Allgemein

14Aug 2019

bü. DÜSSELDORF, 13. August. Als im Frühjahr der erste „Weiße Riese“ in Duisburg-Hochheide in Schutt und Asche zusammenfiel, spielte Michael Radomski eine kleine, aber wichtige Nebenrolle: Sein Unternehmen, die Düsseldorfer Uplink Network, sorgte dafür, dass die Funkkommunikation bei der Vorbereitung und Absicherung der Sprengung des maroden Hochhauses störungsfrei funktionierte. „Wir haben da zum ersten Mal und gleich unter Extrembedingungen gezeigt, dass wir das können“, sagte er. Eigentlich ist die Uplink auf Einbahnstraßen-Kommunikation spezialisiert: den Betrieb von Sendeanlagen für die Ausstrahlung von UKW-Rundfunk. Nach einem zähen Machtkampf mit der Freenet-Tochtergesellschaft Media Broadcast war es ihm gelungen, deren Monopol zu knacken und zum Marktführer zu avancieren.

Mit bald 500 Antennen bringt er heute die UKW-Programme von rund 70 Sendern zu den Hörern. Auf der Kundenliste stehen neben kleineren Lokalradios viele bekannte Namen, darunter Deutschlandradio, NDR, WDR, RBB, Radio NRW und Big FM. Das Geschäft laufe prima, fast 30 Millionen Euro Umsatz und „sehr ordentliche schwarze Zahlen“ dürfte das Start-up mit seinen 35 Mitarbeitern in diesem Jahr erwirtschaften, berichtet Radomski im Gespräch mit der F.A.Z. Mit seinen Erfahrungen und dem technischen Knowhow aus dem Sendebetrieb im Rücken zieht es den umtriebigen Unternehmer in neue Geschäftsfelder. Eines davon sind nichtöffentliche Mobilfunknetze – so wie das für den Generalunternehmer, der das Duisburger Hochhaus abgerissen hat.

Solche technisch von der Außenwelt abgekapselten Netze kommen dort zum Einsatz, wo es auf höchste Verlässlichkeit und Sicherheit ankommt. Zum Beispiel auf Flughäfen. Gerade hat sich Radomski die Ausschreibungsunterlagen für den Berliner Pannen-Airport BER angeschaut, rein interessehalber, nicht mit der Absicht, dort mitzubieten. Dafür fehlen dem Newcomer die notwendigen Referenzen. „Wir wollten einfach wissen, wie weit wir für ein solches Riesenprojekt wären. Grundsätzlich sind viele der dort geforderten technische Leistungen nicht weit weg von dem, was wir jetzt tun.“ Und das übrige Knowhow lasse sich von außen ins Haus holen. Die Frage „Könntet ihr das überhaupt?“ ist Radomski gewohnt. So war es auch, als er die ersten Radiokunden unter Vertrag nehmen wollte. Heute läuft die UKW-Ausstrahlung nach seinen Worten vollkommen reibungslos.

Voller Selbstbewusstsein rechnet er sich und seiner Mannschaft selbst bei den geplanten 5G-Netzen große Chancen aus: Ihn lockt die Aussicht auf Aufträge für den Bau und die technische Betreuung der sogenannten Campus-Netze. „Auch da müssen Antennen aufgestellt, an Glasfaser und an Sendeanlagen angeschlossen werden. Das sind exakt die Dinge, die wir perfekt beherrschen“, meint Radomski. Viele Industrieunternehmen, Institute und Forschungseinrichtungen wollen von den großen Mobilfunkkonzernen unabhängige Insellösungen errichten und können dafür auf eigens reservierte Frequenzen zurückgreifen. Sie waren nicht Teil der Milliardenauktion, sondern die Netzagentur will diese Funkbänder auf Antrag interessierten Bewerbern zuteilen. Danach kann es losgehen. „Wir sind gespannt auf die ersten Ausschreibungen. Da werden wir dabei sein“, kündigte Radomski an. Für den 45 Jahre alten Unternehmensgründer wäre es in gewisser Weise eine Rückkehr auf altes Terrain: Beim Handybetreiber Drillisch hatte er lange Zeit im Vertrieb und im Marketing gearbeitet und als Geschäftsführer für die Rewe-Gruppe die Einführung ihrer Mobilfunk-Eigenmarken verantwortet.

Auf der Suche nach zusätzlichen Geschäftsmöglichkeiten hat er ein weiteres attraktives Wachstumsfeld für Uplink entdeckt: „Unser Wissen und unsere Fähigkeiten lassen sich auch auf den IoT-Markt übertragen“, sagt Radomski. IoT steht für das Internet der Dinge, also die Vernetzung von Produkten, Haushaltsgeräten oder Fahrzeugen. Die Kommunikation läuft über eine spezielle Schmalband-Funkwellentechnik, die Signale von Sensoren auf eine Plattform bringt, von wo sie die Nutzer abrufen können. Zum Beispiel Informationen darüber, ob auf einem Parkplatz schon ein Auto steht oder nicht. Oder Smart-Home-Daten, um etwa die Heizung aus der Ferne überwachen oder steuern zu können. In welches Feld es gehen soll, will Radomski noch nicht verraten. Ein erster großer Vertrag stehe aber kurz vor dem Abschluss, sagt er. Und wenn es noch ein wenig dauern sollte, ist es für Uplink wohl auch kein Beinbruch.

Das Unternehmen, an dem namhafte Investoren wie der frühere Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling und der „Focus“-Gründer Helmut Markwort beteiligt sind, ist durch sehr lang laufende Verträge mit seinen Radiokunden noch auf Jahre hinaus abgesichert. Teils reichen die Kontrakte bis 2028. Und trotz aller Unkenrufe über eine Abschaltung des UKW-Rundfunks oder seine Verdrängung durch Internet und DAB+ ist Radomski davon überzeugt, dass das gute alte Radio noch eine lange Zukunft haben wird. „Die UKW-Party geht mindestens bis Mitte der dreißiger Jahre“, sagte er.

30Mai 2019

Der Schlagersender radio B2 baut sein UKW-Netz in Mecklenburg-Vorpommern aus und ist seit Montag auch auf Fischland-Darß-Zingst auf UKW zu hören. Gesendet wird auf 103,3 MHz. Mit einer Leistung von 630 Watt versorgt die Antenne auf dem Sendeturm in Ahrenshoop die Ostseehalbinsel mit dem Programm von radio B2. Pünktlich um elf Uhr hat Schlagerstar Wolfgang Ziegler, 75 („Verdammt!“), den roten Knopf am Strand von Ahrenshoop zum Sendestart gedrückt. Betrieben wird die Frequenz vom Düsseldorfer Sendernetzbetreiber UPLINK Network GmbH.

„Als Kind der Küste habe ich den Schlager hier vermisst. Endlich sind meine Hits wieder im Radio zu hören“, freut sich Wolfgang Ziegler. „Das Besondere in unserem Programm: Wir vermitteln das MV-Lebensgefühl, bieten ein Regionalprogramm mit vielen Informationen von hier und Schlagern, die jeder kennt. Bis zu 25 Prozent der deutschen Hits in unserem Programm kommen von uns aus dem Osten. Das macht uns einmalig“, sagt radio B2-Programmchef Normen Sträche. radio B2 sendet bereits in Rostock, Schwerin, Stralsund, Wismar und Greifswald auf UKW.

Auf der Ahrenshooper Frequenz sendete von 2006-2010 der Lokalsender Radio FDZ, von 2010-2014 folgte 103,3 – Ihr Lokalradio. Im Oktober 2015 ging dann Radio Paradiso auf Sendung, das die Frequenz aber im September 2018 zurückgab. Bei einer Neuausschreibung erhielt radio B2 den Zuschlag.

Quelle: www.radiowoche.de

01Feb 2019
Offizieller Start des Regelbetriebs nach Projektabschluss (vorne rechts Manuela Haddadzadeh, NDR / vorne links Michael Radomski, CEO UPLINK, Hintergrund Verantwortliche ARD-Anstalten, UPLINK)

Die ARD-Anstalten Norddeutscher Rundfunk (NDR) in Mecklenburg-Vorpommern, Rundfunk-Berlin-Brandenburg (RBB) in Berlin und Brandenburg, Saarländischer Rundfunk (SR) im Saarland und das bundesweite Deutschlandradio haben im vergangenen Jahr ihr UKW-Sendernetz erneuert. Dabei wurde die gesamte Technik zur Ausstrahlung von 348 UKW-Frequenzen durch den neuen Betreiber UPLINK Network GmbH aus Düsseldorf ausgetauscht, der nun auch für den Betrieb verantwortlich ist.
Vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung im Jahr 2017, bei der die vier öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter dem Anbieter UPLINK den Zuschlag erteilt haben. Als technischer Dienstleister investierte UPLINK seit der Vergabe einen zweistelligen Millionenbetrag an rund zweihundert Standorten und verantwortet die störungsfreie Ausstrahlung von Programmen wie NDR 1 Radio MV, Radio Eins, SR1 oder Deutschlandfunk.

„Die Ausschreibung und letztlich damit auch die Vergabe an unser Unternehmen war Konsequenz der Liberalisierung des UKW-Marktes durch die Bundesnetzagentur seit dem Jahr 2014“, beschreibt der Gründer und Geschäftsführer von UPLINK, Michael Radomski, die Entwicklung des Großauftrages. „Wir sind mit den öffentlich-rechtlichen Kunden und einer weiteren Vielzahl von privaten Radiosendern in recht kurzer Zeit Marktführer geworden, was organisatorisch und technisch ein echter Kraftakt war“, ergänzt Thomas Weiner, Geschäftsführer Betrieb bei UPLINK, „Insgesamt steigt durch die Investition in neuste Technik die Sendequalität und -verfügbarkeit in Deutschland.“

Hochleistungssendeanlage auf dem Fernsehturm Berlin-Alexanderplatz mit 11 UKW-Frequenzen

„Die Vergabe unserer UKW Verbreitung in den ausgeschriebenen Regionen an einen relativ jungen Anbieter wie UPLINK war natürlich eine Herausforderung für alle Beteiligten, auch weil sich die regulatorischen Strukturen im UKW-Markt noch während des Vergabeverfahrens verändert haben“, verdeutlicht Manuela Haddadzadeh (NDR), verantwortliche Leiterin der Vergabestelle, die Entwicklung. „Wir sind aber mit den erbrachten Leistungen sehr zufrieden, auch wenn sicherlich noch einige Nacharbeiten zu erledigen sind.“

Ende Januar 2019 wurde die monatelange Umstellung nun in einem gemeinsamen Termin in Düsseldorf abgeschlossen. Die Verantwortlichen der vier ARD-Anstalten und von UPLINK starteten den Regelbetrieb mit dem symbolischen Durchtrennen eines Eröffnungsbandes.

Quelle: www.radiowoche.de

18Okt 2018
Uplink-Gründer Michael Radomski
Uplink-Gründer Michael Radomski

Bislang hat sich der Düsseldorfer UKW-Übertragungsdienstleister Uplink auf den Ausbau seines bundesweiten Antennennetzes konzentriert. Jetzt drängt Firmengründer Michael Radomski ins Internet der Dinge. Er will das weit verbreitete Antennennetz nutzen, um Daten von Sensoren abzurufen, die in der Lebensmittelindustrie oder bei Smart Home-Anwendungen eingesetzt werden. Dazu ist er eine Technologie-Partnerschaft eingegangen.

Michael Radomski ist ein Mann, der den richtigen Riecher fürs Geschäft hat. Als vor sechs Jahren der Telekommunikationsmarkt liberalisiert wurde und die restriktive Vergabe von Senderechten schlagartig endete, witterte der gebürtige Niederrheiner seine große Chance. Er stieg in den bis dato vom Quasi-Monopolisten Media Broadcast beherrschten Übertragungsmarkt für UKW-Antennen ein. Trotz Nackenschläge von der Konkurrenz schaffte es der ehemalige Drillisch-Manager, in der Branche Tritt zu fassen und das Monopol zu knacken.

Heute ist der 44-Jährige mit seiner Düsseldorfer Firma Uplink Network Herr über ein Reich von mehr als 400 Antennen für Rundfunk auf Ultrakurzwelle (UKW), mit denen mehr als 700 Sender ihre Programme zu den Hörern bringen. Darunter sind Stadtradios aus Hagen, Leverkusen und Euskirchen und Regionalsender wie Radio Sauerland oder Radio-Schleswig-Holstein. Vor einem Jahr gelang ihm ein millionenschwerer Coup. Die ARD übertrug dem gewieften Unternehmer den Netzbetrieb für diverse Radioprogramme – vom MDR, RBB bis zum Saarländischen Rundfunk. Weitere Radiopartner kamen hinzu. Dadurch beherrscht er inzwischen knapp 50 Prozent des Übertragungsmarktes.

Nun will der Radiospezialist in ein neues Geschäftsfeld einsteigen, um das Wachstum seiner Firma voranzutreiben. Er plant, im Internet der Dinge – kurz IoT – Fuß zu fassen. Dazu will er das Netz an Antennen nutzen, um für Unternehmen Daten von Sensoren abzurufen – beispielsweise um die Temperaturen beim Transport von Lebensmitteln abzurufen oder für Smart Home-Anwendungen. Dazu geht Radomski eine Partnerschaft mit dem polnischen UKW-Dienstleister BCast ein, der bereits über die Technologie verfügt. “Bcast und Uplink sind junge, sehr innovative Technologie-dienstleister, die in ihrem jeweiligen Markt das bestehende Monopol aufgebrochen haben. Mit der nun geschlossenen Kooperation wollen wir unsere gewonnenen Erfahrungen austauschen, uns vor allem aber gegenseitig bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Technologien unterstützen“, erklärt der Uplink-Chef. BCast-Chef Maciej Lipinski ergänzt: „”Wir haben unsere eigene digitale Funklösung für DAB + sowie eine IoT Sende- und Empfangslösung entwickelt, die wir nun gemeinsam mit Uplink auch in den deutschen Markt bringen wollen“. Eine entsprechende Vereinbarung besiegelten beide Unternehmen jüngst auf der Wirtschaftskonferenz NRW-Polen in Warschau – im Beisein des Landesministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Stephan Holthoff-Pförtner.

Der Aufbruch in das neue Geschäftsfeld könnte Uplink einen kräftigen Wachstumsschub bescheren. Davon dürften auch die namhaften Mitgesellschafter profitieren – darunter der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling oder der Focus-Gründer Helmut Markwort, der an Rundfunkstationen wie Radio Bayern beteiligt ist.

Quelle: www.meedia.de

04Okt 2018

Wo die Vorteile der verschiedenen Übertragungswege liegen

Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH

Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH [Quelle: UPLINK]


„Der Rundfunkmarkt wird sicherlich heterogener werden“, schätzt Michael Radomski, Geschäftsführer UPLINK Network GmbH, ein. Der Sendernetzbetreiber will sich auch mit Blick auf die Abschaltung zweier UKW-Sender beim Deutschlandradio nicht an Auseinandersetzungen um DAB+beteiligen. Jeder Übertragungsweg bietet aus seiner Sicht Vorteile.


In zwei Regionen sind die Deutschlandradio-Programme künftig nicht mehr per UKW zu empfangen und sollen vor allem über DAB+ Hörer erreichen. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für den digitalen Übertragungsstandard?
Als reiner technischer Dienstleister sehen wir für uns erstmal keinen großen Unterschied zwischen UKW und DAB+. Wir beteiligen uns auch an den – teils von den Beteiligten ideologisch geführten – Auseinandersetzungen um DAB+ nicht. Welche Programme oder technischen Empfangswege der Radiohörer nutzt, sollte aus unserer ordnungspolitischen Sicht einzig und alleine die Entscheidung des Konsumenten bleiben.

Wenn Deutschlandradio an zwei sicherlich sehr speziell gelegenen Standorten – nämlich in der Nordsee und in den Alpen – die UKW-Verbreitung einstellt, hat das für den durchschnittlichen Hörer wohl nur wenig Konsequenzen. Entweder weicht er auf andere UKW-Programme aus oder er nutzt einen alternativen Empfangsweg. Ob sich nun tatsächlich viele Einwohner der betroffenen Regionen ein DAB+ Radio kaufen, um weiter Deutschlandradio zu hören, ist eine spannende Frage. Ein Stammhörer wird seine Lieblingssendung nun vielleicht auch einfach online streamen, ein Gelegenheitshörer vielleicht aber fortan auf UKW einen anderen öffentlich-rechtlichen oder privaten Sender hören.

Die Durchdringung mit DAB+ Geräten ist in den letzten Jahren stark gestiegen – auf nun deutschlandweite 18,1 %. Wie bewerten Sie den Schritt des Deutschlandradios im Lichte dieser Entwicklung?
Technische Reichweite – also die Durchdringung von Haushalten mit einem technischen Medium – sagt überhaupt nichts über die tatsächliche Nutzung aus. Nach dieser Logik würde sich unsere Bevölkerung ausschließlich von Konserven ernähren, denn die technische Reichweite von Dosenöffnern in deutschen Haushalten liegt bei 100%. So gesehen sind 18% sogar bitter wenig, denn onlinefähige Endgeräte oder sowieso UKW-Radios liegen irgendwo Richtung 80 bis 100%. Wenn UKW plötzlich oder zukünftig einfach wegfallen würde – was ziemlich ausgeschlossen ist – wäre erstmal zu vermuten, dass Audio in der Masse gestreamt wird.

Gerade bei jüngeren Zielgruppen ist IP-basierte Radionutzung im Kommen – was bedeutet es für DAB+, wenn immer mehr Menschen via Internet Radio hören? 
Ist DAB+ ein reines Brückenmedium, also eine Übergangslösung? Wir wissen es nicht, aber viel spricht dafür. Technisch gesehen ist ein deutschlandweit einheitliches Programm wie Deutschlandradio über DAB+ günstiger zu verbreiten als über UKW. Bei kleinzelligen Strukturen, also dem klassischen Lokalradio, ist UKW wiederum führend. In beiden Fälle müssen jedenfalls teure Sender und Antennen betrieben werden. Die Veröffentlichung im Internet kostet erstmal wenig und eröffnet den Weg zu Milliarden von Menschen weltweit. Stark genutzte Inhalte brauchen aber entsprechende Server und der Nutzer zahlt auch für sein Datenvolumen. Dabei besteht auch noch gleichzeitig die konkrete Gefahr, dass lokale und regionale Inhalte in der Masse untergehen. Unser Fazit ist, dass jedes Medium seine Vor- und Nachteile besitzt und alle Verbreitungswege – dazu gehören ja auch noch Satellit, Kabel oder LTE Broadcast – nebeneinander sinnvolle Einsatzgebiete besitzen.

Am Ende ist die Frage aber doch, was der Hörer und der Markt wollen. Der Rundfunkmarkt wird sicherlich heterogener werden. Dabei stellt sich aber auch die Frage, wie die bisherigen Veranstalter mit einem kostenträchtigen Doppelbetrieb von UKW- und DAB+ im Rahmen dieser Veränderungen klarkommen, während sie gleichzeitig neuen Wettbewerb durch Streaming erhalten.

Ab 2021 will Deutschlandradio weitere UKW-Sender außer Betrieb nehmen. Kommt dann einen neue UKW-Abschaltdebatte?
Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur sind gebührenfinanzierte und bundesweit einheitliche Programme. Ein Rückzug aus kostenträchtigen lokalen Füllfrequenzen macht finanziell durchaus Sinn und hat wohl nur wenig Einfluss auf die Medienlandschaft in Deutschland. So einen Schritt würde ein werbefinanziertes, privates Programm wohl gar nicht oder auch nur in extrem dünn besiedelten Regionen gehen. Attraktive, starke UKW-Frequenzen wird aus unserer Sicht wohl keiner freiwillig aufgeben und sie dabei dann womöglich anderen Anbietern überlassen.

Ob DAB+ und die damit einhergehenden Kosten einen Vorteil gegenüber der bestehenden UKW-Verbreitungsstruktur besitzen, ist eine Frage des Blickwinkels. Ob ein Simultanbetrieb, also der parallele Betrieb von zwei Rundfunknetzen mit UKW und DAB+, sinnvoll ist und wie er finanziert werden soll, ist eher eine politische Frage. Die Frage nach einer UKW-Abschaltung, die vornehmlich dem Verbreitungsweg Streaming nutzen würde, halten wir jedenfalls für kontraproduktiv.

Quelle: www.meinungsbarometer.info

20Sep 2018

Der Düsseldorfer Sendernetzbetreiber UPLINK Network GmbH hat am 17. September auf der Broadcast-Messe IBC in Amsterdam den “STAR USER AWARD” von Senderhersteller WORLDCAST SYSTEMS aus Frankreich erhalten. Grund dafür ist die Abnahme von über 600 UKW-Sendersystemen in allen Größenklassen zwischen 100 und 10.000 Watt Sendeleistung im Jahr 2018.

Mit dem dahinter stehenden Projekt ist UPLINK in Deutschland zum größten UKW-Sendernetzbetreiber aufgestiegen und hat sich für WORLDCAST damit in 2018 als stärkster Einzelkunde mit einem Gesamtabnahmevolumen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro Betrags positioniert. UPLINK stattet mit diesem Invest u.a. die Radioveranstalter Deutschlandradio, radio NRW, die REGIOCAST Gruppe, RBB, NDR, bigFM, RPR1, Radio Regenbogen und viele andere Anbieter in ganz Deutschland mit modernster Übertragungstechnik aus.

Über die Preisverleihung freuen sich (v.l.n.r.) Gregory Mercier (Head of Product & Marketing WCS), Ansgar Beeg (Leiter Technik & Entwicklung UPLINK), Christophe Poulain (Co-President WCS), Michael Radomski (Geschäftsführer/CEO UPLINK), Thomas Weiner (Geschäftsführer/COO UPLINK).

Quelle: www.radioszene.de

16Jul 2018

Nach der Einigung im UKW-Antennenstreit zwischen den Erwerbern der UKW-Antennen und den Sendernetzbetreibern geht nun der Austausch der eigentlichen UKW-Sender voran. Dienstleister UPLINK Network GmbH aus Düsseldorf, der etwa 50% der vormals durch den Ex-Monopolisten und Bundespostnachfolger Media Broadcast GmbH betriebenen Sender verantwortet, meldet nun schnell voranschreitende Umstellungen an Funktürmen in ganz Deutschland. „Wir ersetzen derzeit 30 bis 40 UKW-Sender der Media Broadcast pro Woche und wollen diese Zahl im Juli noch einmal deutlich steigern“, verdeutlicht der für den Betrieb verantwortliche Geschäftsführer Thomas Weiner von UPLINK den durch den nun behobenen UKW-Antennenstreit bislang aufgehaltenen Projektfortschritt. „Wir werden bis Ende September mit dem gesamten Projekt – das für UKW mit Abstand das größte weltweit ist – fertig sein,“, zeigt Weiner die Zeitschiene auf, „bereits Ende August wollen wir am Berliner Funkturm, dem Alex, unseren größten Standort umstellen.“

Insgesamt installiert UPLINK derzeit 700 UKW-Sender an etwa 300 Standorten in ganz Deutschland. Kunden wie zum Beispiel Deutschlandradio, NDR, RBB, radio NRW, big FM erhalten in diesem Zusammenhang aktuell Digitaltechnologie, die besonderer Energie- und Wartungs-Effizienz ermöglicht. Dies führe vor allem zu sinkenden Kosten für die Radioveranstalter, aber auch zu besserer Qualität und geringerer Ausfallsquote für die Hörer.

UPLINK Standort Röbeln/MV

„Unser bislang größter Standort liegt in Röbeln, nahe der Müritz, mitten in Mecklenburg-Vorpommern. Von dort strahlen wir praktisch alle UKW-Programme in dieser Region ab: NDR 1 bis NDR 4, NDR JOY; Ostseewelle, Antenne Mecklenburg-Vorpommern sowie Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur“, verdeutlicht Unternehmensgründer Michael Radomski, den Umfang des Betriebs an dem neuen Standort.

Michael Radomski (Bild: UPLINK GmbH)

„Insgesamt also 9 UKW-Frequenzen mit Sendern aller Größenklassen und Komplexitätsstufen. Unser Stromverbrauch beträgt dort weit über 100 Kilowattstunden pro Jahr, das liegt deutlich über dem Verbrauch von 25 Einfamilienhäusern mit jeweils 4 Personen, ist aber jetzt deutlich geringer als vor der Umstellung. Hier wird jetzt signifikant Strom, Geld und am Ende auch CO2 eingespart.“
UPLINK hat sich im Rahmen einer seit 2014 laufenden Marktliberalisierung der Bundesnetzagentur zum größten deutschen UKW-Betreiber entwickelt. Durch den Verkauf der regulierten UKW-Antennen des Ex-Monopolisten Media Broadcast GmbH aus Köln an im Wesentlichen fünf große Investoren hatte es erhebliche Unruhe im Markt gegeben, da die neuen Eigentümer massive Kostensteigerungen durchsetzen wollten. Unter Moderation der Bundesnetzagentur, die bereits eine erneute Regulierung in Gang gesetzt hatte, einigten sich nun aber alle Marktakteure auf auskömmliche Verträge und Konditionen.

Quelle: www.radioszene.de

07Jul 2018

Der monatelange Streit um die bundesweite Ausstrahlung von Radioprogrammen über UKW ist beigelegt.

Die Betreiber von rund 700 UKW-Antennen einigten sich mit den Sendenetzbetreibern, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Deren Präsident Homann sagte, alle Beteiligten seien in einigen Punkten an ihre jeweiligen Schmerzgrenzen gegangen. Die Politik müsse prüfen, ob durch eine Anpassung der Rechtslage vergleichbare Fälle in Zukunft verhindert werden können, so Homann.

Zwischenzeitlich hatten die Antennenbetreiber damit gedroht, die Ausstrahlung zu unterbrechen. Davon wären Millionen Radiohörer in Deutschland betroffen gewesen.

Diese Nachricht wurde am 07.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Quelle: www.deutschlandfunk.de

20Jun 2018

Noch im April 2018 drohte rund zehn Millionen UKW-Radiohörern der Blackout. Nach harten Verhandlungen haben sich die streitenden Firmen nun auf einen Kompromiss geeinigt.

Streit um Nutzungsgebühren: Nach zähen Verhandlungen hat man einen Kompromiss zum UKW-Radio gefunden.
Das Schreckensszenario einer UKW-Abschaltung in Deutschland ist abgewendet. In dem erbittert geführten Streit um Nutzungsgebühren für die UKW-Antennen von Hörfunksendern haben sich jetzt fünf Antenneneigentümer mit den Sendernetzbetreibern auf Eckpunkte für eine vertragliche Regelung geeinigt. Das teilte die Bundesnetzagentur am 19. Juni 2018 mit. „Alle UKW-Marktakteure haben sich bewegt und sind aufeinander zugegangen“, erklärte der ehemalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl, der die Verhandlungen moderiert hatte. Die vereinbarten Eckpunkte böten eine gute Grundlage dafür, dass es im nächsten Schritt zu Verträgen komme und man damit den Streit um die Antennen dauerhaft beigelege. „Dann müssen die Hörerinnen und Hörer keine Abschaltungen mehr befürchten.“

UKW-Radio: Warum der Streit?
Hintergrund des Streits ist, dass sich der Dienstleister Media Broadcast aus dem Geschäft mit den UKW-Antennen und Sendeanlagen zurückgezogen hat, weil er die finanziellen Rahmenbedingungen der Regulierungsbehörden nicht mehr attraktiv genug fand. Die Media Broadcast gehört zur börsennotierten Freenet Group. Als UKW-Sendedienstleister agieren nun vor allem die Firmen Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig. Die an den Sendemasten montierten Antennen hatte die Media Broadcast hauptsächlich an Finanzinvestoren verkauft. Diese verlangten ursprünglich zum Teil deutlich mehr Geld für die Nutzung der Antennen, weil sie nicht mehr unter die Regulierung fallen. Uplink und Divicon hielten die höheren Preise für völlig überzogen und weigerten sich, die geforderten Summen zu zahlen.

Wen hätte die UKW-Abschaltung getroffen?
Von einem möglichen UKW-Blackout waren etliche Hörfunksender bedroht – neben privaten Radiostationen auch der MDR, der NDR in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschlandradio. In Berlin und Brandenburg war teilweise der rbb betroffen. Sie betreiben keine eigene Sende-Infrastruktur. Im Laufe der Verhandlungen hatte sich die Bundesnetzagentur auf eine erneute Regulierung des UKW-Marktes vorbereitet. Nach dem nun erzielten Kompromiss hat man aber eine für den 22. Juni 2018 angesetzte Verhandlung aufgehoben. „Alle Beteiligten haben Verantwortung gezeigt und damit eine Lösung ermöglicht“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Er gehe davon aus, dass sich die konkreten Verträge jetzt schnell vereinbaren und sich damit regulatorische Eingriffe vermeiden lassen.

UKW-Markt: Die historischen Hintergründe
Das UKW-Geschäft gehörte ursprünglich der Deutschen Bundespost und gelangte mit der Privatisierung der Post Ende der 80er-Jahre zur Deutschen Telekom. Diese gründete den UKW-Betrieb in die Media Broadcast aus, die über verschiedene Stationen 2016 bei der Freenet Group landete. Mit dem Rückzug der Media Broadcast aus dem UKW-Markt und der Aufspaltung von Antennen- und Sendebetrieb entfiel auch die ursprüngliche Regulierung durch die Bundesnetzagentur. Media Broadcast dementierte Marktgerüchte, man sei jetzt den neuen Antennenbesitzern beim ursprünglich vereinbarten Kaufpreis entgegengekommen. „Wir haben über unseren Beitrag zur Einigung im UKW-Streit Vertraulichkeit vereinbart. Wir können aber so viel sagen, dass es keinerlei rückwirkenden Anpassung oder nachträgliche Kaufpreisreduzierung gegeben hat“, erklärte ein Firmensprecher. Dem Vernehmen nach kommt Media Broadcast den Antenneneignern bei den zukünftigen Wartungs- und Instandhaltungsservices entgegen. Die fünf an den Verhandlungen beteiligten Antennenbesitzer – von insgesamt 30 Eigentümern – sind reine Finanzinvestoren ohne eigenes operatives Technik-Geschäft. (Mit Material der dpa.)

Quelle: www.computerbild.de