit einem umfassenden Monitoring-Konzept auf Basis der Software PRTG Network Monitor von Paessler sicher.

Der UKW-Sendernetzbetreiber Uplink wurde 2013 von Geschäftsführer Michael Radomski in Düsseldorf gegründet. Zu dieser Zeit war der UKW-Markt noch ein abgeschottetes Monopol. Erst eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) beendete die restriktive Vergabe der Senderrechte. Im TKG war ursprünglich festgeschrieben, dass UKW Ende 2015 abgeschaltet werden solle, um den Weg für das Digitalradio DAB+ frei zu machen. Doch der Gesetzesentwurf wurde wieder verworfen. So konnte Uplink zum 01.01.2016 den technischen Betrieb im Bereich UKW aufnehmen.

Der UKW-Sendernetzbetreiber baute dafür keine neue Antennen-Infrastruktur auf, sondern nutzte die bestehende Infrastruktur des (ehemaligen) Monopolunternehmens Media Broadcast. Die folgende Entwicklung des jungen Unternehmens war umso bemerkenswerter: Innerhalb des Jahres 2016 entwickelte sich Uplink zum zweitgrößten UKW-Sendernetzbetreiber im deutschen Bundesgebiet.

An den Senderstandorten, also den Funktürmen und -masten, arbeitet Uplink mit der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) zusammen. Bei der DFMG mieten UKW-Betreiber wie Uplink den Platz für ihre Computerschränke, die Stromversorgung und die Kühlungselemente der Sendertechnik an. Ein Team von rund 20 festangestellten Mitarbeitern leitet die UKW-Signale von aktuell rund 20 privaten Radioveranstaltern über Glasfaserleitungen zu den Senderstandorten. Dort sind Rechner montiert, die die digitalisierten Signale decodieren und für die analoge Ausstrahlung verstärken.

Grenzenlose Features

In ganz Deutschland hat sich Uplink in UKW-Sendetürmen und -masten eingemietet, darunter alle großen Fernsehtürme wie der Münchener Olympiaturm oder der Berliner Alex. Daraus resultiert eine dezentrale Infrastruktur, für die das Unternehmen die ständige Verfügbarkeit sicherstellen muss, um den Hörern eine konstant gute Sendequalität zu ermöglichen.

Diese Zuverlässigkeit mit Technikern zu gewährleisten, die ständig vor Ort an den Türmen und Masten sind, wäre für ein junges Unternehmen wie Uplink nicht praktikabel. Daher überwacht das Unternehmen die verteilte Infrastruktur zentral von zwei Network Operations Centern in Düsseldorf und Berlin aus. Allerdings geht es hier nicht nur um das Monitoring der in den Sendeanlagen stationierten IT-Komponenten: Die Überwachung muss ebenso Geräte aus der UKW-Technik, die Stromversorgung sowie die Umgebungstemperatur und die Luftfeuchtigkeit einbeziehen.

Mitte 2014 suchte Uplink-Geschäftsführer Michael Radomski mit seinem Team nach einer passenden Monitoring-Software, die beide Welten unter einen Hut bringen sollte. Durch einen Showcase des Leipziger Service-Providers HL komm Telekommunikations GmbH wurde man auf die All-in-One-Monitoring-Lösung PRTG Network Monitor des Nürnberger Anbieters Paessler aufmerksam.

„PRTG erregte sofort unser Interesse“, berichtet Mitgründer Ansgar Beeg, der bei Uplink den Bereich IT & Entwicklung leitet. „Vor allem die einfache Administration und die vielseitigen Monitoring- und Alarmierungsoptionen fielen uns auf. Kurzerhand entschlossen wir uns dazu, die Free Trial-Version von PRTG in unserem Labor zu testen. Die Clients in unserer Infrastruktur sind zwar alle IP-fähig; wir nutzen aber zum Großteil keine klassischen Netzwerkgeräte. Daher wollten wir herausfinden, ob die Software auch mit UKW-Sendern, Decodern und Encodern umgehen kann. Zu unserer Überraschung konnten diese Non-IT-Geräte genauso umfangreich überwacht werden wie herkömmliche IT-Komponenten. Die Flexibilität von PRTG spiegelt sich auch in seiner API wider. Ohne Paessler auch nur einmal kontaktieren zu müssen, konnten wir die Software über die Schnittstelle an unsere interne SQL-Datenbank anbinden. Es gab keinerlei Barrieren während unserer Tests, weswegen wir uns in der Folge für PRTG als Monitoring-Software entschieden haben.“

Messbare Grundlagen schaffen

Kurz darauf installierten die Systemintegratoren der HL komm den PRTG-Server mit hochredundanter Verfügbarkeit in ihrem eigenen Rechenzentrum, um Uplink die Monitoring-Lösung als Software-as-a-Service bereitzustellen. Die gesamte Infrastruktur von Uplink ist als geschlossenes VPN eingerichtet. Dazu gehören 150 dezentral betriebene UKW-Sender mit durchschnittlich 10 bis 20 Höheneinheiten in 19“ Racks an über 100 Standorten sowie zusätzlicher Zuleitungstechnik an knapp 20 Radio- und TV-Studiostandorten.

Um alle IT- sowie Non-IT-Komponenten zu überwachen, setzt PRTG viele verschiedene Messpunkte ein: so genannte Sensoren. Sie senden der Software kontinuierlich Informationen zum Status einzelner Systeme, Geräte und Anwendungen. Uplink nutzt aktuell bis zu 150 Sensoren an einem UKW-Sender, um dort u.a. Hochfrequenzkennzahlen oder die Multiplex-Leistung des FM-Hubs zu messen. Darüber hinaus sind Sensoren für Audioeingänge und -encoder sowie IP-Technik im Studio integriert. Uplink misst mit PRTG auch die aktuelle Leitungsqualität im Netz von HL komm. Das Düsseldorfer Unternehmen ist jetzt in der Lage, die gesamte Technik am Senderstandort zu überwachen, darunter IP-Technik für Haupt- und Backup-Leitungen, Decoder sowie UKW-Sender und RDS-Encoder. Besonders wichtig sind zudem die IP-fähigen USVs, deren Stromqualität kontinuierlich mit Sensoren überprüft wird. Alternativ nutzt Uplink die PRTG-Optionen zum Umgebungs-Monitoring und misst die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck an den Senderstandorten in Echtzeit.

„Unsere UKW-Sender befinden sich in kleinen Technikflächen innerhalb eines Funkturms, vergleichbar mit einem Serverraum“, führt Michael Radomski aus. „Herkömmlicherweise verursacht ein Sender eine gewisse Abwärme. Fällt hier an heißen Sommertagen die Klimaanlage aus, können unsere Anlagen überhitzen und ausfallen. Mit Hilfe von PRTG bekommen wir solche Temperaturanstiege bereits in der Entstehung mit und können rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.“

Differenzierte Fehlerbildanalyse

Um Fehler in der dezentralen Infrastruktur frühzeitig identifizieren zu können, legte Uplink bei jedem Sensor gezielte Schwellenwerte fest. Werden diese überschritten, schlägt PRTG sofort Alarm. Die entsprechende Warnmeldung samt Live-Daten trifft dann per E-Mail bei den Mitarbeitern der beiden Network Operations Centers in Düsseldorf und Berlin ein.

Diese führen in der übersichtlichen Web-Oberfläche von PRTG dann direkt eine Fehlerbildanalyse durch, um das Ausmaß einer Störung oder eines Defekts abschätzen und gezielte Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Das Network Operations Center steht in direktem Kontakt zu den Wartungstechnikern, die für Uplink unterwegs sind. Die Techniker wissen somit bereits bei der Anfahrt zu Funktürmen und -masten über den vorliegenden Fehler und die erforderliche Reparatur Bescheid. Eine langwierige Fehlersuche vor Ort entfällt.

„Im Bereich der UKW-Technik hilft es uns häufig, einen Mix aus mehreren Warnmeldungen zu betrachten. Durch die Interpretation der Ergebnisse von bis zu 150 Monitoring-Sensoren ergibt sich ein sehr differenziertes Fehlerbild, wodurch der eigentliche Fehler eindeutig lokalisiert werden kann“, verdeutlicht Michael Radomski. „Somit erkennen wir mit PRTG auch schleichende Defekte an kleinen Komponenten unserer Sender frühzeitig und können eingreifen, bevor es zu kostspieligen Ausfällen kommt.“

Um die Effizienz bei der täglichen Arbeit mit PRTG zu steigern, passten die Uplink-Mitarbeiter das Dashboard der Monitoring-Lösung individuell an. Dank der flexiblen CSS der Software war dies problemlos umsetzbar. Farbliche Anpassungen oder neue Anordnungen einzelner Monitoring-Bereiche beschleunigten den internen Workflow nachhaltig. „Das Anpassen von PRTG an unsere Anforderungen entpuppte sich während der Implementierung als nochmal deutlich einfacher als während der Evaluierung angenommen“, resümiert der für das Projekt verantwortliche Ansgar Beeg. „So war es ein Kinderspiel, das Monitoring-Dashboard sowie die Alarm-E-Mails mit unserer Corporate Identity zu versehen.“

Fazit: Monitoring als Basis für den Unternehmenserfolg

Michael Radomski fasst die mit PRTG initiierten Optimierungen zusammen: „Mit PRTG sind wir in der Lage, unsere extrem dezentralisierte Infrastruktur zentral zu monitoren. Wir müssen keine Techniker vor Ort an den einzelnen Sendestationen einsetzen, um dort die Funktion sicherzustellen. Das bedeutet einen über 80 Prozent geringeren Personalaufwand.

Gleichzeitig ermöglicht uns PRTG, neue Standorte extrem schnell zu integrieren. Über konsequente Planung und Strukturierung können wir bis zu 10.000 Sensoren an einem Arbeitsplatz zentral überwachen und administrieren. Dank der Agilität und Flexibilität von PRTG gelingt es uns als junges Unternehmen, bereits in einer frühen Marktphase erfolgreich gegen einen Ex-Monopolisten zu bestehen.“

Quelle: www.ip-insider.de

11Sep 2017

Die Berliner TOP RADIO Gruppe, bestehend aus den Programmen rs2, Berliner Rundfunk und KISS FM wechselt im kommenden Jahr mit ihren 14 UKW-Frequenzen zum Sendernetzbetreiber UPLINK Network GmbH aus Düsseldorf.

Geschäftsführer Sebastian Cochois von der TOP Radiovermarktung GmbH & Co. KG sieht in dieser Entscheidung einen strategischen Schritt zur stärkeren technischen Unabhängigkeit und Optimierung der UKW-Ausstrahlung: „UPLINK hat uns ihrem dem technischen und kommerziellen Angebot klar überzeugt.“

Nachdem sich der öffentlich-rechtliche RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) vor wenigen Tagen für die Vergabe seines Sendebetriebs mit 34 Frequenzen an UPLINK entschieden hat, kommt nun die nächste Berliner Senderkette hinzu: „Wir bieten eine bundesweite Grundversorgung für die UKW-Ausstrahlung“, zeigt Geschäftsführer Thomas Weiner, der für den Betrieb bei UPLINK zuständig ist auf, „aber für so weite Teile des Radios in der Hauptstadt verantwortlich zu sein, ist schon etwas Besonderes. Alleine auf dem Berliner Fernsehturm am Alex betreiben wir bald die 8 Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, rs2, Berliner Rundfunk, KISS FM, Radio Eins, Antenne Brandenburg und Fritz.“

Quelle: www.radiowoche.de

01Sep 2017

Der Radioveranstalter ENERGY Sachsen hat den den UKW-Sendernetzbetreiber UPLINK Network GmbH ab dem 01.01.2018 mit dem Betrieb seiner landesweit zehn UKW-Frequenzen im Freistaat Sachsen beauftragt. Damit verantwortet Uplink bald jede zweite UKW-Frequenz in Sachsen.

UPLINK übernimmt nach RADIO PSR und R.SA den Betrieb des dritten landesweiten UKW-Netzes und ist damit bei der Verbreitung von privaten Veranstaltern für mehr als die Hälfte aller UKW-Frequenzen in Sachsen verantwortlich.

Geschäftsführer Christopher Franzen von der Netzwerk Programmanbietergesellschaft mbH Sachsen & Co. Betriebs KG, Veranstalter des Mantelprogramms von ENERGY Sachsen, freut sich, seinen Sendernetzbetreiber 25 Jahre nach Start des Programms endlich wechseln zu können: „Dieser Schritt bringt uns höhere Qualität, niedrigere Kosten und stärkere Transparenz im technischen Betrieb. Mit UPLINK haben wir in Sachsen einen starken Partner, der aber auch bundesweit beste Referenzen besitzt. Die Liberalisierung des Marktes bringt für uns als Programmveranstalter wirkliche Vorteile.“

Auf Seiten von UPLINK freut man sich nach dem Gewinn von vier großen öffentlich-rechtlichen Aufträgen mit über 350 UKW-Frequenzen in der vergangenen Woche nun über den nächsten privaten Kunden: „Wir bieten eine bundesweite Flächendeckung für UKW-Betrieb sowie viele weitere Services“, zeigt Geschäftsführer Thomas Weiner, der für den Betrieb zuständig ist auf, „Wir freuen uns daher nun, mit ENERGY Sachsen eine starke Marke bei ihrem Wachstum unterstützen zu können.“

Quelle: www.infosat.de

22Aug 2017

Es ist ein millionenschweres Geschäft für den Übertragungsdienstleister Uplink und seine Anteilseigner – darunter dem Focus-Gründer Helmut Markwort. Die ARD-Anstalten haben der Düsseldorfer Gesellschaft den Zuschlag erteilt, den Sendebetrieb für mehr als ein dutzend Radioprogramme zu übernehmen – unter anderem für Hörfunksendungen des NDR, RBB und des Saarländischen Rundfunks.

Der ehemalige Focus-Gründer Helmut Markwort und der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling können sich die Hände reiben. Sie sind Miteigentümer des Düsseldorfer Übertragungsdienstleisters Uplink. Jetzt hat das Unternehmen mit den ARD-Anstalten einen millionenschweren Deal abgeschlossen, der kräftig die Firmenkasse klingeln lässt. Der Grund: die nordrhein-westfälische Gesellschaft übernimmt den Sendenetzbetrieb für diverse UKW-Programme der ARD: „Die Ausstrahlung der öffentlich-rechtlichen Radioprogramme für Deutschlandradio (bundesweit), NDR (für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern), RBB (in Berlin und Brandenburg) und dem Saarländischen Rundfunk (in Teilen des Saarlandes) werden ab dem 1. Juli 2018 technisch durch Uplink betrieben“, erklärt Uplink-Geschäftsführer Michael Radomski gegenüber MEEDIA.

Dem Unternehmen beschert das Geschäft einen Umsatzschub im zweistelligen Millionenbereich. Nach MEEDIA-Informationen sind es jährlich mehr als 13 Millionen Euro. Dem Vernehmen nach läuft der Vertrag über 7,5 Jahre und kann drei Mal verlängert werden. In diesem Fall würde der Vertrag nach 10,5 Jahren enden. Sollte die ARD-Anstalten hiervon Gebrauch manchen, könnte dies Uplink brutto einen Gesamtbetrag von mehr als 136 Millionen Euro einbringen. „Mit 352 UKW-Frequenzen erhält Uplink etwa Zweidrittel der ausgeschriebenen Leistungen und damit mit Abstand das größte Paket“, betont der Uplink-Chef, der sich ansonsten zu den Vertragsbedingungen nicht äußern will. Konkret übernehmen die Düsseldorfer künftig technisch die Ausstrahlung von 14 UKW-Programmen – darunter Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur (jeweils Deutschlandradio), NDR 1 MV, NDR 2 MV, NDR 3 MV, NDR 4 MV, N-JOY (jeweils NDR), Radio Eins, RBB Kultur, Antenne Brandenburg, Fritz, Info Radio (jeweils RBB), Unserding und SR 2 Kulturradio (jeweils Saarländischer Rundfunk). Die restlichen von der ARD ausgeschriebenen Frequenzen gehen nach MEEDIA-Informationen an den Uplink-Konkurrenten Divicon.

Mit den ARD-Deal ist die Düsseldorfer Uplink-Gruppe bundesweit für mehr als 500 UKW-Frequenzen zuständig. „Uplink nimmt mit dem Zuschlag die Aufgabe eines bundesweiten Grundversorgers für UKW-Radio an und sieht die übertragene Aufgabe als große Verantwortung an“, unterstreicht der Firmenchef. Hintergrund des Geschäfts ist, dass sich der bisherige Übertragungsdienstleister Media Broadcast aus dem UKW-Sendenetzbetrieb zurückgezogen hat. „In Zukunft werden wir gemeinsam mit unserer Eigentümerin, der Freenet Group, eine klare Digital-Strategie verfolgen“, begründete Wolfgang Breuer, Chef des Kölner Unternehmens, vor einigen Monaten die Entscheidung. Mit dem Strategiewechsel waren die ARD-Anstalten allerdings gezwungen, den Sendenetzbetrieb für diverse Hörfunkprogramme öffentlich auszuschreiben.

Auslöser für die Neuausrichtung der Media Broadcast war die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes. Dadurch sah sich der Kölner Quasi-Monopolist erstmals Wettbewerbern wie Uplink gegenüber, die in das Geschäft drängten. „Mit nun etwa 30 Prozent Marktanteil des regulierten Marktes für den UKW-Sendernetzbetrieb positioniert sich Uplink als starker Partner für private und öffentlich-rechtliche Radioveranstalter“, betont der Geschäftsführer.

Quelle: www.meedia.de

24Jul 2017

Dresden – Das ist mal ein Job mit Ausblick: Michael Radomski (43) betreibt eine Firma für UKW-Sendenetze, verschickt Radiosignale ins Land. In Dresden hängen seine Antennen für Radio PSR und R.SA ausgerechnet hoch oben auf dem sonst verschlossenen Fernsehturm. Bei dem Panorama überprüft der Chef gern auch mal selbst die UKW-Technik.

Neben den Antennen steckt die wertvollste Technik in den Katakomben des Fernsehturms. Ein mannshoher Steuerungskasten, vollgepackt mit Sensoren. Hier kommt das Programm der Sender per Kabel an. „Die Technik verstärkt das Signal auf bis zu 10.000 Watt, geht auf die Antenne am Masten, wird erneut verstärkt und landet dann bei den Hörern“, erklärt Radomski.

Die Firma Uplink Network GmbH gründete er 2013 in Düsseldorf. Als 2016 das Monopol für die UKW-Übertragung endete, ging er in den Markt. „Die Sender profitieren von deutlich günstigeren Preisen, die sie wiederum in die Inhalte stecken können“, so der Uplink-Chef. Das bestätigt Friedrich A. Menze (60), Geschäftsführer bei Radio PSR und R.SA. Er lobt die moderne Technik des Unternehmens.

Gegen ein Risiko hilft jedoch die beste Technik nicht: Blitzeinschläge im Fernsehturm verursachen Kriechströme. Sie können bis in die Katakomben des Turms schleichen. „Ein Totalausfall ist sehr selten“, sagt Radomski, dessen 20 Mitarbeiter per Ferndiagnose und in Echtzeit auf die Sendetechnik zugreifen.

Im Notfall steht ein Techniker schnell am Fuße des Fernsehturms. Und wenn das Wetter mitspielt, schaut der Uplink-Chef auch gerne selbst nach den Antennen in über 150 Meter Höhe und genießt das Panorama: „Der Dresdner Fernsehturm bietet wirklich einen wunderbaren Ausblick.“,,,,

Quelle: www.tag24.de

19Jun 2017

Lange kontrollierte die Telekom-Tochter T-Systems das Geschäft mit UKW-Radio-Frequenzen. Doch das Düsseldorfer Startup Uplink mischt dieses Monopol auf – deutschlandweit. Ein Besuch am Sendemast.

Nach einer rasanten Fahrt mit dem Aufzug muss die letzte Etappe bis zur höchsten Plattform des Rheinturms zu Fuß bewältigt werden. Doch Michael Radomski hat mit den vielen Stufen bis in 194 Meter Höhe kein Problem. Und schon blickt der Gründer der Düsseldorfer Firma Uplink zufrieden über den Rhein Richtung Neuss. Radomski hat hier oben Sendetechnik installiert. Mit einer Antenne versorgt er von hier den Lokalradiosender News 89,4 mit Signalen.

Rund 150 solcher Antennen für Rundfunk auf Ultrakurzwelle (UKW) nutzt Radomski inzwischen bundesweit. Damit ist er in einen Markt eingedrungen, der lange als eines der letzten deutschen Monopole galt. „Es ist unglaublich, wie viele informelle Markteintrittsbarrieren wir wegräumen mussten“, sagt der 44-jährige Niederrheiner, der in Düsseldorf Betriebswirtschaft studiert hat.

Der Markt für UKW-Sendernetzbetreiber war früher streng abgeschottet und wurde lange von der Telekom-Tochter T-Systems kontrolliert. Die verkaufte ihr Geschäft vor einigen Jahren an die Kölner Media Broadcast, die nun als Dienstleister für Bild- und Tonübertragungen als Platzhirsch agierte. Doch als 2012 das Telekommunikationsgesetz geändert wurde und die restriktive Vergabe der Senderrechte aufgehoben wurde, sah Radomski seine Chance. Denn der Markt der durch Werbung finanzierten privaten Radiosender gilt trotz des überschaubaren Volumens von einer halben Milliarde Euro als hoch lukrativ. „Es ist zwar eine kleine Nische“, sagt Radomski, „die ist aber auch sehr interessant.“

„Könnt ihr das auch?“

So konnte die 2013 von Radomski gegründete Firma Uplink Anfang 2016 den technischen Betrieb im Bereich UKW aufnehmen. Zuvor hatten die Düsseldorfer eine spezialisierte Technik-Firma hinzugekauft, Ende 2014 bekamen sie die Genehmigung der Bundesnetzagentur zum Betrieb von UKW-Frequenzen. Viele Kunden hätten damals auch von Media Broadcast wechseln wollen, sagt Radomski. Der Newcomer bot bessere Konditionen, hatte aber keine Referenzen.

„Könnt ihr das auch?“, wurde Uplink damals häufig gefragt. Denn beim Ausfall eines Radiosenders drohen massive Einbußen, auch für die Werbekunden. Einen Verbündeten fand Radomski damals bei Regiocast, einem Radiounternehmen mit Standorten in Leipzig, Kiel und Berlin. Dessen Chef beteiligte sich dann an Uplink, ebenso wie der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling und der Medienunternehmer Helmut Markwort.

Mittlerweile betreibt Uplink 151 UKW-Frequenzen für 16 Radiosender in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Hessen, Baden-Württemberg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Ein Team von rund 20 fest angestellten Mitarbeitern leitet die UKW-Signale der privaten Radioveranstalter über Glasfaserleitungen zu den Senderstandorten wie dem Rheinturm, erklärt Radomski. Dort wiederum sind Rechner montiert, die digitalisierte Signale decodieren und für die analoge Ausstrahlung verstärken.

In NRW arbeiten Teile von Radio NRW mit Uplink zusammen, neben News 89,4 etwa Radio Sauerland, Radio Leverkusen, Radio Ennepe-Ruhr, Radio Rur und Radio Hagen. Medienriesen wie der WDR indes betreiben ihre UKW-Sender über eigene Technik, wie etwa die Funkstation Langenberg in Velbert.

Gegen die Konkurrenz

In Ostdeutschland entschloss man sich jedoch nach der Wende für ein Modell, wie es auch die privaten Radios im Westen bevorzugen. Und gerade erst haben die Ost-Sender ihr öffentliches UKW-Netz über siebeneinhalb Jahre europaweit ausgeschrieben, von vielen Akteuren nahezu unbemerkt. Dem findigen Michael Radomski aber dürfte das nicht verborgen geblieben sein. Allerdings will er sich zu diesem Ausschreibungsverfahren derzeit nicht äußern.

Radomski spricht lieber über die Erfolge der vergangenen zwei Jahre: Nach eigenen Angaben hat der neue Sendernetzbetreiber mittlerweile mehr als zehn Prozent des UKW-Marktes erobert. Und man wachse weiter, sagt er. An Konkurrenz gibt es neben der Kölner Media Broadcast inzwischen auch noch die Leipziger Divicon und im Südwesten Deutschlands die SBW, beide mit einem geschätzten Marktanteil von je etwa vier Prozent. Hinzu kommen einige noch kleinere Anbieter.

Die Newcomer haben aber keine eigene Antennen-Infrastruktur aufgebaut, sie nutzen vielmehr gegen Gebühren die bestehende Infrastruktur von Media Broadcast, die auf Anordnung der Bundesnetzagentur Teile ihres Netzes abgeben musste. Uplink arbeitet an seinen Standorten wie dem Düsseldorfer Funkturm auch mit der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm zusammen, die die meisten dieser Anlagen bewirtschaftet. Dort mieten die UKW-Betreiber den Platz für ihre Computerschränke, Stromversorgung und Kühlungselemente der Sendertechnik an.

UKW im Aufwind

Der Markt für UKW-Technik ist weiter im Aufwind. Denn während das 2001 auf den Weg gebrachte Digitalradio mit DABplus-Standard und den dazu notwendigen neuen Empfangsgeräten nicht vorankommt, setzen die meisten Nutzer zu Hause, im Büro und im Auto weiterhin auf die alte UKW-Technik und ihre bisherigen Geräte.

Hinzu kommt nun, dass die Kölner Media Broadcast 2016 vom Hamburger Mobilfunkbetreiber Freenet übernommen wurde und sich von ihrer UKW-Technik trennen will; das Geschäft mit rund 1000 Antennen ist bereits zum Verkauf ausgeschrieben. Auch internationale Finanzinvestoren hätten bereits ihr Interesse bekundet, heißt es bei Media Broacast in Köln auf Anfrage. Künftig wolle man eine klare Digital-Strategie verfolgen und dabei auf die Wachstumsfelder DVB-T2 HD und DABplus als digitale Technologien zur TV- und Radio-Verbreitung setzen.

Michael Radomski hofft unterdessen, zumindest einen Teil der 1000 Antennen samt Verträgen mit Radiosendern zu bekommen. Das Monopol sei endlich aufgebrochen, sagt er. Allerdings müssten auch die im europäischen Vergleich enorm hohen Mietpreise der Deutschen Funkturm GmbH auf den Prüfstand.

Quelle: www.welt.de

29Mai 2017

Die Mitteldeutschen Landesmedienanstalten schließen sich einer Forderung der Bundesländer nach Regulierung beim geplanten UKW-Sendernetzverkauf der Media Broadcast GmbH an und drängen auf eine unterbrechungsfreie Rundfunkversorgung.

„Der angestrengte Verkauf des UKW-Sendernetzes darf die bestehende und von privaten Radioanbietern mit aufgebaute angebots- und meinungsvielfältige Radio­landschaft nicht gefährden“, betont der AML, die Arbeitsgemeinschaft der drei mitteldeutschen Landesmedienanstalten.

Die Medienanstalt Sachsen-Anhalt, die Thüringer Landesmedienanstalt und die Sächsische Landesanstalt für privaten Rund­funk und neue Medien betonen, dass insbesondere die unterbrechungsfreie Versorgung der Bevölkerung mit Hörfunk gewährleistet bleiben müsse. Private Radiosender haben, so die AML, derzeit keinen zeitlichen Vorlauf für den Erwerb des UKW-Sendernetzes, der notwendig sei, um sowohl finanziell vorzusorgen als auch die betriebswirtschaftlichen Berechnungen und Bewertungen vorzunehmen.

Die Forderung: Ein Hinweis auf die Bindung der Senderanlagen zur Verbreitung der Radioprogramme, die von den Landesmedienansalten zugewiesene werden und andere regulative Vorgaben, sofern keine Kaufverträge mit den Rundfunkanstalten entstehen.

Die Arbeitsgemeinschaft fordert von der die Bundesnetzagentur eine Sicherheitsstellung des Sendernetzbetriebes im Rahmen des Frequenzzuteilungsverfahrens während der Vertragsverhandlungen zwischen Veranstalter und Erwerbern.

Quelle: www.digitalfernsehen.de

26Apr 2017

Seit über einem Jahr bietet UPLINK Network GmbH deutschen Radiomachern die lang ersehnte Alternative zum Betrieb von UKW-Sendernetzen. Zusammen mit HLkomm aus Leipzig, einem Unternehmen der Tele Columbus Gruppe, wurden inzwischen mehr als 100 Sendetürme und -masten erschlossen. HLkomm liefert das Audiosignal für ein Dutzend deutscher Radiosender über IP-Verbindungen an die Senderstandorte, während UPLINK das Quellsignal nach De- und Encoding auf die Antennen gibt. Mit einer Signalverfügbarkeit von 99,9 Prozent sorgt der neue Sendernetzbetreiber vom Start weg für eine extrem hohe Sendezuverlässigkeit.

„Ein reibungsloser Sendebetrieb und eine zuverlässige Signalzuführung sind für die Radiobetreiber absolut essenziell“, erklärt Michael Radomski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Sendernetzbetreibers UPLINK. Grund hierfür ist das Nutzerverhalten: Ein schweigender UKW-Sender hat zur Folge, dass der Hörer die Frequenz zu einem Wettbewerber wechselt. Ob er danach wieder zurückschaltet, bleibt ungewiss. In den zurückliegenden 12 Monaten blieb Radiomachern, die ihre Programme über UPLINK verbreiten, ein solches Szenario durch die extrem zuverlässige Signal- und Sendeverfügbarkeit erspart.

Ein Terabyte Audiodaten leitet HL komm täglich weiter, die über das UPLINK-Sendernetz verbreitet dafür sorgen, dass den Hörern daheim wie unterwegs ein Tastendruck genügt, um zuverlässig auf aktuelle Informationen, Musik und beste Unterhaltung zugreifen zu können.

HL komm verbindet dabei die Studios mit den Senderstandorten in ganz Deutschland. Dafür setzt der Leipziger Dienstleister auf hochperformante, redundant abgesicherte Glasfaserverbindungen, die über sein Remote Network Management Center rund-um-die-Uhr überwacht werden. Das UPLINK-Sendernetz profitiert vom lückenlosen Monitoring des Audio-Over-IP-Signals. Störungen werden sofort erkannt und ein alternatives Routing geschaltet, um Downtimes zu verhindern. Selbst Gleichwellenfrequenzen lassen sich mit dem IP-Signal synchron beliefern. Hinzu kommt eine Feldüberwachung der Luftschnittstelle, mit der sich die Qualität der Aussendung jederzeit prüfen lässt.
„Wir freuen uns, dass wir mit unserer Stärke bei der hochverfügbaren IP-Audiokontribution zum erfolgreichen Marktstart unseres Partners UPLINK beitragen konnten“, erklärt Richard Fahringer, Geschäftsführer von HL komm, das sich inzwischen zum Marktführer für Audio-over-IP Dienstleistungen entwickelt hat. „Die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit UPLINK beim UKW-Sendernetzbetreib ist ein Gewinn für die deutschen Radiomacher“, so Fahringer weiter. Nach 12 Monaten sind bereits über 10 Prozent des privaten deutschen Hörfunkmarktes zur UPLINK Network GmbH gewechselt, um ihren Sendebetrieb erfolgreich zu modernisieren und strategisch genau an die Erfordernisse von Zielgebiet und Hörerschaft auszurichten.

Quelle: www.radiowoche.de

24Apr 2017

Düsseldorf/Leipzig, 24. April 2017. Seit über einem Jahr bietet UPLINK Network GmbH deutschen Radiomachern die lang ersehnte Alternative zum Betrieb von UKW-Sendernetzen. Zusammen mit HL komm aus Leipzig, einem Unternehmen der Tele Columbus Gruppe, wurden inzwischen mehr als 100 Sendetürme und -masten erschlossen. HL komm liefert das Audiosignal für ein Dutzend deutscher Radiosender über IP-Verbindungen an die Senderstandorte, während UPLINK das Quellsignal nach De- und Encoding auf die Antennen gibt. Mit einer Signalverfügbarkeit von 99,9 Prozent sorgt der neue Sendernetzbetreiber vom Start weg für eine extrem hohe Sendezuverlässigkeit.

„Ein reibungsloser Sendebetrieb und eine zuverlässige Signalzuführung sind für die Radiobetreiber absolut essenziell“, erklärt Michael Radomski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Sendernetzbetreibers UPLINK. Grund hierfür ist das Nutzerverhalten: Ein schweigender UKW-Sender hat zur Folge, dass der Hörer die Frequenz zu einem Wettbewerber wechselt. Ob er danach wieder zurückschaltet, bleibt ungewiss. In den zurückliegenden 12 Monaten blieb Radiomachern, die ihre Programme über UPLINK verbreiten, ein solches Szenario durch die extrem zuverlässige Signal- und Sendeverfügbarkeit erspart.

Ein Terabyte Audiodaten leitet HL komm täglich weiter, die über das UPLINK-Sendernetz verbreitet dafür sorgen, dass den Hörern daheim wie unterwegs ein Tastendruck genügt, um zuverlässig auf aktuelle Informationen, Musik und beste Unterhaltung zugreifen zu können.

HL komm verbindet dabei die Studios mit den Senderstandorten in ganz Deutschland. Dafür setzt der Leipziger Dienstleister auf hochperformante, redundant abgesicherte Glasfaserverbindungen, die über sein Remote Network Management Center rund-um-die-Uhr überwacht werden. Das UPLINK-Sendernetz profitiert vom lückenlosen Monitoring des Audio-Over-IP-Signals. Störungen werden sofort erkannt und ein alternatives Routing geschaltet, um Downtimes zu verhindern. Selbst Gleichwellenfrequenzen lassen sich mit dem IP-Signal synchron beliefern. Hinzu kommt eine Feldüberwachung der Luftschnittstelle, mit der sich die Qualität der Aussendung jederzeit prüfen lässt.

„Wir freuen uns, dass wir mit unserer Stärke bei der hochverfügbaren IP-Audiokontribution zum erfolgreichen Marktstart unseres Partners UPLINK beitragen konnten“, erklärt Richard Fahringer, Geschäftsführer von HL komm, das sich inzwischen zum Marktführer für Audio-over-IP Dienstleistungen entwickelt hat. „Die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit UPLINK beim UKW-Sendernetzbetreib ist ein Gewinn für die deutschen Radiomacher“, so Fahringer weiter. Nach 12 Monaten sind bereits über 10 Prozent des privaten deutschen Hörfunkmarktes zur UPLINK Network GmbH gewechselt, um ihren Sendebetrieb erfolgreich zu modernisieren und strategisch genau an die Erfordernisse von Zielgebiet und Hörerschaft auszurichten.

Die HL komm Telekommunikations GmbH ist einer der führenden Telekommunikationsanbieter in Mitteldeutschland und bietet als zentraler Versorger Dienstleistungen in den Bereichen Internet, Telefonie, Rechenzentren und Vernetzung. Derzeit verfügt die HL komm über ein tausende Kilometer langes hochverfügbares und redundantes Glasfasertelekommunikationsnetz in der Region Mitteldeutschland, ein Team von über 120 spezialisierten und erfahrenen Mitarbeitern sowie ein 24/7/365 erreichbares Netzwerk-Management-Center. Ziel des Unternehmens ist die wirtschaftliche Stärkung und Entwicklung der Region durch innovative und nachhaltige Technologielösungen. 1997 als ein Eigenbetrieb der Leipziger Stadtwerke gegründet, fusionierte die HL komm Telekommunikations GmbH & Co.KG am 1. Januar 2000 mit den City-/ Regiocarriern 3H Telekommunikations GmbH und TelSA Telekommunikationsgesellschaft mbH Sachsen-Anhalt aus Halle zur heutigen HL komm Telekommunikations GmbH mit Sitz in Leipzig. Seit dem 30. November 2015 zählt HL komm zur Tele Columbus-Gruppe, die mit 3,6 Mio. angeschlossenen Haushalten als drittgrößter deutscher Kabelnetzbetreiber am Markt ist. Weitere Informationen unter www.hlkomm.de.

Quelle: Pressemitteilung HL komm www.hlkomm.de

31Mrz 2017

Die Ankündigung der Media Broadcast GmbH, sich von der UKW-Infrastruktur zu trennen, hat einiges im Sendernetz-Markt in Bewegung gebracht. Daraus ergeben sich zahlreiche offene Fragen. Besonders wichtig für die Radioverbände und die Senderbetreiber ist, wie der diskriminierungsfreie Zugang zur UKW-Infrastruktur auch zukünftig gewährleistet sein kann. Gegenwärtig gilt die Anordnung der Bundesnetzagentur, dass die Media Broadcast anderen Senderbetreibern Zugang zu ihren Antennen zu regulierten Entgelten gewähren muss.

Im Rahmen eines Workshops der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) haben sich die Verbände APR und VPRT und die vier Netzbetreiber audio media service Produktionsgesellschaft (Bielefeld), DIVICON MEDIA HOLDING GmbH (Leipzig), SBW Sendernetzbetrieb Baden-Württemberg GmbH (Stuttgart) und UPLINK Network GmbH (Düsseldorf) auf folgende “Frankfurter Erklärung” geeinigt:

“Die bisherige UKW-Senderbetreiberin beabsichtigt, ihre UKW-Infrastruktur zu veräußern. Senderbetreiber wie die Unterzeichner und Programmveranstalter, wie sie von den unterzeichnenden Verbänden vertreten werden, sind am Erwerb der Infrastruktur interessiert. Sie stehen als Bieter in Konkurrenz zueinander, die von dieser Erklärung nicht tangiert wird. Da meist mehrere Programme über eine Infrastruktur abgestrahlt werden, stellt sich die Frage des Zugangs für diejenigen Betreiber, die nicht Eigentümer der Infrastruktur werden.

Die Unterzeichner erklären vorbehaltlich einer Konsultation und Abstimmung mit der zuständigen Kartellbehörde, jedem Betreiber, der ein Hörfunkprogramm abstrahlt, diskriminierungsfreien Zugang zur eigenen UKW-Infrastruktur (Antenne, Zuleitung und gegebenenfalls Weiche) einzuräumen. Sie laden weitere Partner ein, sich an der wechselseitigen Zugangsgewährung für die Abstrahlung von Hörfunkprogrammen zu beteiligen.

Die Unterzeichner werden nach Konsultation und Abstimmung mit der Kartellbehörde verbindliche Absprachen treffen, die auch eine Grundlage und ein Prozedere für die Bewertung der Vergütung für die Mitbenutzung enthalten.”

Quelle: www.radiowoche.de

02Mrz 2017

PRTG Network Monitor überwacht UKW-Signale für Millionen HörerFallstudie PRTG.

Der UKW-Sendernetzbetreiber UPLINK wurde 2013 von Geschäftsführer Michael Radomski in Düsseldorf gegründet. Zu dieser Zeit war der UKW-Markt noch ein abgeschottetes Monopol. Erst eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) beendete die restriktive Vergabe der Senderrechte. Im TKG war ursprünglich festgeschrieben, dass UKW Ende 2015 abgeschaltet werden sollte, um den Weg für das Digitalradio DAB+ frei zu machen. Doch der Gesetzesentwurf wurde wieder verworfen. So konnte UPLINK zum 1.1.2016 den technischen Betrieb im Bereich UKW aufnehmen. Der UKW-Sendernetzbetreiber baute dafür keine neue Antennen-Infrastruktur auf, sondern nutzte die bestehende Infrastruktur des (ehemaligen) Monopolunternehmens Media Broadcast. Die folgende Entwicklung des jungen Unternehmens war umso bemerkenswerter: Innerhalb des Jahres 2016 entwickelte sich UPLINK zum zweitgrößten UKW-Sendernetzbetreiber im deutschen Bundesgebiet. An den Senderstandorten, also den Funktürmen und -masten, arbeitet UPLINK mit der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) zusammen. Bei der DFMG mieten UKW-Betreiber wie UPLINK den Platz für ihre Computerschränke, die Stromversorgung und die Kühlungselemente der Sendertechnik an. Ein Team von rund 20 festangestellten Mitarbeitern leitet die UKW-Signale von aktuell rund 20 privaten Radioveranstaltern über Glasfaserleitungen zu den Senderstandorten. Dort sind Rechner montiert, die digitalisierte Signale decodieren und für die analoge Ausstrahlung verstärken.

Die vollständige Fallstudien: Fallstudie PRTG UPLINK

 

23Jan 2017
Bild Antennenmast Saalfeld

Antennenmast Saalfeld – Ort der ersten regulierten Antennenmitbenutzung in Deutschland am 01.07.2015

Düsseldorf, 23.01.2017 – Am 01.01.2016 wurde der Markt für den UKW-Sendernetzbetrieb in Deutschland liberalisiert. Seit einem Jahr können die Rundfunkveranstalter in Deutschland erstmals frei entscheiden, wer für sie den technischen Betrieb der Programmverbreitung übernimmt. Der Düsseldorfer Sendernetzbetreiber UPLINK Network GmbH zieht eine vorsichtig positive Bilanz:

„Der Wettbewerb im Markt für UKW-Sendedienstleistungen beginnt langsam zu greifen. Mit jetzt schon über 10% Marktanteil bei den privaten Radioveranstaltern sind wir zweitgrößter Anbieter in Deutschland. Auf den ersten Blick ein schöner Erfolg, aber der Weg war sehr steinig und wird es leider auch bleiben“, fasst UPLINK Gründer und Geschäftsführer Michael Radomski die Situation 12 Monate nach Markteintritt zusammen. „Wir haben im vergangenen Jahr natürlich viel gelernt, eine ganze Reihe Barrieren weggeräumt und jede Menge Transparenz geschaffen“, ergänzt Mitgesellschafter und Prokurist Thomas Weiner, der bei UPLINK für die Projektleitung zuständig ist und damit verantwortlich war, in den ersten 90 Tagen des vergangenen Jahres knapp 100 UKW-Sender ohne ungeplante Ausfälle umzustellen.

„Nach 33 Jahren eisenharten Monopols im Betrieb des privaten Rundfunks kann man nicht erwarten, dass die entsprechenden Strukturen über Nacht verschwinden. Auch für den Ex-Monopolisten ist es eine Herausforderung plötzlich Wettbewerb zu akzeptieren und durch die Regulierung mit uns zusammenarbeiten zu müssen – aber es wird langsam“, zeichnet Radomski ein optimistisches Bild. Seiner Meinung nach würden die verantwortlichen Stellen für die Regulierung, also Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur, sehr engagiert und extrem sachkundig vorgehen. „An ein paar Stellen muss aber noch deutlich nachjustiert werden – das können wir auch nachweisen“, appelliert der Unternehmensgründer, nach dessen Dafürhalten der Wettbewerb in seinem Marktsegment noch intensiviert werden muss.

Mit den eigenen Erfahrungen sind die Düsseldorfer Sendedienstleister dagegen voll zufrieden: „Unsere Kunden hatten vor einem Jahr ja noch keine Erfahrungen mit uns und kannten jahrzehntelang nur den monopolistischen Anbieter. Da konnten wir die Sorge vor der Umstellung des gesamten Verbreitungsweges UKW einer Radiokette natürlich verstehen“, fassen die Verantwortlichen bei UPLINK den Markteinstieg zusammen. „Die Betriebssicherheit im Betrieb unserer UKW-Sender liegt nach 12 Monaten bei über 99,9%. Erreicht wird das vor allem durch Investitionen in modernste Sender- und IT-Infrastruktur. Insgesamt ist die stärkste Herausforderung aber auch nicht unsere Technik, sondern Sendeunterbrechungen, die durch Wartungen von Vordienstleistern entstehen. Auch wenn diese Wartungen zumeist begründet sind, gibt es hier noch Optimierungspotential“, erklärt UPLINK-Mitgründer Ansgar Beeg, der die IT und Entwicklung beim Düsseldorfer Technikanbieter leitet.

Für 2017 plant UPLINK die Gewinnung weiterer privater und öffentlicher Radioveranstalter als Kunden, darüber ein deutliches Wachstum und den fortlaufenden Ausbau der bundesweiten Infrastruktur.

24Aug 2016

Wie schwer haben es wechselwillige Radioveranstalter wirklich und was ist dran am Vorwurf der Unfairness durch die Monopolisten?

Die Herausforderer und die Monopolisten bei den UKW-Netzen sind aktuell nicht gut aufeinander zu sprechen. Im Raum steht der Vorwurf, dass es den Radioveranstaltern trotz der Liberalisierung der UKW-Netze nicht einfach gemacht wird, zu wechseln. Mehr noch, der Monopolist soll sogar mit fragwürdigen Methoden im Spiel um den Machterhalt unterwegs sein. Trotzdem ist Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network, optimistisch. Hat man doch bereits in den ersten 12 Wochen des Jahres über 100 UKW-Sender umgestellt.

Interview des Fachdebattenportals Meinungsbarometer.info mit dem Geschäftsführer der UPLINK Network GmbH, Michael Radomski:

Der Markt zur Übertragung analoger UKW-Hörfunksignale wurde liberalisiert. Wie ist Ihr Fazit seit Beginn der Liberalisierung?
Die Marktöffnung läuft gut an. UPLINK hat bereits mehre z. T. landesweite Rundfunknetze umstellen können, u. a. in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. In den ersten 12 Wochen des Jahres haben wir 100 UKW-Sender umgestellt, insgesamt bislang knapp 150 – bis auf 2 Sonderfälle halten wir dafür auch direkt die Frequenzzuteilungen. Wir schauen optimistisch auf die nächsten Entwicklungen.

Organisatorisch und technisch ist die Umstellung erfreulich verlaufen, selbst die technische Umstellung bei Großanlagen ist entspannt. UPLINK betreibt Sendeanlagen mit insgesamt 1 Mio. Kilowattstunden Antennenleistung bundesweit und wir bauen in Kiel gerade unsere erste Großantennenanlage, da der bisherige Betreiber seine Infrastruktur aufgibt.

Wundern müssen wir uns allerdings öfter über das Verhalten der Media Broadcast, aber man muss sich eigentlich nur die Öffnung anderer Monopolmärkte und deren Verlauf ansehen, dann wird vieles klar. Zuletzt wurde von dort in einer strittigen Frage sogar ein Schiedsspruch der Bundesnetzagentur abgelehnt, das macht eine Zusammenarbeit natürlich nicht einfacher.

Medienberichten zufolge sind bislang nur 15 % des Gesamtmarktvolumens an alternative Sendernetzbetreiber gegangen und es wird sogar mit Abschwächen der Wechselquote gerechnet. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?
Es gibt etwa 2.900 UKW-Frequenzen in Deutschland, davon werden aktuell schätzungsweise 1.350 Frequenzen noch von Media Broadcast, etwa 150 von UPLINK, knapp 120 von weiteren neuen Anbietern, teilweise auch im Eigenbetrieb, verantwortet. Die übrigen knapp 1.300 Frequenzen werden von den Landesanstalten der ARD und durch Einzelbetreiber ausgesendet.

Wir meinen, dass das für die erste Welle an wechselnden Radioveranstaltern gar nicht so schlecht ist. Vielen, die wechseln wollten, wurde dies nicht gerade einfach gemacht. Da sind im Vorfeld die abenteuerlichsten Hürden aufgetaucht und auch gezielt Unsicherheit geschürt worden.
Ein Wechsel wird auch weiterhin für den Radioveranstalter durch vertragliche Hürden und Taktieren des bisherigen Dienstleisters bestimmt. Das hemmt wechselwillige Kunden, auch wenn wir jetzt ja mit unserer Erfahrung aus knapp 150 Frequenzübergängen eigentlich aus dem Vollen schöpfen könnten. Man braucht als neuer Anbieter also ein bisschen Geduld.

Der Entwurf zur einschlägigen Regulierungsverfügung sieht vor, die Übertragung analoger UKW-Hörfunksignale wieder „ex post“ zu regulieren. Dadurch wären Preise anzeige- aber nicht mehr genehmigungspflichtig. Wie bewerten Sie das?
Entscheidend ist ja, dass die Bundesnetzagentur eine Preiskontrolle vornimmt um Missbrauch einzudämmen, der Ablauf ist da eher zweitrangig. Der Entwurf sieht da ja nun auch ausdrücklich vor, dass jetzt Bündelprodukte wie z. B. die Signalzuführung mitbeobachtet werden sollen. Das begrüßen wir sehr, wir haben bei unseren Verhandlungen mit potentiellen Kunden zum Teil abenteuerliche Begründungen gehört, warum unsere Preise angeblich nicht wettbewerbsfähig seien. Je genauer da zukünftig hingeschaut wird, umso besser.

Was sollte aus Ihrer Sicht unbedingt in der Verfügung stehen? Bzw.: Was auf keinem Fall?
Die bisherige Regulierung war schon gar nicht so schlecht, da spürt man die große Erfahrung der Bundesnetzagentur in der Öffnung von Telekommunikationsmärkten. Wir sehen aber auch die Grenzen guter Regeln, wenn diese einfach nicht eingehalten werden. Wir fordern da deutlich stärkere Sanktionen, wenn z. B. Unterlagen nicht rechtzeitig übergeben oder Termine unter einem Vorwand verzögert werden. Kommerziell müssen die Vorleistungspreise bei der Antennenmitbenutzung noch stärker hinterfragt werden. Auch die Vordienstleister des Ex-Monopolisten müssen neuen Anbietern transparente und faire Preise bieten, da gibt es noch einiges zu tun.

Quelle: https://meinungsbarometer.info/beitrag/Heftiges-Spiel-um-die-UKW-Netze_1602.html

12Jul 2016

NRW-Lokalfunk arbeitet künftig mit UPLINK und MEDIA BROADCAST im Bereich Sendernetzbetrieb zusammen.

radio_nrwDie Übernahme des Sendernetzbetriebs von 24 UKW-Frequenzen im NRW-Lokalfunk durch die UPLINK NETWORK GmbH ist am vergangenen Freitag, den 8. Juli erfolgreich und störungsfrei abgeschlossen worden. Seit Mitte Mai 2016 wurden sukzessive die UKW-Frequenzen aus den Sendegebieten Düren, Euskirchen, Leverkusen, Neuss, Ennepe-Ruhr, Hagen, Hochsauerlandkreis und Borken vom bisherigen Sendernetzbetreiber MEDIA BROADCAST zum neuen Vertragspartner UPLINK NETWORK übertragen. Insgesamt betreibt der NRW-Lokalfunk 112 UKW-Frequenzen in NRW, um die UKW-Versorgung der NRW-Lokalradios zu gewährleisten.

Ab sofort wird der NRW-Lokalfunk über radio NRW mit beiden Partnern parallel im Bereich Sendernetzbetrieb zusammenarbeiten: „Die Tatsache, dass wir nun zwei Dienstleistungspartner an unserer Seite haben, begrüßen wir sehr. Wir setzen damit bewusst auf eine Flottenstrategie und den Wettbewerb unter den Anbietern. Wir versprechen uns dadurch eine langfristige Qualitäts-Optimierung, eine gute Entwicklungsperspektive und entsprechende Vergleichsmöglichkeiten. Auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit beiden Partnern freuen wir uns sehr“, so Jan-Uwe Brinkmann, Geschäftsführer von radio NRW.

radio NRW ist Rahmenprogrammanbieter und nationaler Vermarkter für die 45 NRW-Lokalradios.